Ratgeber

Das gilt! Zu spät bei der Arbeit wegen Schneechaos?

schneechaos.JPG

Das Wegerisiko liegt beim Arbeitnehmer - leider.

Zugverspätungen, Flugannullierungen und gesperrte Straßen: Schneestürme und Lawinengefahr können die Heimreise aus dem Winterurlaub deutlich erschweren. Was passiert, wenn Arbeitnehmer dadurch Arbeitstage oder auch nur wenige Stunden versäumen?

Arbeitnehmer, die wegen der Wetterverhältnisse nicht rechtzeitig aus dem Winterurlaub zurückkommen, etwa weil sie aufgrund gesperrter Straßen im Skiort festsitzen, müssen mit Lohnkürzungen rechnen. Beschäftigte fehlen dann unentschuldigt, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln. "Arbeitnehmer müssen also in Kauf nehmen, dass sie für die Tage, an denen sie nicht am Arbeitsplatz erschienen sind, auch keine Vergütung bekommen", so die Fachanwältin. Aber auch wer nur eine oder wenige Stunden zu spät zur Arbeit kommt, dem kann eine Lohnkürzung drohen. Denn für die Zeit, die der Mitarbeiter zu spät kommt, muss der Arbeitgeber keinen Lohn zahlen

Sanktionen, wie etwa eine Abmahnung, müsse ein Arbeitnehmer in einem solchen Fall aber in der Regel nicht befürchten, da er das Zuspätkommen nicht selbst verschuldet hat. Entscheidend ist dabei, wer Schuld an der Verspätung ist: "Eine Abmahnung setzt ja voraus, dass es etwas Vorwerfbares gibt", so Oberthür. Verschläft jemand, ist die Sache klar. Gibt es ein Zugunglück oder einen plötzlichen Wintereinbruch, ist der Fall ebenfalls klar. Gibt es zur gleichen Uhrzeit aber immer wieder Stau auf der gleichen Autobahn, kann der Arbeitgeber schon verlangen, dass ein Angestellter das einplant und entsprechend früher aufsteht - genau wie bei Schneefall, der seit drei Tagen in den Nachrichten angekündigt wird. Springt das Auto nicht an, muss auf Bus, Bahn oder Taxi umgestiegen werden. Auch hier ist der Arbeitnehmer in der Pflicht.

Auf höhere Gewalt können sich Arbeitnehmer nicht berufen. Denn grundsätzlich gilt: "Das Wegerisiko liegt beim Arbeitnehmer", wie Oberthür erläutert. Das heißt, er ist dafür verantwortlich, rechtzeitig am Arbeitsplatz zu sein - auch bei Stau oder Unwetter.

Angestellte, die aufgrund der Schneeverhältnisse oder gesperrter Straßen erst später als geplant wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren, können aber auch mit dem Chef verhandeln, um ihren Urlaub nachträglich zu verlängern. So können sie mögliche Lohnkürzungen umgehen.

Doch egal aus welchem Grund, es ist die Pflicht des Mitarbeiters, seinen Arbeitgeber über die Verspätung schnellstmöglichst zu informieren. Dabei sollte der Vorgesetzte auch über eventuell anstehende Termine in Kenntnis gesetzt werden.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

Mehr zum Thema