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Hier guckt das Finanzamt Muss man Versicherungsgelder versteuern?

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(Foto: imago/blickwinkel)

Wenn die Hausratversicherung einen Schaden ersetzt, muss man das nicht in der Steuererklärung angeben. Oder etwa doch? Und was ist eigentlich mit anderen Versicherungsleistungen, etwa der Einmalzahlung der Unfallpolice oder der Berufsunfähigkeitsrente?

Wenn die Hausratversicherung 500 Euro fürs geklaute Fahrrad überweist, denkt dabei wohl niemand ans Finanzamt. Doch manchmal landen größere Versicherungssummen auf dem Konto. Etwa eine Einmalzahlung vom Unfallversicherer oder die Überweisung fürs abgedeckte Dach von der Elementarschadenversicherung. Oder die Haftpflichtpolice des Unfallgegners zahlt Schmerzensgeld und Schadensersatz. Solche Summen erreichen locker fünfstellige Höhen. Und spätestens bei der nächsten Steuererklärung könnte die Frage aufkommen, ob man den Fiskus daran beteiligen muss.

Meistens ist die Antwort einfach: Wird ein Schaden aus dem privaten Bereich ersetzt, bleibt das Finanzamt außen vor. Das Geld der Versicherung ist schließlich kein Einkommen, sondern soll dazu dienen, den vorherigen Zustand wieder herzustellen. Wie man die Auszahlung letztlich verwendet, ist dabei unerheblich. Es bleibt also jedem selbst überlassen, ob er einen Unfallwagen reparieren lässt, einen Hausratschaden lieber vom Fachmann reparieren lässt oder aber selbst Hand anlegt. In der Steuererklärung braucht man die Versicherungsleistungen nicht angeben. Auch Schmerzensgeld muss nicht versteuert werden.

Bei Werbungskosten wird es knifflig

Anders kann die Sache aussehen, wenn die Versicherung Dinge ersetzt, die der Geschädigte schon von der Steuer abgesetzt hat oder die in Zukunft noch abgesetzt werden sollen. Das betrifft vor allem Werbungskosten. Das häusliche Arbeitszimmer wäre so ein Beispiel. Angenommen, die Einrichtung wird durch einen Wasserrohrbruch zerstört, die Hausratversicherung zahlt. Diese Erstattung müsse man in der nächsten Steuererklärung angeben, "Quasi als negative Werbungskosten", erläutert der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Die Alternative: Man schafft die Gegenstände neu an. Dann darf man aber nur die Differenz zwischen den Wiederbeschaffungskosten und der Versicherungszahlung als Werbungskosten eintragen. Hausratversicherungen ersetzen normalerweise den Neuwert. Wer also statt des 2000 Euro-iMacs diesmal einen für 2250 Euro anschafft, kann in der nächsten Steuererklärung nur noch 250 Euro angeben. Bei Gegenständen, die teils beruflich und teils privat genutzt werden, muss die Ausgleichszahlung laut GDV nur anteilig versteuert werden.

Renten sind nicht immer steuerfrei

Manchmal werden Versicherungsleistungen als Renten ausgezahlt. Ob die versteuert werden müssen, hängt von der Art der Versicherung ab. Renten von der gesetzlichen Unfallversicherung bleiben steuerfrei. Fließt die Unfallrente nur übergangsweise, etwa als Verletzten- oder Übergangsgeld, gilt sie als Lohnersatzleistung. Dann muss man die Zahlungen in der Steuererklärung angeben. Sie werden zwar nicht selbst versteuert, aber sie erhöhen den Steuersatz fürs übrige Einkommen.

In seltenen Ausnahmefällen zahlen Haftpflichtversicherer auch Schmerzensgeld und Schadensersatz als Rente aus. Das kommt vor, wenn der Betroffene, etwa nach einem Unfall, auf Dauer schwer beeinträchtigt ist. Wie Einmalzahlungen bleiben hier natürlich auch die Renten steuerfrei.

Anders liegt der Fall bei Renten aus Versicherungen, die man privat abgeschlossen hat, etwa die private Unfallpolice. Meistens wird nur eine Einmalzahlung vereinbart und die ist dann auch steuerfrei. Womöglich zahlt die Versicherung aber in schweren Fällen zusätzlich eine Rente. Und für die interessiert sich dann auch das Finanzamt. Besteuert wird aber nur der Ertragsanteil, der sich nach der Laufzeit und dem Alter bei Renteneintritt bemisst.

Das gleiche gilt für Renten aus der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch sie fließen normalerweise nicht komplett am Fiskus vorbei und auch hier kommt es auf den Ertragsanteil an. Wird man beispielsweise mit 52 Jahren berufsunfähig und bekommt dann noch 13 Jahre Rente, liegt der Ertragsanteil bei 15 Prozent. Und auf diese 15 Prozent zahlt man dann Einkommenssteuer.

Die braucht wirklich jeder: Haftpflichtversicherungen im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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