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Extrem hohe Kosten Warnung vor Lebensversicherer

Betriebliche Altersvorsorge

Die in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen dokumentierten Verträge weisen Abschlusshonorare aus, die weit über den gängigen Provisionen und Honoraren am Markt liegen.

(Foto: dpa)

Dass Kapitallebensversicherungen nicht die beste Form der Geldanlage sind, hat sich herumgesprochen. Dennoch schließen Kunden noch immer entsprechende Policen ab. Bei einer Gesellschaft sollten sie das aber besser sein lassen, wie die Verbraucherzentrale Hamburg warnt.

Das einstige Lieblingsprodukt der Bundesbürger, die Kapitallebensversicherung, ist inzwischen in die Kritik geraten. Wegen zunehmend sinkender Zinsen und immer geringerer Überschussbeteiligungen. Hinzu kommen hohe Gebühren und Provisionen. Für Verbraucher ist diese Form der Geldanlage meist kein gutes Geschäft. Wer seine Lieben absichern möchte, schließt denn auch besser eine Risikolebensversicherung ab und legt sein Kapital anderweitig an.

Aber auch dank des Verkaufsgeschicks der Branche werden die umstrittenen Policen nach wie vor an den Mann gebracht. Nun warnt das Marktwächterexperten der Verbraucherzentrale Hamburg vor dem Lebensversicherer Prismalife AG und dessen Vertriebsagentur, der Afa AG. Der Grund: Den Verbraucherschützern liegen viele Beschwerden von Verbrauchern aus zwölf Bundesländern vor, die sich über unangemessen hohe Abschlusshonorare der Afa beklagen. Zudem trifft die Gesellschaft Vergütungsvereinbarungen mit ihren Kunden, welche auch bei einer Kündigung des Lebensversicherungsvertrags weiter zu bedienen sind.

Vereinbarung ist unkündbar

Die in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen dokumentierten Verträge weisen Abschlusshonorare aus, die weit über den gängigen Provisionen und Honoraren am Markt liegen. Abhängig vom Zeitpunkt des Vertragsschlusses sind Abschlusskosten für Lebensversicherungen in den ersten fünf Jahren zwischen 2,5 und 4 Prozent des Beitragsvolumens üblich. Die Afa stellt ihren Kunden für die Vermittlung von Prismalife-Verträgen bis zu 7 Prozent im selben Zeitraum in Rechnung. "Die Unwissenheit der Kunden über angemessene Abschlusshonorare wird von der Afa schamlos ausgenutzt", kritisiert Sandra Klug, Teamleiterin des für Versicherungen zuständigen Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hamburg.

Neben der Höhe der Abschlusskosten kritisieren die Marktwächterexperten auch die Vergütungsvereinbarung insgesamt, welche die Afa mit Prismalife-Kunden trifft. Diese regelt die Vergütung für die Vermittlung des Versicherungsvertrages. Die Vereinbarung ist unkündbar und in jedem Fall in voller Höhe zu zahlen, selbst wenn der Kunde seinen Lebensversicherungsvertrag kündigt. Da es sich bei der Afa um einen zweiten Vertragspartner handelt, sind die Vergütungsvereinbarung und die Lebensversicherung zwei voneinander unabhängige Verträge.

In der Regel werden Abschlusshonorare im eigentlichen Lebensversicherungsvertrag geregelt und deren Zahlung auf die ersten fünf Beitragsjahre verteilt. Kündigt der Kunde seinen Vertrag innerhalb dieses Zeitraums, endet auch die Verpflichtung zur Zahlung weiterer Abschlusskosten. Nicht so bei den Verträgen von PrismaLife. Auch nach Kündigung der Versicherung bleibt die Zahlungsverpflichtung aus der Vergütungsvereinbarung mit der Afa bestehen.

2014 hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass eine Kündigungsmöglichkeit für gesonderte Kostenausgleichsvereinbarungen, die Versicherer neben dem eigentlichen Lebensversicherungsvertrag mit ihren Kunden abschließen, in Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht ausgeschlossen werden darf (Az.: IV ZR 295/13 und IV ZR 255/13). Diese Möglichkeit besteht für Prismalife-Kunden laut der Verbraucherzentrale nicht mehr. Da die Vergütungsvereinbarung nicht mehr mit PrismaLife, sondern mit einem zweiten Vertragspartner wird, ist das BGH-Urteil nicht darauf anwendbar.  

Quelle: n-tv.de, awi

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