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Banken müssen mitarbeiten Konto wechseln wird bald leichter

Ihren Banken sind die Deutschen treuer als ihren Partnern. Die meisten haben noch nie ihr Girokonto gewechselt. Viele scheuen den Aufwand, Daueraufträge und Lastschriftverfahren zu ändern. Ab Sonntag wird das einfacher.

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Banken müssen künftig besser miteinander kooperieren, um einen reibungslosen Kontenwechsel zu ermöglichen.

(Foto: imago/Martin Bäuml Fotodesign)

Fast elf Euro Gebühr fürs Girokonto - pro Monat: Manche Bank lässt sich ein Standardprodukt schon jetzt üppig bezahlen, wie eine Auflistung der unabhängigen FMH Finanzberatung belegt. Und Kunden müssen sich auf weiter steigende Preise für Bankdienstleistungen einstellen, denn Banken und Sparkassen brechen wegen des Zinstiefs die Erträge weg. Immerhin stärkt der Gesetzgeber nun die Rechte der Verbraucher: Ab dem 18. September wird es einfacher, mit dem Konto zu einer anderen Bank zu wechseln.

Das neue Institut muss ein- und ausgehende Überweisungen und Lastschriften des alten Kontos übernehmen. Die bisherige Bank hat dazu dem neuen Institut und dem Kunden eine Liste der bestehenden Aufträge der vorangegangenen 13 Monate zu übermitteln. Das gilt auch bei Kontoeröffnungen im europäischen Ausland.

Die Regelungen sind Teil des Zahlungskontengesetzes, mit dem eine EU-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt wird. Andere Bestimmungen wie das sogenannte Basiskonto greifen bereits. So hat zum Beispiel seit dem 19. Juni jeder Bürger in Deutschland das Recht auf ein Girokonto ("Basiskonto"). Bei den Neuerungen zum Kontowechsel hatten die Bankenverbände eine längere Übergangsfrist gefordert.

Die Mehrheit hat noch die gewechselt

Verbraucherschützer begrüßen die neue Bestimmung: "Das ist eine wichtige Regelung, weil der Kontowechsel vielen Verbrauchern bisher viel Kopfschmerzen verursacht hat", sagt Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom aus dem Juni 2016 zufolge hat nichtmal  jeder vierte Deutsche schon einmal sein Girokonto gewechselt. Drei Viertel der Deutschen sind also immer noch bei ihrer ersten Bank oder Sparkasse – egal wie teuer die ist.

"Die vereinfachten Möglichkeiten zum Kontowechsel sind gerade jetzt, wo viele Banken ihre Gebühren erhöhen, eine Chance für Verbraucher, den Banken Paroli bieten zu können und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln", sagt Pauli. Denn viele Institute erhöhen wegen des Zinstiefs und steigender Regulierungskosten die Gebühren für ihre Kunden. Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon ist überzeugt, dass es in absehbarer Zeit überall in Deutschland Gebühren für die Kontoführung gibt: "Ich erwarte, dass es in einigen Jahren praktisch nirgendwo mehr kostenlose Girokonten geben wird."

Der Finanzaufsicht Bafin ist die Gratis-Mentalität schon lange ein Dorn im Auge. "Über Girokonten, Depots oder Kreditkarten zum Nulltarif mögen sich Kunden freuen. Mangels alternativer Ertragsquellen lässt sich dieses Angebot aber nicht auf Dauer aufrechterhalten", sagte Bafin-Präsident Felix Hufeld kürzlich bei einer Bankentagung. "Trotz des harten Wettbewerbs mit Gratisangeboten wird es hier zu einem Umdenken kommen müssen."

Branche gerät unter Druck

Bleibt für Verbraucher die Möglichkeit, sich einen Anbieter mit vergleichsweise geringen Gebühren zu suchen. Die alternative Triodos Bank sieht die Wechselbereitschaft von Bankkunden durch die neue Regelung beflügelt. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Instituts gaben 25 Prozent von 1013 Befragten an, sie könnten sich angesichts der vereinfachten Bedingungen vorstellen, ihre Girokonten zu einer anderen Bank zu übertragen. 43 Prozent erklärten, bislang sei ihnen der Aufwand für einen Wechsel zu groß gewesen.

Die Branche setzt das neue Gesetz erheblich unter Druck: Hat ein Kunde bei der neuen Bank den Kontowechsel beantragt, muss diese innerhalb von zwei Geschäftstagen Kontakt zum bisherigen Geldinstitut aufnehmen. Dieses wiederum hat fünf Geschäftstage Zeit, um eine Liste aller Daueraufträge, Lastschriften und eingehenden Überweisungen an den Verbraucher und die neue Bank zu übermitteln. Weitere fünf Geschäftstage später soll das neue Konto fertig eingerichtet sein. "Für die Banken kann es schwer sein, das innerhalb von zwölf Tagen hinzukriegen, aber darum kommen sie nicht herum, weil es gesetzlich so festgelegt ist", sagte Josefine Lietzau vom Verbraucherportal Finanztip kürzlich dem Sender NDR Info. "Wenn es nicht klappt, müssen sie tatsächlich haften."

Die Branche sieht sich gut vorbereitet. "Die vom Gesetzgeber vorgesehenen Fristen für einen Kontenwechsel sind ambitioniert", finden auch die fünf großen Bankenverbände, die in der Deutschen Kreditwirtschaft organisiert sind. Sie wollen die Herausforderung gemeinsam angehen: "Um einen Kontenwechsel dennoch "just in time" zu gewährleisten, haben Banken und Sparkassen ein Abkommen zur Umsetzung der Kontenwechselhilfe abgeschlossen, das die praktische Umsetzung eines Wechsels durch die beteiligten Instituten unterstützt."

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Quelle: n-tv.de, Jörn Bender, dpa

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