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Tenhagens Tipps Schnäppchen in der Cyber-Monday-Woche?

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So manches Schnäppchen lässt sich dieser Tage nicht nur im Netz ergattern.

(Foto: picture alliance / dpa)

In den nächsten Tagen herrscht wieder Konsumrausch. Rund um "Black Friday" und "Cyber Monday" warten nicht nur bei Amazon Zehntausende Blitzangebote auf Kaufwütige. Damit das Schnäppchen nicht zum Fiasko wird, hat Finanztip-Chef Tenhagen ein paar Tipps.

Herr Tenhagen, die Cyber Monday-Woche tobt. Haben Sie denn selbst schon zugeschlagen?

Dieses Jahr noch nicht. Aber im letzten Jahr. Das hat sich im Nachhinein auch als Schnäppchen entpuppt.

"Black Friday" und "Cyber Monday" sind mittlerweile auch in Deutschland etabliert. Wie gehen Verbraucher denn am erfolgreichsten vor?

Am besten mit einer Doppelstrategie. Erstens sollte man vorher wissen, wofür man sich interessiert und zweitens parallel mit einer Preissuchmaschine nachprüfen, ob der aufgerufene Preis wirklich günstig ist.

Welche Preissuchmaschinen sollten denn beim Shoppen parallel laufen?

Beispielsweise Idealo, Geizhals oder Billiger.de.

Wie hoch sind die versprochenen Rabatte?

Die können sich gerne mal zwischen 30 und 40 Prozent bewegen. Zumindest bei den guten Angeboten.

Gibt es denn Produkte, bei denen sich der Kauf der Ware in der Cyber-Woche besonders gelohnt hat?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Für dieses Jahr ist das noch nicht absehbar. 2017 waren teure Fernsehen besonders günstig. Zum Teil konnten hier 500 Euro pro Gerät gespart werden. Bei Smartphones waren hingegen nur 2 bis 3 Prozent drin .

Aber abgesehen davon kann man davon ausgehen, dass ein neues Produkt mit einem guten Testergebnis, welches sich trotzdem nur schleppend verkauft, vor Weihnachten noch mal deutlich billiger wird.

Bei welchen Händlern gab es denn in der Vergangenheit die größten Knüller?

Im letzten Jahr hatten Amazon, Comtech und Saturn in Stichproben die besten Sonderangebote. Am schlechtesten schnitten Douglas und Karstadt ab.

Auf welche Finten der Händler sollten Schnäppchenjäger achten?

Wichtig ist, sich nicht unter Druck setzen und hetzen zu lassen. Egal, ob bei Amazon oder anderswo: Die Anbieter setzen Marketing-Werkzeuge wie ablaufende Bestands-Balken oder Uhren ein. Das verleitet Kunden zum ungeprüften, schnellen Zugreifen. Außerdem wird bei den Rabatten gerne die unverbindliche Preisempfehlung als Referenzwert angegeben. Hier lohnt dann wieder ein Blick in die Preissuchmaschine. Manchmal gibt es das vermeintliche Schnäppchen woanders ganz ohne Cyber-Wochen-Zauber nochmal günstiger.

Können Kunden, die beim Shoppen trotz Ihrer guten Tipps dennoch danebenlagen, ihre Fehlkäufe problemlos zurückgeben?

Online-Käufe können generell innerhalb von zwei Wochen ohne Angaben von Gründen widerrufen werden. Unabhängig von der Cyber-Woche. Die meisten Händler räumen in dieser Zeit ihren Kunden aber ohnehin eine noch längere Widerrufsfrist ein.

Haben Sie sonst noch einen Ratschlag, damit das vorweihnachtliche Einkaufen nicht in die Hose geht?

Ja, keinen Kredit für die Weihnachtseinkäufe aufnehmen. Und keine Versicherung an die Geschenke hängen. Garantie- oder Restschuldversicherungen und der ganze Mist machen ansonsten aus einem günstigen Weihnachtsshopping ein teures.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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