Technik

Ortung auf den Zentimeter Bluetooth 5.1 hilft beim Suchen und Finden

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Wo muss ich hin? Bluetooth 5.1 hilft bei der Orientierung in Gebäuden.

(Foto: Bluetooth SIG)

Eine neue Bluetooth-Version hilft Nutzern, sich in Gebäuden besser zurechtzufinden und verlegte Gegenstände schneller aufzuspüren. Die Funktion heißt "Direction Finding" und ist eine der wichtigsten Neuerungen von Bluetooth 5.1.

Bluetooth gehört zu den wichtigsten Funkstandards im Leben der meisten Menschen, die ein Smartphone besitzen. Sie verbinden sich drahtlos mit Lautsprechern und Kopfhörern oder mit dem Audio-System im Auto, koppeln smarte Wearables oder öffnen und schließen damit Tür- und Fahrradschlösser. Welche Bluetooth-Version sie dabei nutzen, wissen wohl die wenigsten. Dabei brachte schon der Umstieg von Bluetooth 4.2 auf Bluetooth 5.0 viel Neues. Der neue Standard Bluetooth 5.1 bringt jetzt noch eine entscheidende Neuerung.

Bluetooth als Navigationssystem

Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) hat die Spezifikationen für Bluetooth 5.1 veröffentlicht und ein Detail macht den neuen Standard besonders interessant. Die Funktion "Direction Finding" erlaubt es, Objekte, die ein Bluetooth-Signal aussenden, im Raum zentimetergenau zu orten. Bereits mit der Vorgängerversion war es möglich, etwa anhand der Signalstärke die ungefähre Entfernung zu einem Kommunikationspartner zu bestimmen. "Direction Finding" misst jetzt aber nicht nur die Entfernung viel genauer, sondern erkennt auch, aus welcher Richtung das Signal kommt. Nutzer können damit etwa einen verlegten Schlüsselbund mit Bluetooth-Anhänger wiederfinden, in Museen punktgenau Informationen zu den ausgestellten Werken bekommen oder sich in großen Gebäuden wie Bahnhöfen, Flughäfen oder Einkaufszentren zurechtfinden.

Zur Positionsbestimmung kommen zwei verschiedene Dienste zum Einsatz: Real Time Location Services (RTLS) und Indoor Positioning Systems (IPS). RTLS ist für Unternehmen nützlich, etwa für Warenhäuser oder die Logistikbranche. Das System hilft dabei, etwa Werkzeuge, Geräte oder Waren im Lager zu finden. Dabei wird das Verfahren der Triangulation genutzt, für das drei Bluetooth-Elemente erforderlich sind. Von zwei Punkten aus, deren Abstand bekannt ist, kann ein dritter Punkt per Winkelmessung genau im Raum lokalisiert werden. Die Genauigkeit liegt ohne Direction Finding bei ein bis zehn Metern, die neue Technologie erlaubt laut SIG zentimetergenaue Ortungen.

Langsame Verbreitung

Mit IPS wird ein Bluetooth-Gerät, wie es der Name schon andeutet, zum Navigationsgerät innerhalb von Räumen und großen Gebäuden, in denen andere Ortungstechnologien wie GPS oder WLAN an ihre Grenzen geraten. IPS wird mit Direction Finding ebenfalls genauer, außerdem bedarf es weniger sogenannter "Bluetooth-Beacons" für die Kommunikation mit den Endgeräten, etwa in Einkaufszentren. Direction Finding bedient sich sogenannter Antennen-Arrays auf einer der Kommunikationsseiten, also einem Set aus zwei oder mehreren Antennen, die miteinander kommunizieren. Kleine Distanzunterschiede werden gemessen und dienen der Positionsbestimmung.

Bis erste Geräte mit dem neuen Bluetooth-Standard auf den Markt kommen, kann es aber noch etwas dauern. Bluetooth 5 wurde im Sommer 2016 vorgestellt, spätestens Anfang 2017 sollte der Standard zur Verfügung stehen, doch selbst Ende 2018 war der Vorgänger Bluetooth 4.2 noch weit verbreitet. Die Bluetooth-SIG rechnet mit einer flächendeckenden Verbreitung erst 2020.

Quelle: n-tv.de, jwa

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