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Unfall mit Papas Wagen Muss die Kaskoversicherung zahlen?

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(Foto: picture alliance / dpa)

Es ist nicht unüblich, dass Eltern ihrem Nachwuchs das Auto überlassen. Meist verfügt dieser dann aber über einen Führerschein. Nicht so in einem Fall, in dem der mit einer entsprechenden Lizenz ausgestattete Freund des Sprösslings fahren soll - und es kracht.

Wer sich nicht an die Spielregeln beim Autofahren hält, muss damit rechnen, dass die Kaskoversicherung die Leistung im Schadensfall verweigert oder aber nur eingeschränkt zahlt. So muss beispielweise derjenige, der sich betrunken oder ohne gültigen Führerschein hinters Steuer setzt, mit einem nicht zahlungswilligen Versicherer rechnen.

Aber es gibt auch kompliziertere Konstellationen, wie in einem vor dem Oberlandesgericht Oldenburg (OLG) verhandelten Fall (Az.: 5 U 174/16). Hier war zu entscheiden, ob die Kaskoversicherung die Zahlung verweigern kann, wenn ein Vater seinem führerscheinlosen Sohn seinen Wagen unter der Bedingung überlässt, dass einer mit einer entsprechenden Lizenz ausgestattete Freunde des Sprösslings fährt und es dann zu einem Unfall kommt.

So kollidierte das verliehene Fahrzeug in den frühen Morgenstunden mit einem am Seitenrand geparkten Fahrzeug. Worauf die jungen Männer sich vom Unfallort entfernten. Die herbeigerufene Polizei fand den Wagen verlassen vor. Weil verschiedene Verdachtsmomente dafür sprachen, dass absprachewidrig der führerscheinlose Sohn das Auto gefahren hatte, verweigerte die Versicherung die Zahlung des entstandenen Schadens in Höhe von 9000 Euro. Sie war der Meinung, der Vater hätte damit rechnen müssen, dass sich auch sein Sohn ans Steuer setzen würde. Umso mehr, als dass die Staatsanwaltschaft gegen diesen schon zweimal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt hätte. Dagegen wehrte sich der Vater mit einer Klage. 

Mit Erfolg. Denn nach Auffassung des OLG ist ein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten des Vaters nicht erwiesen, da dem Sohn eine unerlaubte Nutzung des Wagens nicht nachgewiesen werden konnte. Vielmehr stehe fest, dass ausgemacht war, dass der Freund das Fahrzeug lenken solle.

Nur wegen der beiden Ermittlungsverfahren gegen seinen Sohn hätte der Vater nicht mit dessen eigenmächtigem Handeln rechnen müssen, weil sich diese Verfahren auf die Nutzung eines frisierten Mofas bezogen hätten. Denn zwischen der Nutzung eines solchen Mofas und dem Führen eines Autos ohne Fahrerlaubnis bestehe ein erheblicher qualitativer Unterschied, die Hemmschwelle liege bei einer Autofahrt deutlich höher.

Quelle: n-tv.de, awi

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