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Erste Hauptrunde des DFB-Pokals Bremen macht Delmenhorst platt

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der SC Verl sorgt für die erste große Überraschung der 1. Runde im DFB-Pokal: Der Viertligist schmeißt den FC Augsburg aus dem Wettbewerb. Der VfL Bochum entgeht beim KSV Baunatal knapp der Blamage, während drei Erstligisten in die Verlängerung müssen. Werder Bremen hingegen siegt haushoch.

Atlas Delmenhorst - Werder Bremen 1:6 (1:4)

Werder Bremen hat das Nachbarschaftsduell mit Oberligist Atlas Delmenhorst problemlos 6:1 (4:1) gewonnen und sich für die 2. Runde qualifiziert. Im Auswärtsspiel im heimischen Weserstadion trafen Yuya Osako (10.), Niklas Moisander (20.), Milot Rashica (37.), Davy Klaassen (40.) und Sturm-Legende Claudio Pizarro (68. Minute/74.) für den Fußball-Bundesligisten. Der Fünftligist freute sich über das zwischenzeitliche 1:2 durch Tom Schmidt (30.) und mit 41.500 Zuschauern über einen Rekord. Nie zuvor waren mehr Besucher zu einer Pokalpartie eines Amateur-Klubs in der 1. Runde gekommen. Über 10.000 Fans reisten aus Delmenhorst ins nur wenige Kilometer entfernte Bremen mit und hofften auch einen Pokal-Coup beim großen Nachbarn. Doch der hochfavorisierte Bundesligist sorgte schnell für klare Verhältnisse. Nach Treffern von Osako (10.) und Kapitän Moisander (20.) gelang der Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt eine schnelle 2:0-Führung. Beim einzigen Delmenhorster Konter in der ersten Hälfte wurden Nuri Sahin und Co. überlaufen. Schmidt schloss den Angriff für das größtenteils aus Werder-Fans bestehende Team zum vielumjubelten 1:2 ab (30.). Der Anschluss sorgte allerdings nur kurz für neue Atlas-Hoffnung. Rashica (37.) und Klaassen (40.) entschieden noch vor der Pause die Partie. Der eingewechselte Sturm-Oldie Pizarro war nach dem Seitenwechsel für die Highlights zuständig.

Würzburger Kickers - TSG Hoffenheim 4:5 (3:3, 2:2, 0:1)

Die  TSG Hoffenheim hat ihre Pflichtaufgabe in der ersten Runde mit Glück gelöst und ein frühes Aus wie in den vergangenen Jahren nur mit Mühe verhindert. Die Mannschaft des neuen Trainers Alfred Schreuder kam beim Drittligisten Würzburger Kickers erst im Elfmeterschießen zu einem 5:4-Erfolg. Nach 120 Minuten hatte es 3:3 gestanden. Pavel Kaderabek brachte die TSG in der 29. Minute gegen den lange biederen Drittliga-17. in Führung. Neuzugang Ihlas Bebou erhöhte nach der Pause zum 2:0. Hoffenheimer Nachlässigkeiten brachten Würzburg aber ins bis dahin einseitige Spiel zurück. Fabio Kaufmann und Albion Vrenezi per Foulelfmeter glichen aus. Dem eingewechselten Adam Szalai gelang in der Verlängerung vor 10.000 Zuschauern das 3:2 für den Erstligisten, Luca Pfeiffer traf aber erneut zum Ausgleich. Im Elfmeterschießen avancierte Oliver Baumann zum Matchwinner: Der TSG-Torhüter parierte gegen Kaufmann und Hendrik Hansen.

KSV Baunatal - VfL Bochum 2:3 (2:1)

Dank Silvère Ganvoula ist der VfL Bochum mit einem 3:2 (1:2) beim Oberligisten KSV Baunatal in die zweite Runde eingezogen. Spieler des Tages war vor rund 6000 Zuschauern der kongolesische Nationalspieler mit drei Toren (18.Minute/70./73.). Die Treffer für Baunatal erzielten Maximilian Blahout (32.) zum zwischenzeitlichen 1:1 und Nico Schrader zur 2:1-Führung. Der Hessenligist, für den es das erste DFB-Pokalspiel seit 30 Jahren war, ging beherzt in die Partie und setzte in der Anfangsphase sogar mehr spielerische Akzente als die Gäste. Erst per Foulelfmeter erzielte Ganvoula den Führungstreffer. Die Platzherren hatten in der 26. Minute die bis dato beste Torchance, als Nico Möller den Ball aus zwölf Metern an die Lattenunterkante schoss. Besser machte es sein Teamkollege Blahout mit einem Kopfball zum 1:1. Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang Schrader sogar noch das 2:1. Nach dem Wiederanpfiff war es dann Ganvoula, der mit einem Doppelpack innerhalb von drei Minuten die Bochumer in die nächste Runde führte.

SSV Ulm 1846 - 1. FC Heidenheim 0:2 (0:1)

In einem umkämpften schwäbischen Erstrunden-Derby setzte sich Zweitligist 1. FC Heidenheim am Samstag beim Regionalligisten SSV Ulm 1846 2:0 (1:0) durch. Ein frühes Tor von Robert Leipertz in der siebten Minute und ein verwandelter Foulelfmeter von Kapitän Marc Schnatterer (71.) sorgten für das Weiterkommen der favorisierten Gäste. In der vergangenen Saison hatte Heidenheim mit dem Einzug ins Viertelfinale und einer spektakulären 4:5-Niederlage beim FC Bayern für Furore gesorgt. Im Ulmer Donaustadion münzte der FCH seine anfängliche Überlegenheit zur schnellen Führung um. Der gastgebende Viertligist bemühte sich zunehmend um den Ausgleich, und es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Dann aber verursachte Ulms Torhüter Christian Ortag unglücklich den Foulelfmeter an David Otto. Schnatterer nutzte die Chance zur Vorentscheidung.

1. FC Magdeburg - SC Freiburg 0:1 n.V. (0:0, 0:0)

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Luca Waldschmidt erlöste den SC Freiburg in der Verlängerung.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Shootingstar Luca Waldschmidt hat Fußball-Bundesligist SC Freiburg vor dem frühen Aus bewahrt. Der Torschützenkönig der U21-EM erlöste die schwachen Breisgauer beim 1:0 (0:0) nach Verlängerung beim Drittligisten 1. FC Magdeburg mit dem späten Führungstreffer (93.). Das Team von Trainer Christian Streich offenbarte eine Woche vor dem Bundesligastart trotz des Einzugs in die zweite Runde aber noch einige Defizite, Freiburg tat sich gegen hochmotivierte Magdeburger schwer. Im Aufbauspiel suchte der Bundesligist zumeist den Weg durch das Zentrum, leistete sich dabei aber zu viele Fehlpässe und verlor den Ball so oft schon im Mittelfeld. Zweitliga-Absteiger Magdeburg zeigte dagegen keine Scheu und machte vor allem über den rechten Flügel viel Dampf, verpasste es jedoch, aus der Anfangsoffensive Kapital zu schlagen.

FC 08 Villingen - Fortuna Düsseldorf 1:3 n.V. (1:1, 1:0)

Fortuna Düsseldorf ist nach einer vielversprechenden Vorbereitung nur mit viel Mühe in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel quälte sich beim Oberligisten FC Villingen zu einem 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung - aufgrund der guten Testspiele war ein deutlich lockerer Auftakt in die Pflichtspielsaison erwartet worden. Steven Ukoh (42./Foulelfmeter) brachte den krassen Außenseiter überraschend in Führung. Im zweiten Durchgang gelang Nana Ampomah (56.) der zwischenzeitliche Ausgleich, ehe der 18-jährige Kelvin Ofori (102.) und Rouwen Hennings (117.) die Partie in der Verlängerung noch zugunsten des Fußball-Bundesligisten drehten.

SC Verl - FC Augsburg 2:1 (2:0)

Fußball-Bundesligist FC Augsburg ist nach einer schwachen Vorstellung ausgeschieden. Die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt, die bereits zum dritten Mal in den vergangenen sechs Jahren an der Auftakthürde scheiterte, unterlag beim Regionalligisten SC Verl verdient 1:2 (0:2). Die Pokalsensation für die Hausherren begann durch ein Eigentor von Augsburgs Neuzugang Marek Suchy (9.). Vor der Pause erhöhte Ron Schallenberg (23.) für die Ostwestfalen, die sich zum ersten Mal seit 2010 und zum insgesamt sechsten Mal für den DFB-Pokal qualifiziert hatten. Der Anschluss durch Andre Hahn (83.) per Foulelfmeter kam zu spät, erstmals in der Vereinsgeschichte schaltete Verl einen Erstligisten aus.

1. FC Kaiserslautern - FSV Mainz 05 2:0 (0:0)
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Der FSV Mainz 05 hat sich im brisanten Duell mit dem einst so ruhmreichen Nachbarn 1. FC Kaiserslautern blamiert und ist in dieser Verfassung noch nicht bereit für den Ligastart. Der Fußball-Bundesligist unterlag in der ersten Runde des DFB-Pokals vor 40.694 Zuschauern im Hexenkessel auf dem Betzenberg mit 0:2 (0:0) beim Drittligisten. Manfred Starke traf mit einem umstrittenen Foulelfmeter (62.) zur Führung für die Roten Teufel, die sich über die Prämie in Höhe von 351.000 Euro freuen dürfen. Mainz-Keeper Florian Müller schien den Strafstoß zunächst pariert zu haben, der Ball aber drehte sich danach langsam über die Torlinie. Florian Pick (90.) machte alles klar. Die Mainzer haben vor ihrem ersten Punktspiel am Samstag beim SC Freiburg noch jede Menge Arbeit vor sich.

Alemannia Aachen - Bayer Leverkusen 1:4 (0:2)

Mit mehr Mühe als gedacht hat Bayer Leverkusen die 2. Runde erreicht. Beim 4:1 (2:0) bei Regionalligist Alemannia Aachen benötigte der Champions-League-Teilnehmer ein Eigentor von Alemannia-Kapitän Peter Hackenberg (19. Minute), um in die Spur zu finden. Kevin Volland nach Vorlage von Neuzugang Nadiem Amiri (39.), der Sekunden zuvor eingewechselte Leon Bailey (72.) und der in Aachen geborene Nationalspieler Kai Havertz (88.) sicherten den nur auf den ersten Blick ungefährdeten Erfolg. Die mit einem Punkt aus zwei Spielen schwach in die Regionalliga-Saison gestarteten Aachener verkauften sich in ihrem ersten DFB-Pokalspiel seit sieben Jahren teuer. Nach dem 1:2 durch Stipe Batarilo (57.) durfte die Alemannia, die 2004 das Pokalfinale erreicht hatte (2:3 gegen Bremen), sogar kurzzeitig erneut von einer großen Überraschung träumen.

SV Drochtersen/Assel - Schalke 04 0:5 (0:1)
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Der FC Schalke 04 hat seine Pflichtaufgabe bei der SV Drochtersen/Assel souverän gelöst. Beim Pflichtspiel-Debüt ihres neuen Trainers David Wagner kamen die Knappen beim Nord-Regionalligisten zu einem verdienten 5:0 (1:0)-Erfolg und zogen letztlich locker in die zweite Hauptrunde ein. Vor 8000 Zuschauern im Kehdinger Stadion trafen Steven Skrzybski (44. Minute), Guido Burgstaller (61./83.), Daniel Caligiuri (65./Foulelfmeter) und Münir Levent Mercan (73.) für den klar favorisierten Bundesligisten. Der tat sich wie 2016 Borussia Mönchengladbach und im Vorjahr Bayern München (jeweils 1:0-Siege) lange schwer, siegte am Ende aber sicher. Die Drosseln können sich mit garantierten 175.500 Euro Gage plus Einnahmen aus dem Ticketverkauf über das Pokal-Aus hinwegtrösten.

TuS Dassendorf - Dynamo Dresden 0:3 (0:1)

In dem aus Sicherheitsgründen aus dem schleswig-holsteinischen Dassendorf ins über 500 Kilometer entfernte Zwickau verlegte Spiel quälte sich Dynamo lange, ehe Löwe (37.) aus spitzem Winkel traf. Die Führung gab dem Zweitliga-Letzten allerdings keine Sicherheit, so dass Dassendorf immer wieder gefährliche Situationen hatte. Der Treffer von Burnic (75.), der bereits die Führung vorbereitet hatte, nahm dem Fünftligisten dann allerdings die Moral. Der eingewechselte Röser (77.) stellte nach Pass von Burnic den Endstand her.

FC Viktoria 1889 Berlin - Arminia Bielefeld 0:1 (0:1)

Der ostwestfälische Fußball-Zweitligist kam trotz spielerischer Überlegenheit nur zu einem knappen Erfolg beim Berliner Landespokalsieger. Andreas Voglsammer (15. Minute) erzielte vor 4503 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark per Kopfball nach einer Ecke von Jonathan Clauss den entscheidenden Treffer für das Team von Trainer Uwe Neuhaus. Viktoria hatte über weite Strecken des Spiels zwar weniger als 30 Prozent Ballbesitz, kam aber in einer Drangphase durch Cimo Röcker (19.), Rafael Brand (23.) und Yannis Becker (27.) zu guten Ausgleichschancen. In der zweiten Hälfte verpassten es Joakim Nilsson (50.) und Clauss (67.), die Partie vorzeitig für Arminia zu entscheiden.

Wacker Nordhausen - Erzgebirge Aue 1:4 (1:1)

Vor 4347 Zuschauern traf Joy-Lance Mickels (22.) für den Außenseiter. Tom Baumgart (38.), Jan Hochscheidt (57.) und Pascal Testroet (80./84.) drehten das Spiel zugunsten des Favoriten. Nordhausen verlor zudem Kapitän Tobias Becker (74.) durch eine Gelb-Rote Karte. Aue ließ sich zunächst überraschen, Mickels schloss einen Konter eiskalt ab. Doch schon vor der Pause glich Baumgart mit einem satten Schuss innerhalb des Strafraums aus. Nach der Pause erhöhte Aue den Druck massiv und nach einer Flanke von Clemens Fandrich köpfte Hochscheidt die Sachsen in Führung. Erst per Kopf und dann mit einem Schuss aus kurzer Distanz war in der Endphase Torjäger Testroet zur Stelle.

Quelle: n-tv.de, tsi/sid/dpa

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