Ratgeber
Montag, 31. Januar 2011

Nach Geldautomaten-Neuregelung: Sparkassen bleiben teuer

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Seit zwei Wochen müssen Banken an ihren Automaten anzeigen, was das Geldabheben für Fremdkunden kostet. Auf eine Obergrenze für die Gebühren haben sich aber nur die Privatbanken geeinigt. Immerhin: Im Schnitt zahlen Kunden nun schon spürbar weniger.

Privatbanken wollen ihren Kunden maximal 1,95 Euro berechnen.
Privatbanken wollen ihren Kunden maximal 1,95 Euro berechnen.

Die Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten sind seit der Neuregelung vor rund zwei Wochen gesunken. Bankkunden zahlen im Schnitt 3,93 Euro, wenn sie am Automaten eines fremden Kreditinstituts Geld abheben, 1,70 Euro weniger als zuvor. Das geht aus einer Erhebung des Finanzportals Biallo unter 262 deutschen Banken und Sparkassen hervor.

Nach der Neuregelung bekommen Kunden fremder Banken sofort am Geldautomaten angezeigt, wie hoch die Gebühren sind. Früher konnten sie dies nur im Nachhinein auf ihrem Kontoauszug feststellen. Die höchsten Gebühren fallen laut Biallo bei Sparkassen an, die im Schnitt 4,47 Euro von Kunden anderer Banken verlangen. Anders als die privaten Banken haben sich die Sparkassen nicht auf eine Gebührenobergrenze geeinigt. Die Sparkasse Anhalt-Bitterfeld kassiert demnach sogar zehn Euro zusätzlich zum ausgezahlten Geld, zwei weitere Sparkassen verlangen 7,50 Euro von Fremdkunden. Private Banken verlangen in der Regel 1,95 Euro.

Verbraucherschützer nicht zufrieden

"Hochpreisige Sparkassen müssen sich fragen lassen, ob weit überhöhte Fremd-Abhebegebühren wirklich eine geeignete Imagewerbung für den öffentlich-rechtlichen Bankensektor sind", erklärt Biallo-Branchenbeobachter Marcus Preu. Die tatsächlichen Kosten für einen Abhebevorgang bei einer fremden Bank lägen "deutlich unter einem Euro". Die Sparkassen begründen ihre höheren Gebühren mit der großen Dichte ihres Automatennetzes.

Die Verbraucherzentrale Sachsen bemängelte kürzlich, dass die Automaten einiger Institute die Höhe der Gebühr erst sehr spät auf dem Bildschirm anzeigten. Oft erfahre der Kunde erst, wie viel er zahlen müsse, wenn er bereits seine Karte eingeschoben, die Pin-Nummer eingetippt und den gewünschten Geldbetrag angegeben habe. Verbraucher seien dann eher geneigt, eine hohe Gebühr zu zahlen, als den Vorgang abzubrechen und nach einem anderen Automaten Ausschau zu halten, vermuten die Verbraucherschützer.

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Quelle: n-tv.de