Ratgeber

Das richtige Girokonto Sparen Sie bis zu 200 Euro pro Jahr

Die Girokonten vieler Banken bieten derzeit das Schlechteste aus allen Welten: Die mickerigen Haben-Zinsen entsprechen der aktuellen Marktlage, die Dispo-Zinsen indes erinnern an die Ära, in der Sparen noch Spaß machte. Und die weiteren Pauschalkosten werden auch immer höher. Doch Kunden können gegensteuern.

Wer über ein verlockendes Angebot für ein Girokonto stolpert, sollte sich nicht blenden lassen. Foto: Daniel Reinhardt

Viele Banken verlangen für die Ausgabe einer Bank-, EC- oder Kreditkarte Geld.

(Foto: dpa)

Billig waren Bankgeschäfte noch nie. Nun könnte man einwenden, dass Dienstleistungen nun einmal Geld kosten – und auch ein Girokonto ist eine Dienstleistung, die bezahlt werden muss. Aber muss es gleich so teuer sein? Allein das Führen eines ganz normalen Girokontos ist bei etlichen Banken schon kostenpflichtig. Wollen Kunden womöglich auch noch eine Kreditkarte zum Einsatz bringen, fallen weitere Gebühren an. Fast schon astronomisch werden die Kosten, wenn das Konto mal ins Minus rutscht. Guthaben hingegen lassen die Institute – zinstechnisch – praktisch unberücksichtigt.

Angesichts dieses status quo empfiehlt die FMH Finanzberatung, Alternativen zum eigenen Geldhaus zu prüfen. Denn es gibt sie noch, die Banken, die die oben beschriebenen Leistungen kostenlos anbieten. Einige dieser attraktiven Banken bieten einen exzellenten Konto-Umzugsservice an und andere belohnen den überschaubaren zeitlichen Aufwand noch mit einer Neukunden-Prämie von bis zu 100 Euro.

Ganz neu: Als erste Bank bietet die Commerzbank inzwischen sogar eine eigene App, die den Kontowechsel so schnell und einfach wie möglich machen soll. Andere Banken dürften zeitnah gleichziehen. Das bedeutet zwar nicht, dass alle Geldhäuser, die eine solche „Umzugs-App“ anbieten, automatisch auch das ideale Konto offerieren. Doch ein bisschen Wettbewerb – auch beim Service – hat noch nie geschadet.

Vergleich macht reich

Sinnvoll ist es überdies, die einzelnen Kosten-Posten für das eigene Nutzungsverhalten unter die Lupe zu nehmen und zu überprüfen, welche Gebühren wirklich relevant sind und wehtun und mit welchen es sich gegebenenfalls leben lässt.

Nehmen wir zum Beispiel die Dispozinsen, also jenen Kostenblock, der von der Bundesregierung, den Verbraucherzentralen und auch vielen Medien am häufigsten kritisiert wird. Natürlich verlangen die Banken in der Niedrigzinsphase mit zehn Prozent deutlich zuviel. Wenn man aber bedenkt, dass nur jeder sechste Girokunde sein Konto im Minus führt, während der Rest der Verbraucher die überteuerten Dispo-Zinsen niemals in Anspruch nehmen muss, ist dieser Faktor fast schon ein Nebenkriegsschauplatz.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Deutlich ärgerlicher aus Sicht der FMH ist es, dass viele Banken für die Ausgabe einer Bank-, EC- oder Kreditkarte Geld verlangen. Schließlich ist es im ureigenen Interesse der Kredithäuser, dass Kunden diese Karten benutzen. An den Umsatzbeteiligungen lässt sich schließlich kräftig verdienen. Zusätzlich noch Gebühren abzugreifen, ist hingegen unnötig – und auch ein bisschen unverschämt.

Gleiches gilt für die Gebühren, die bei einigen Banken bei der Nutzung des Selbstbedingungsterminals anfallen. Hier lohnt es, sich das Preis-Leistungsverzeichnis genau anzusehen. Dass eine beleghafte Buchung – also die klassische Überweisung per Papier – Geld kostet, ist noch verständlich. Schließlich muss hier ein Mitarbeiter der Bank etwas arbeiten. Dass dafür aber zwischen einem und drei Euro, in Einzelfällen gleich zehn Euro anfallen, ist ebenso unverständlich wie die Usancen einiger Banken, sich schiere Computertransaktionen, etwa beim Geldabheben oder Online-Banking, extra bezahlen zu lassen.

Ernüchternde Zahlen

Die FMH-Finanzberatung hat sich vor kurzem bei 100 Banken angesehen, welche Entgelte diese von Fremdkunden verlangen, wenn diese die Geldautomaten der Banken nutzen. Im Durchschnitt sind das 4,14 Euro, doch auch Summen von sechs Euro und mehr sind keine Seltenheit. Damit machen die Banken gute Geschäfte. Denn nach wie vor ist Deutschland ein Bargeld-Land.

Wer diese Beträge nicht bezahlen will, kann den Vorgang abbrechen und einen anderen Automaten aufsuchen oder in eines der vielen Lebensmittelgeschäfte gehen, die ebenfalls kostenfreies Geldabheben ermöglicht, wenn man einen bestimmte Betrag (meist 20 Euro) vorher eingekauft hat. Zumindest in Ballungsräumen ist dies kein Problem. Schwieriger ist die Lage oft auf dem Land. Hier nutzen viele Sparkassen und Volksbanken ihre Monopolstellung aus und kassieren alle verbundfremden Kunden kräftig ab. Zum Glück gibt es auch Direktbankangebote, die europa- oder weltweit eine kostenfreie Bargeldversorgung per kostenloser Kreditkarte erlauben.

Fazit

Vergleichen lohnt sich. Auch wenn viele Banken immer dreistere Gebühren erheben, gibt es noch immer einige Angebote von Direktbanken, die keine oder nur sehr geringe Kontoführungs- und Kartenentgelte haben, akzeptable Dispozinsen von unter acht Prozent bieten und ein umfangreiches kostenfreies Geldabheben innerhalb des Verbundes oder per Kreditkarte erlauben. Nutzen Sie den Giro-Vergleich von n-tv, um das passende Girokonto für Ihre Gironutzungen zu finden. Gegenüber einem klassischen Filialkonto kann man mit einem Online-Konto bei Direktbanken zwischen 100 und 200 Euro pro Jahr einsparen. Bei bestimmt nicht schlechterem Service.

Quelle: n-tv.de

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