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Teurer Wohnen Hier frisst die Miete das Einkommen

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Nirgendwo sonst in Europa wohnen so viele Menschen zur Miete wie in Deutschland.

(Foto: imago/Future Image)

Leider keine guten Nachrichten zu den Wohnkosten. Im Gegenteil: Die Mieten steigen vielerorts weiter. Bekannterweise müssen vor allem Bewohner von Großstädten tief in die Tasche greifen. Wo die Kosten in Relation zum Lohn tatsächlich am höchsten sind, zeigt eine Studie.

Was macht ein gutes Leben aus? Dürfte man sich etwas wünschen, würde eine halbwegs repräsentative Umfrage wohl so in etwa folgende Antworten ergeben: Eine nette Familie, treue Freunde, ein spannender und gutbezahlter Job, Gesundheit. Und natürlich ein Dach über dem Kopf. Gerne auch mit einer schönen, preiswerten und geräumigen Wohnung darunter. Unter dem Dach natürlich. Doch besonders mit der Erfüllung des letzten Wunsches wird es in Deutschland immer schwieriger. Zumindest wenn man Mieter ist und in einem Ballungsgebiet lebt.

Und nirgendwo sonst in Europa wohnen so viele Menschen zur Miete wie in Deutschland. Und obwohl eine eigene Immobilie ein weiterer Wunsch vieler Deutscher ist, leben trotz des Immobilienbooms noch immer über 54 Prozent von ihnen zur Miete. Und müssen dafür immer tiefer in die Tasche greifen. Weil Löhne und Gehälter aber nicht im gleichen Tempo steigen, ist es vor allem für die Mittelschicht schwierig, in den Ballungszentren überhaupt noch bezahlbaren Wohnraum zu finden. Und dies, obwohl eigentlich nicht mehr als ein Drittel des monatlichen Einkommens für Wohnkosten aufgewendet werden sollten. Schließlich gilt es ja auch noch zu leben und für das Alter zu sparen.   

Eine Analyse von immowelt.de, in der die Wohnkostenquote für die 14 größten Städte Deutschlands aus dem mittleren jeweiligen Einkommen und den dortigen Kosten für die Warmmiete berechnet wurde, ergab aber andere Werte als das genannte Ideal.

Warum nicht mal in Dortmund oder Essen leben?

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Quelle: Immowelt.de

Angenommen wurde dafür eine vierköpfige Familie, die eine Wohnung zwischen 80 und 120 Quadratmetern bewohnt. Aus dem Verhältnis von Gesamteinkommen und den durchschnittlichen Warmmietkosten der jeweiligen Stadt ergibt sich schließlich die sogenannte Wohnkostenquote.

Wenig überraschend liegt diese in München mit 45 Prozent am höchsten. Eine Mittelschicht-Familie muss also von ihren im Schnitt 4242 Euro Einkommen fast die Hälfte (1907 Euro) für die Warmmiete berappen. Dadurch bleibt jenen Familien meist nur das Ausweichen auf Randbezirke oder das Umland. Innenstadtlagen dürften für die Mittelschicht kaum noch leistbar sein.

In Frankfurt am Main und der Hauptstadt Berlin sieht es mit einer Wohnkostenquote von jeweils 39 Prozent nicht viel besser aus. Auf Platz vier kommt dann mit Dresden die erste Stadt aus den neuen Bundesländern. Dort müssen Mittelschicht-Familien etwa 32 Prozent ihres monatlichen Einkommens (3444 Euro) für die Miete (1087 Euro) aufbringen. Gleiches gilt für Nürnberg.

In keiner deutschen Großstadt ist das Verhältnis zwischen Warmmiete und Einkommen so gut wie in Dortmund und Essen mit je 22 Prozent. In Dortmund kostet eine Wohnung zwischen 80 und 120 Quadratmetern im Median 817 Euro, die Einkünfte einer Mittelschicht-Familie liegen dabei bei 3.646 Euro. In Essen sind die Mieten mit 847 Euro zwar minimal höher als in Dortmund, allerdings ist auch das Einkommen mit 3775 Euro etwas höher. 

Quelle: n-tv.de, awi

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