Ratgeber

Arbeitnehmer aufgepasst Was passiert mit dem Resturlaub?

Es gibt sie tatsächlich: Menschen, die zum Jahresende noch ein Guthaben auf ihrem Urlaubskonto haben. Was immer die Gründe dafür sind, Arbeitnehmer sollten in diesem Fall aktiv werden. Ansonsten ist der Urlaub futsch.

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Ist der Urlaub genehmigt worden, darf dieser nicht mehr zurückgenommen werden.

(Foto: imago/McPHOTO)

Arbeitnehmer in Deutschland haben bei einer Sechs-Tage-Woche Anspruch auf mindestens 24 Urlaubstage pro Jahr. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind mindestens 20 Tage. Für viele Beschäftigte könnten es deutlich mehr sein. Und dennoch gibt es Menschen, die ihre Urlaubstage innerhalb eines Jahres nicht voll ausschöpfen - die Gründe hierfür sind unterschiedlich.

Nach dem Gesetz muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Die Übertragung von nicht genommenen Urlaubstagen stellt eine Ausnahme dar und muss beim Arbeitgeber beantragt werden. Hierfür kommen entweder betriebliche (zum Beispiel eine hohe Arbeitsbelastung) oder persönliche Gründe (etwa Krankheit des Arbeitnehmers oder eines Familienmitgliedes) infrage. Wer den verbliebenen Resturlaub mit ins neue Jahr retten möchte, muss dies unbedingt noch im laufenden Jahr beim Arbeitgeber anmelden. Ansonsten verfällt dieser zum 31. Dezember.

Stimmt der Arbeitgeber dem Übertrag zu, müssen die Urlaubstage bis zum 31. März des Folgejahres genommen werden. Es sei denn, im Einzel- oder Tarifvertrag ist dies anders geregelt. Eine Auszahlung des Resturlaubes ist gesetzlich nicht vorgesehen. Einzige Ausnahme: der Arbeitnehmer scheidet aus dem Beschäftigungsverhältnis aus. Dann wird der Anspruch mit dem Ausscheiden des Mitarbeiters fällig.

Individuelle Vereinbarungen möglich

Soweit sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber einig sind über die Handhabung des Resturlaubes, sind sowohl bei einer längeren "Haltbarkeit" des übertragenden Urlaubs als auch bei der Auszahlung ungeachtet der gesetzlichen Regelungen individuelle Vereinbarungen möglich – und in der Praxis weit verbreitet.

Grundsätzlich darf der Beschäftigte seinen Wunschtermin auf dem Urlaubsantrag festlegen. Das letzte Entscheidungsrecht hat allerdings der Arbeitgeber. Willkürlich abgelehnt werden darf der Antrag aber nicht. Für eine Ablehnung müssen wichtige betriebliche Gründe sprechen oder aber Überschneidungen mit der Urlaubsplanung eines anderen Mitarbeiters. Nach dem Bundesurlaubsgesetz muss ein Beschäftigter mindestens einmal pro Jahr die Möglichkeit haben, zwei Wochen am Stück Urlaub zu nehmen. Ist der Urlaub genehmigt worden, darf dieser nicht mehr zurückgenommen werden. Dies gilt auch für Notfälle.

Quelle: n-tv.de, awi