Ratgeber

Auf keinen Fall schweigen Was hilft gegen Gewalt am Arbeitsplatz?

Ob Bedrohungen, Belästigungen, Beleidigungen oder körperlicher Gewalt: Übergriffe am Arbeitsplatz haben deutlich zugenommen. Dabei liegt das Risiko, Opfer solcher Taten zu werden, bei einigen Beschäftigtengruppen deutlich über dem anderer Branchen.

Viele Berufstätige erfahren in ihrem Job Gewalt. Betroffene sollten in die Offensive gehen und das Gespräch suchen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Viele Berufstätige erfahren in ihrem Job Gewalt. Betroffene sollten in die Offensive gehen und das Gespräch suchen.

(Foto: dpa)

Beschimpfungen und tätliche Übergriffe erleben einige Berufstätige immer wieder. Vor allem Beschäftigte bei Sparkassen und Banken, Bus und Bahnen sowie Justiz- und Sozialbehörden sind betroffen.

Der Begriff "Gewalt" ist dabei vielschichtig. Für den Arbeitsschutz bietet sich laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) die Definition der International Labour Organization (ILO) an. Diese beschreibt Gewalt am Arbeitsplatz als "jede Handlung, Begebenheit oder von angemessenem Benehmen abweichendes Verhalten, wodurch eine Person im Verlauf oder in direkter Folge ihrer Arbeit schwer beleidigt, bedroht, verletzt, verwundet wird."

Demnach ist zwischen externer Gewalt, verursacht durch Kunden oder Besucher, und interner Gewalt, die von Kollegen, Vorgesetzten oder Mitarbeitern ausgeht, zu unterscheiden. Davon abzugrenzen ist Mobbing.

Kommt es zu Gewalt am Arbeitsplatz, sollte laut Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) auf keinen Fall darüber geschwiegen werden. Stattdessen sollte mit Vorgesetzten und Kollegen offen über den Vorfall gesprochen werden. Denn nur dann können Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zudem entlastet das Gespräch den Betroffenen.

Nicht den Helden spielen

Viele Opfer von Gewalt haben das Gefühl, versagt zu haben und dass andere, kompetentere Arbeitnehmer die Situation besser beherrscht hätten. Auch ist die Befürchtung bei manchem groß, als Schwächling darzustehen. Wer aber die Vorfälle totschweigt, ändert nichts.

In einer Konfliktsituation sollten Mitarbeiter auf keinen Fall Risiken eingehen und den Helden spielen. Darüber hinaus ist es wichtig, Provokationen zu vermeiden. Statt zum Beispiel dem aufgebrachten Kunden zu widersprechen, ist es besser, ihm zunächst zuzustimmen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Ein geeigneter Präventionsansatz gegen Mobbing und betriebsinterne Gewalt ist laut DGUV eine Unternehmenspolitik, die sich auszeichnet durch

  • eine konstruktive Konfliktkultur
  • regelmäßige Unterrichtung der Beschäftigten
  • Aus- und Weiterbildung der Führungskräfte und
  • entsprechende Betriebsvereinbarungen.

Gegen externe Gewalt bieten sich laut DGUV beispielsweise folgende Maßnahmen an:

  • bauliche Maßnahmen, zum Beispiel Notausgänge oder Schutzwände
  • technische Maßnahmen, zum Beispiel Zugangskontrollen oder Notrufsysteme
  • Vermeidung von Einzelarbeitplätzen
  • geringe Bargeldbestände, Nutzung bargeldloser Alternativen
  • Unterweisung und Einhaltung von Sicherheitsvorschriften
  • Vermeidung von Stresssituationen
  • Deeskalationsseminare zur Bewältigung schwieriger und bedrohlicher Situationen mit Kunden

Quelle: ntv.de, awi

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