Sport

Nicht nur mit Worten Der Fußball unterstützt Hochwasser-Opfer

imago0125650484h.jpg

In Mülheim überflutete die Ruhr Fußwege, Straßen und auch Fußballplätze.

(Foto: imago images/Udo Gottschalk)

In der Corona-Krise fällt dem Fußball eine Sonderrolle zu. Er darf weiterspielen. Das zieht viel Kritik nach sich. Nach der Hochwasser-Katastrophen in Teilen Deutschlands bietet der Sport millionenschwere Unterstützung und Solidarität an.

Die verstörenden Bilder der Verwüstungen haben dafür gesorgt, dass der deutsche Spitzensport zusammengerückt ist und sich mit den Opfern der Flut-Katastrophe solidarisiert. So kündigten der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die Deutsche Fußball-Liga (DFL), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und zahlreiche Spitzenklubs wie Bayern München und Borussia Dortmund umfangreiche Hilfsprogramme an.

Der DFB und die DFL werden einen Fonds in Höhe von drei Millionen Euro einrichten, auch die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat ihre Unterstützung zugesagt. "Dies wird das menschliche Leid nicht mildern können. Wir hoffen aber, damit gemeinsam wenigstens an einigen Stellen unterstützen zu können", schrieben DFB und DFL in einer gemeinsamen Stellungnahme: "Solidarität in dieser Krisensituation halten wir für selbstverständlich."

Bayern spendet

Das gilt auch für die Bundesligisten. So hat Meister Bayern München gemeinsam mit dem 1. FC Köln und Sponsor Telekom 100.000 Euro an die Organisation "Lichtblicke e.V." gespendet. "Die Schäden dieser Katastrophe sind verheerend", sagte der Münchner Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn. Man wolle Menschen helfen, "die unverschuldet in Not geraten sind". Die Spende soll laut Kahn nur ein erster Schritt sein, der Klub plane "weitere Unterstützungen".

"Uns war gleich allen klar, dass wir helfen müssen", sagte Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic mit Blick auf die Katastrophe, die nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mittlerweile auch Bayern und Sachsen heimgesucht hat: "Wir wollen die Betroffenen nicht im Stich lassen." Der Kölner Vizepräsident Eckhard Sauren ist von der Tragödie, die bisher über 150 Todesopfer gefordert hat, persönlich betroffen. "Die katastrophalen Verhältnisse sind auch unmittelbar vor unserer Haustür. Mein Elternhaus stand unter Wasser", äußerte Sauren: "Wir wollten ein Zeichen setzen, dass die Leute nicht alleine sind."

Der Kölner Lokalrivale Bayer Leverkusen will sich auf verschiedenen Ebenen engagieren. "Jetzt ist es vor allem wichtig, dass wir schnell und unbürokratisch einander helfen. Dazu sind wir im ständigen Austausch mit der Stadt Leverkusen, der Bayer AG und unseren Fans, die sich bereits seit Tagen in und rund um Leverkusen engagieren", sagte Bayer-Boss Fernando Carro, dessen Klub eine Spende an die Aktion "Leverkusen hilft" überwiesen hat.

Dortmund plant Benefizspiel

Ähnlich gehen die Verantwortlichen von Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach die Lage an. Beide Klubs wollen Benefizspiele austragen - genau wie der FSV Mainz 05 und der 1. FC Kaiserslautern. "Auch Borussia Dortmund wird seinen Teil dazu beitragen, um den Betroffenen zu helfen", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Fast wortgleich äußerte sich der Gladbacher Geschäftsführer Stephan Schippers. Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc kündigte an, dass das Benefizspiel zeitnah stattfinden werde. Der BVB will das Spiel im nahegelegenen Hagen austragen.

Bundesliga-Aufsteiger VfL Bochum kündigte ebenfalls eine Spende von 30.000 Euro an, Union Berlin versprach ebenfalls die kompletten Ticket-Einnahmen aus einem Testspiel an die von der Katastrophe betroffenen Menschen zu spenden.

Mehr zum Thema

Der DOSB, der genau wie die DFL und der DFB schon beim Hochwasser 2013 geholfen hatte, stellt 100.000 Euro Soforthilfe für Vereine zur Verfügung, die von der Katastrophe betroffen sind. "Das Hochwasser trifft auch in erheblichem Maße die Sportvereine in den betroffenen Gebieten", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

"Massive Vernichtungen und Beschädigungen von Sport- und Vereinsanlagen" bedrohten laut Hörmann die ohnehin pandemiegeschwächten Vereine zusätzlich in ihrer Existenz: "Deshalb wollen wir schnell und unbürokratisch Hilfe zur Selbsthilfe leisten." Durch einen Spendenaufruf an die Mitgliedsorganisationen des DOSB und Dritte soll der Betrag noch aufgestockt werden.

Quelle: ntv.de, sue/sid

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen