Ratgeber

Abwärtstrend beim Tagesgeld Wo sind die guten Angebote?

Früher war vielleicht nicht alles besser, die Zinsen aber schon. Viele Tagesgeldanbieter haben in den letzten Wochen ihre Konditionen verschlechtert oder dies zumindest angekündigt. Es gibt aber auch großzügige Neueinsteiger auf dem Markt.

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Viele Anbieter begrenzen den Anlagebetrag, allerdings selten so strikt wie die Wüstenrotbank mit ihrem Limit von 10.000 Euro.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die gute Nachricht zuerst: Wer sein Geld flexibel anlegen möchte, der kann das im Moment zumindest ohne Verluste tun. Die Jahresteuerung ging im Februar auf 1,5 Prozent zurück, diverse Tagesgeldkonten bieten bessere Zinsen. Noch. Denn, das ist die schlechte Nachricht, viele der Banken, die in den letzten Monaten mit Spitzenkonditionen glänzten, haben ihre Zinsen zuletzt nach unten korrigiert, oder dies zumindest angekündigt. Trösten kann eine Neueinsteigerin im Tagesgeld-Geschäft: Die Renault Bank Direkt platziert sich vom Start weg auf einem Spitzenplatz des Tagesgeldvergleichs.

Nur eine Bank ist noch besser: Die als Bausparkasse bekannte Wüstenrot. Sie ködert Neukunden mit 2 Prozent Zinsen – die gibt es aber nur für Beträge unter 10.000 Euro und nur für sechs Monate. Danach sinkt der Zins auf recht magere 0,75 Prozent. Ein Lockangebot also, aber ein gutes. Wer interessiert ist, sollte sich beeilen: Das Angebot gilt nur noch bis zum 15. April.

Newcomer auf Kundenfang

Die französische Renault Bank macht schon seit 65 Jahren in Deutschland Geschäfte, bislang allerdings eher mit Kfz-Finanzierungen und Leasingverträgen. Seit Mitte Februar ist nun auch ein Tagesgeldkonto im Angebot. Zum Einstand spendiert die Bank 1,85 Prozent Zinsen ab dem ersten Euro, ohne Befristung. Der Grund der Großzügigkeit: Nur so gewinnt man als Newcomer Kunden. Man kennt das etwa von der RaboDirect oder MoneYou, die sich im letzten Jahr von Null auf die Top-Plätze katapultiert haben.

Damals lagen die Angebote noch jeweils über 2,4 Prozent, davon können Kunden heute nur noch träumen. Im Vergleich sind die beiden niederländischen Banken aber immer noch gut aufgestellt: Auch die RaboDirect zahlt derzeit 1,85 Prozent Zinsen und teilt sich den zweiten Platz mit der Renault Bank. Beide schreiben die Zinsen übrigens zum Monatsende gut – im Hinblick auf den Zinseszinseffekt ist das zu begrüßen.

Wer richtig viel Geld anlegen will, sollte die Höchstgrenzen im Auge behalten: bei der RaboDirect wird alles, was über 500.000 Euro hinausgeht, nur mit 1,15 Prozent verzinst. Bei derartigen Beträgen ist es aber ohnehin kritisch, alles auf eine Karte zu setzen. Einlagen im europäischen Ausland sind nur mit bis zu 100.000 Euro geschützt – und im Ernstfall muss man möglicherweise auch um diese Beträge zittern. Das gilt beispielsweise auch für die MoneyYou, den Online-Ableger der  niederländischen ABN Amro Bank. Sie verzinst bis zu 1 Million Euro mit 1,75 Prozent, allerdings sind auch hier nur 100.000 Euro abgesichert.

Hier gibt's mehr Sicherheit

Wem das zu wenig ist, der sollte sich bei den Kandidaten umsehen, die sich zusätzlich dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen haben. Hier bemisst sich die Sicherungsgrenze nach dem haftenden Eigenkapital der jeweiligen Bank. Für neu aufgenommene Institute liegt sie bei 250.000 Euro, ansonsten meist weit darüber. Unter den Top-Ten der Tagesgeld-Anbieter finden sich  vier Anbieter mit erweiterter Einlagensicherung: Die Akbank, die derzeit 1,65 Prozent Zinsen bietet, Barclays (1,5 Prozent Zinsen), die GE Capital Direkt (1,35 Prozent Zinsen) und die Bank of Scotland. Der Testsieger aus dem vergangenen Jahr lockt derzeit noch mit einer Verzinsung von 1,6 Prozent, zum 16.4. geht es aber um 0,2 Prozentpunkte runter.

Damit folgt die Bank of Scotland dem allgemeinen Abwärtstrend: Die 1822direkt hat ihren Zinssatz schon zum 12. März von 1,65 auf 1,50 Prozent korrigiert und liegt damit nun auf gleichem Niveau wie die ING-DiBa, die vorher noch 1,75 Prozent zahlte. Bei der ING-Diba sind die Zinsen für sechs Monate garantiert. Danach sollte man sich aber besser wieder verabschieden, denn Bestandskunden bekommen derzeit nur ein Prozent im Jahr gutgeschrieben. Für Neu- wie für Altkunden gleichermaßen gelten die 1,20 Prozent, die die VTB Direktbank aufs Tagesgeld zahlt. Bis Mitte März waren die Österreicher großzügiger, da gab es noch 1,50 Prozent. Und auch Cortal Consors ködert Neukunden nicht mehr ganz so freigiebig wie früher: Bis gestern wurden ihnen noch 1,70 Prozent garantiert, jetzt sind es noch 1,60 Prozent. Die sind aber immerhin für zwölf Monate garantiert – und das ist sicher nicht das schlechteste, angesichts des allgemeinen Abwärtstrends auf dem Tagesgeldmarkt.

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Quelle: ntv.de

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