Ratgeber

Keine Frage der Löhne Frauen verdienen nur halb so viel wie Männer

imago94463382h.jpg

Kommen Kinder ins Spiel, machen vor allem Frauen deutliche Abstriche beim Einkommen.

(Foto: imago images/Westend61)

Wenn Männer aufhören zu arbeiten, haben sie im Westen im Schnitt 1,5 Millionen Euro verdient. Frauen nur gut die Hälfte. Das liegt aber nicht unbedingt an schlechterer Bezahlung, wie eine Studie zeigt.

Über das gesamte Erwerbsleben hinweg verdienen Frauen in Deutschland einer Studie zufolge nur etwa halb so viel wie Männer. Im Westen liege das erwartete Lebenserwerbseinkommen im Schnitt bei rund 830.000 Euro brutto für Frauen, Männer kommen auf durchschnittlich etwa 1,5 Millionen Euro. In Ostdeutschland sei von rund 660.000 für Frauen und knapp 1,1 Millionen Euro für Männer auszugehen. Das geht aus einer von der Bertelsmann Stiftung geförderten Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Freien Universität Berlin hervor, die zum Internationalen "Tag für gleiche Bezahlung" veröffentlicht wurde.

Vor allem Kinder führen zu einer Minderung des Lebenseinkommens - und zwar deutlich bei Müttern, aber "so gut wie gar nicht" bei Vätern, wie es in der Studie hieß. Denn es sind hauptsächlich Mütter, die Auszeiten vom Arbeitsmarkt nehmen. Zudem sei Teilzeit für Frauen im Haupterwerbsalter zwischen 30 und 50 Jahren die "dominante Erwerbsform".

Mütter, die heute Mitte 30 sind, könnten mit einem Erwerbseinkommen von 580.000 Euro (West) und 570.000 Euro (Ost) im Laufe ihres Lebens rechnen. Dabei gibt es der Studie zufolge keinen nennenswerten Unterschied zwischen Müttern jüngerer und älterer Jahrgänge. Bei kinderlosen Frauen näherten sich die Einkommen denen der Männer aber an.

Der viel genannte Gender Pay Gap, also der Unterschied beim Bruttostundenlohn, lag 2019 bei 20 Prozent. Er greife aber zu kurz, so die Studienautoren. Damit würden nur diejenigen berücksichtigt, die zum entsprechenden Zeitpunkt aktiv im Arbeitsmarkt seien. Wie groß die Kluft im gesamten Erwerbsleben wirklich sei, werde verschleiert. Für die Studie war das Lebenserwerbseinkommen zwischen dem 20. und dem 60. Lebensjahr berechnet worden, vor Steuern und Abgaben und ohne Transferleistungen wie Eltern- oder Kindergeld. Basis sind die Daten von knapp 18.200 Personen aus einer repräsentativen Wiederholungsbefragung.

Quelle: ntv.de, ino/dpa