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Dispozinsen sind nicht alles Zinssätze künftig im Netz zu sehen

Wenn der Kontostand ein dickes Minus anzeigt, sollte man handeln. Denn für den Dispokredit kassieren die Banken hohe Zinsen. Wer diesen nicht sofort ausgleichen kann, sollte sich über einen günstigeren Ratenkredit informieren.

Wie viel Zinsen für einen Dispo-Kredit fällig werden, sollen Bankkunden künftig im Internet erfahren. Foto: Jens Kalaene

Wie viel Zinsen für einen Dispo-Kredit fällig werden, sollen Bankkunden künftig im Internet erfahren.

(Foto: dpa)

8,65 Prozent, 10 Prozent oder 11,5 Prozent? - Wie hoch die Dispozinsen bei einzelnen Banken sind, ist nicht immer sofort klar. Nach de m Willen mehrerer Bankenverbände soll sich das nun ändern. Informationen über die Dispozinsen soll es künftig im Internet geben. "Verbraucher können aber schon jetzt recht einfach erkennen, wie viel sie für einen Überziehungskredit bezahlen", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. "In der Regel informieren die Banken ihre Kunden unter anderem auf dem Kontoauszug über die Höhe der Zinsen."

Nun aber sollen diese Informationen künftig immer auch auf den Homepages der Geldhäuser zu finden sein. Das zumindest sieht eine Empfehlung des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken und des Deutschen Sparkassen- und Giroverband vor. Der Bundesverband deutscher Banken will eine entsprechende Empfehlung nachholen. Allerdings informieren schon jetzt viele Institute Kunden auch auf ihren Internetseiten über die Höhe der Dispozinsen.

"Die Dispozinsen sind nicht das einzige Kriterium, das für die Wahl eines Kontos entscheidend sein sollte", erklärt Nauhauser. Eine wichtige Rolle spielt aus Sicht des Finanzexperten die Ausstattung des Kontos. Wichtige Fragen sind dabei: Wie hoch sind die Gebühren? Gibt es Guthabenzinsen? Wird für Überweisungen Geld verlangt? Gibt es kostenlose Geld- oder Kreditkarten?

Laut FMH-Finanzberatung zahlen Kunden von Filialbanken für einen Dispokredit bis zu 13,99 Prozent Zinsen. Etwas günstiger ist es für Online-Kunden. Sie müssen laut FMH bis zu 10,5 Prozent Zinsen zahlen. Grundsätzlich gilt: "Der Dispokredit ist teuer", sagt Nauhauser. "Am besten ist es, Sie nehmen ihn gar nicht in Anspruch."

Wer dennoch drei Monate in Folge oder länger im Minus bleibt, sollte handeln. Dann sei es möglicherweise günstiger, einen Ratenkredit aufzunehmen und den Dispokredit abzulösen. Dafür muss der Kunde ie allerdings selbst aktiv werden - denn die Banken gehen in der Regel nicht von sich aus auf die Kunden zu.

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Quelle: n-tv.de, dpa

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