Ratgeber

Rund um die Uhr und überall Guter Schutz bei Fahrraddiebstahl

Mehr als 300.000 Fahrräder werden in Deutschland jährlich gestohlen. Für die Besitzer gibt es nur selten ein Wiedersehen. Wann bezahlt die Hausratversicherung? Oder sollte man sogar eine spezielle Fahrradversicherung abschließen?

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Die Spezialversicherungen schreiben in der Regel auch spezielle Schlösser vor.

(Foto: imago stock&people)

Mal kommen die Diebe mit dem Bolzenschneider, mal reicht schon ein kleines Stück Draht, um ein Schloss zu knacken. Meist dauert es weniger als eine Minute und weg ist der geliebte Drahtesel. Über 300.000 Mal im Jahr schlagen Fahrrad-Diebe nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu. Nur zehn Prozent der Diebstähle werden aufgeklärt.

Wer Glück hat, kann sich das Geld von der Versicherung zurückholen. "Bei Fahrraddiebstahl springt zwar die Hausratversicherung ein - doch nur, wenn das Rad aus einem verschlossenen Einzelkeller oder aus der Wohnung gestohlen wurde", sagt Gerald Archangeli, Vizepräsident des Bundesverbandes deutscher Versicherungskaufleute. Dann wird der Neuwert erstattet, egal wie alt das Rad war. Sind keine Einbruchsspuren nachweisbar, geht die Versicherung aber von einfachem Diebstahl aus und zahlt keinen Cent.

Die meisten Diebstähle geschehen jedoch nicht im Haus, sondern auf der Straße. "Damit das Rad auch hier versichert ist, muss der Besitzer seine Hausratversicherung um einen Fahrradschutz erweitern lassen", erklärt Archangeli. Die Höhe des Aufpreises ist abhängig vom Wohnort und der Versicherungssumme der Police.

"Wer sich für den Extraschutz entscheidet, sollte darauf achten, dass dieser rund um die Uhr besteht", rät Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). In älteren Policen ist die Zeit zwischen 22 und 6 Uhr oft vom Versicherungsschutz ausgenommen. Huhn sagt: "Wer noch die Nachtklausel im Vertrag stehen hat, sollte sich um eine neue Police mit 24-Stunden-Schutz kümmern." Ein Vorteil ist, dass die Hausratversicherung alle im Haushalt vorhandenen Fahrräder umfasst, im Rahmen der Deckung natürlich. Bei fast allen Tarifen ist der Schutz ist jedoch auf ein bis fünf Prozent der Versicherungssumme begrenzt. Wer mehrere teure E-Bikes oder hochwertige Sporträder besitzt, könnte da schon an die Grenzen kommen.

Fahrradversicherungen sind ziemlich teuer

Die Alternative zur Hausratpolice sind spezielle Fahrradversicherungen. Sie sind nicht ganz billig, pro Jahr sollt man bis zu zehn Prozent des Kaufpreises einkalkulieren. Je nach Angebot ist dafür nur das Diebstahlrisiko abgedeckt - oder auch Schäden durch Vandalismus oder den Klau einzelner Teile. Manche Policen gehen noch weiter und haften auch für Sturzschäden oder teilweise auch für Verschleiß. Hier sollte man aber genau nachrechnen, ob man nicht günstiger dran ist, wenn man die Kosten selbst übernimmt. Manche Versicherer gewähren einen Rabatt, wenn der Besitzer sein Rad bei der Polizei, bei Fahrradclubs oder beim Händler registrieren lässt.

Damit Versicherte im Schadensfall an ihr Geld kommen, reicht es nicht, den Diebstahl einfach nur bei der Versicherung zu melden. "Zwingend ist auf jeden Fall eine Anzeige bei der Polizei", erklärt Bianca Boss, Sprecherin des Bundes der Versicherten (BdV). Mit dem Aktenzeichen sollten sich Geschädigte dann an ihre Versicherung wenden. "Um zu beweisen, dass man tatsächlich der Eigentümer des Rades ist, benötigt man zudem den Kaufbeleg inklusive Rahmennummer." Extra-Tipp: Wer die Rechnung weggeworfen oder das Rad geschenkt bekommen hat, kann vom Händler meist ein Duplikat bekommen. "Stammt das Rad dagegen aus dem Supermarkt und existiert nur ein Kassenbon, kann es mit einer Erstattung schwierig werden", erklärt Boss.

Eine Chance auf Ersatz besteht zudem nur, wenn das Fahrrad mit einem Schloss gesichert war. "Am besten schließt man es an einem Pfahl oder Zaun an", sagt Archangeli. "Rund zehn Prozent vom Neuwert des Fahrrades sollte einem das Schloss schon wert sein", ergänzt ADFC-Mann Huhn. Wer zudem zwei verschiedene Schlosstypen verwendet, etwa ein Bügel- und ein Kettenschloss, hat bessere Chancen, Langfinger abzuschrecken. "Um beide zu knacken, bräuchte der Dieb zwei verschiedene Werkzeuge und damit deutlich mehr Zeit."

Hausratversicherungen im Vergleich

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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