Fußball

Kein Top-Platz für Lewandowski Wo soll's denn hingehen, Robert?

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Bei den Champions-League-Favoriten ist aktuell kein Platz für Robert Lewandowski.

(Foto: AP)

Warum Robert Lewandowski den FC Bayern verlassen will, sagt er nicht. Auch sein Berater will die Gründe nicht verraten. Vielleicht auch besser so, denn der Stürmer würde sich damit ja seiner Optionen berauben.

Es gibt eine Trophäe im Weltfußball, die wird Robert Lewandowski ganz sicher nie in den Händen halten. Der Grund dafür ist einfach: Seine polnische Nationalmannschaft ist nicht stark genug, um den WM-Pokal zu gewinnen. Lewandowski trägt dieses Schicksal nicht alleine. Denn auch der Waliser Gareth Bale wird nie Weltmeister werden, der Ägypter Mo Salah wird's ebenfalls nicht und vermutlich bleibt selbst den ewigen Weltfußballern Cristiano Ronaldo und dem argentinischen Zauberlehrling Lionel Messi der Triumphkuss auf der "Fifa World Cup Trophy" verwehrt.

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Zu welchem Verein sollte Robert Lewandowski wechseln?

Nun, Messi, Bale und Ronaldo haben den Makel des internationalen Titels kompensiert. Sie haben mit dem FC Barcelona und Real Madrid gleich mehrfach die Champions League gewonnen. Ronaldo ist mit Portugal gar Europameister. Bleiben noch Salah und Lewandowski. Der Ägypter des FC Liverpool ist mit 25 Jahren noch jung, hat alle Möglichkeiten. Der Pole ist mit fast 30 Jahren nicht mehr so jung, hat also nur noch wenige Möglichkeiten. Und das weiß er. Lewandowski gehört zu den cleveren Fußballern seiner Zeit. Seine Karriere zum Weltklassespieler hat er perfekt geplant: Lech Posen, Borussia Dortmund, FC Bayern und ...? Nun, da hakt's.

Lewandowski will weg. Das weiß im Prinzip jeder, der in den vergangenen Monaten die Berichte um den Polen verfolgt hat. Neu ist nun nur, dass er über seinen Berater Pinhas Zahavi verbreiten lässt, er habe die Münchner Klubführung um Freigabe für einen sofortigen Wechsel gebeten. Die schweigt sich vorerst aus, hat aber stets betont, hart bleiben zu wollen. Schließlich gilt der Angreifer als fast einziger Spieler im Kader des Rekordmeisters als unverzichtbar. Daran hat selbst die Winterfußballer-Diskussion rund um das bittere Königsklassen-Aus des FC Bayern gegen Real Madrid im April nur wenig geändert. Ebenso wie die internationale Titellosigkeit des Angreifers.

Nicht das Geld, nicht ein Klub

"Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht", so erklärt der Berater des Polen die Gründe für die angestrebte Freigabe. Die Beweggründe seien "nicht Geld oder ein bestimmter Klub". Das sei auch gar nicht nötig, denn fast alle Topklubs hätten "den besten Stürmer" der Welt ja gerne im eigenen Aufgebot. So ganz scheint das nicht zu stimmen. Real Madrid, ein Verein, für den sich der Pole erwärmen könnte, hat offenbar kein Interesse an einer Verpflichtung. Womöglich, weil sie an einem Neymar-Deal feilen oder auch weil sie mit Karim Benzema einen Stürmer haben, der trifft, wenn's wichtig ist - doppelt gegen die Bayern im Champions-League-Halbfinale, einfach im Endspiel gegen den FC Liverpool - und sich zumindest nicht öffentlich darüber beklagt, dass seine Mitspieler immer eher Ronaldo suchen als ihn. Eine Eigenschaft, die der Franzose dem Polen voraus hat.

Was also bleibt außer einem Verbleib beim FC Bayern, an den Lewandowski bis 2021 gebunden ist, wo Niko Kovac Trainer wird und niemand weiß, wie sich das Engagement des Top-Klub-Debütanten international auf die Münchner auswirkt? Der FC Barcelona? Kein Gerücht. Kein Interesse. Die Katalanen stecken ihre ganze Wucht in eine Verpflichtung des von ihnen heftig umworbenen Atlético-Angreifers Antoine Griezmann. Paris St. Germain? Hat Kylian Mbappe. Hat noch Neymar. Und hat auch noch Edinson Cavani. Und mit den beiden Südamerikanern ein nicht ausgeräumtes Alphatier-Problem. Wohin also mit Lewandowski, der zwar nicht für Dembélé'sche Streikerpressungen oder Aubameyang'sche Provokationen taugt, wohl aber für aufsehenerregende Sticheleien gegen seinen Arbeitgeber über lancierte Interviews, irritierende Mitspieler-Kritik oder eine kurze Respektlosigkeit gegenüber dem Trainer.

Die Insel? Spannend, aber nicht titelreif

Im Kosmos der Königsklassen-Favoriten wird's also eng. Manchester City vielleicht noch? Mit Trainer Josep Guardiola, dem der Pole einst vorwarf, eine Mannschaft nicht bis zum Saisonende auf Top-Niveau halten zu können? Das mit Sergio Agüero sowie den jungen Jesus und Leroy Sané offensiv herausragend mit bester Perspektive besetzt ist. Und sonst? Der FC Liverpool mit Ex-Coach Jürgen Klopp? Bräuchte dringend einen weiteren starken Mittelstürmer, hat dank Salah, Sadio Mané und Roberto Firmino aber keine Planstelle als Sturmchef frei. Manchester United? Hat den belgischen Büffel Romelo Lukaku. Jung, stark, torgefährlich. Der FC Chelsea? Hat von allen aufgezählten Vereinen den größten Bedarf nach einer neuen Sturmwucht, Álvaro Morata, Olivier Giroud oder Michy Batshuayi (war ausgeliehen an den BVB) spielen nicht in Lewandowskis Liga. Was alle Teams gemeinsam haben: Spannende Klubs in einer spannenden Liga mit sehr viel Geld (aber darum geht's ja nicht) - allerdings ohne Titelgarantie, weder national und derzeit schon gar nicht international.

Aber vielleicht zieht's Lewandowski ja auch gar nicht zu einem "FC Ruhm". Berater Zahavi hat die Gründe ja offengelassen. Was Arminia Bielefeld ins Spiel bringt, die twittern den Polen direkt an: "Du suchst eine neue Herausforderung? Geld ist dir nicht so wichtig? Dann bist du bei uns in Ostwestfalen genau richtig." Trainingsauftakt ist am 28. Juni, wir freuen uns auf dich!" An dem Tag übrigens spielt Lewandowski mit Polen gegen Japan. Er spielt dann im Fernduell gegen Kolumbien und den Senegal um den Einzug ins WM-Achtelfinale. Kann klappen, muss aber nicht. Ist aber auch egal. Denn mit dem Titel wird's so oder so nix.

Quelle: ntv.de

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