Technik
(Foto: jwa)
Montag, 27. Juli 2015

Mittelklasse im Flaggschiff-Look: Das M4 Aqua ist ein schicker Wassermann

Von Johannes Wallat

Sonys Xperia M4 Aqua ist ein flottes Mittelklasse-Smartphone mit LTE, gutem Display und wasserfestem Gehäuse. Es kostet wenig und kann viel, ganz ohne Minuspunkte kommt es aber nicht aus.

Das Xperia M4 Aqua ist nur ein Mittelklasse-Smartphone. Wer das nicht weiß, könnte es auf den ersten Blick aber leicht Sonys Oberklasse zuordnen. Erst wenn man es in die Hand nimmt, erkennt man den Unterschied: Wo bei Sonys Flaggschiffen Glas und kühles Metall zum Einsatz kommen, setzen die Japaner in der Mittelklasse auf Kunststoff. Das macht aber gar nichts, denn bei der Ausstattung hat Sony sich nicht lumpen lassen.

Sonys Omnibalance gibt auch beim M4 Aqua den Ton an.
Sonys Omnibalance gibt auch beim M4 Aqua den Ton an.(Foto: jwa)

Das Design des M4 Aqua folgt ganz Sonys "Omnibalance"-Linie, die mit dem Xperia Z eingeführt und seitdem nur behutsam weiterentwickelt wurde. Die glatte Vorder- und Rückseite, der metallisch anmutende Kunststoffrahmen, die Power-Taste in der Gerätemitte (die recht klein ist und tief im Gehäuse liegt und sich deshalb nur schwer herunterdrücken lässt), die Lautstärkewippe, die Kamerataste, alles am M4 Aqua erinnert an Sonys jüngstes Flaggschiff, das Xperia Z3+.

Guter Akku, gutes Display

Auch die Gehäuseabmessungen sind nahezu identisch, allerdings hat das M4 etwas weniger Display: Der 5-Zoll-Bildschirm ist 0,2 Zoll kleiner und löst mit 1280 x 720 Pixeln auch nicht so knackig auf wie der Bildschirm des Z3+. Das fällt im direkten Sichtvergleich auf, stört im Praxiseinsatz aber nicht wirklich, die Pixeldichte ist mit 294 ppi noch ausreichend hoch für eine gute Darstellung. Die Helligkeit des Displays ist etwas niedriger, die Farbdarstellung etwas wärmer als beim Sony-Flaggschiff, das Schwarz ist einen Tick satter. 

Die wichtigsten technischen Daten
  • System: Android 5.0 Lollipop, Xperia UI
  • Display: 5 Zoll, 1280 x 720 Pixel (HD), 294 ppi
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 615, 8 Kerne, 64 Bit, 1,5 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 8 GB (+microSD)
  • Kamera: 13 Megapixel
  • Frontkamera: 5 Megapixel
  • LET Cat. 4, WLAN n, Bluetooth 4.1, NFC
  • IP65/68
  • Maße: 145,5 x 72,6 x 7,3 mm
  • Gewicht: 136 g

Die Software des M4 Aqua basiert auf Android 5.0 Lollipop, darüber liegt Sonys Benutzeroberfläche Xperia UI, die bei allen aktuellen Geräten einheitlich ist. Die Ausstattung mit Apps und Zusatzfunktionen ist weitgehend identisch mit Sonys Topmodellen, wenige Extras wie der Doppeltipp zum Einschalten des Displays oder die Bildoptimierung "X-Reality" fehlen. Erfreulich ist die Akkukapazität, mit 2400 Milliamperestunden bringt das M4 Aqua mehr Ausdauer mit als viele Konkurrenten. Laut Sony hält der Akku bis zu zwei Tage, im normalen Betrieb ist ein langer Tag aber realistischer. Im Standby entlädt sich der Akku kaum, der Stromsparmodus "Stamina" verschafft Extra-Laufzeit.

Kleine Abstriche müssen bei der Performance des M4 Aqua gemacht werden. Es reagiert auf Eingaben flott und ohne große Verzögerungen, Ruckler traten im Test kaum auf. Webseiten laden aber nicht ganz so flott wie beim Z3+, rechenintensive Aufgaben erledigt das Aqua etwas langsamer, ab und zu gönnt es sich eine Denkpause, in der ein bis zwei Sekunden lang nichts passiert. Mit seinem großen Bildschirm eignet es sich durchaus als Multimediazentrale. Bei grafisch aufwändigen Darstellungen im Benchmarktest Antutu traten kleine Ruckler auf, Spiele wie Real Racing 3 werden aber flüssig dargestellt.

Die Rückseite des M4 Aqua gleicht den Flaggschiff-Vorbildern bis ins Detail.
Die Rückseite des M4 Aqua gleicht den Flaggschiff-Vorbildern bis ins Detail.(Foto: jwa)

Zu wenig Speicher

Großes Manko: Der interne Speicher fasst nur 8 Gigabyte, das ist wenig, auch für Mittelklassegeräte. Davon stehen dem Nutzer zudem nur weniger als 4 GB zur Verfügung. Per Micro-SD-Karte kann der Speicher um bis zu 128 Gigabyte erweitert werden, manche Apps können auf den externen Speicher verschoben werden. Für Fotos und Videos empfiehlt es sich, als Speicherort von vornherein eine externe SD-Karte festzulegen. Das geht im Einstellungsmenü der Kamera-App, die so aussieht wie bei den Top-Modellen. Einige Funktionen und Aufnahmeparameter wurden beim M4 Aqua übernommen, leider damit auch die etwas umständliche Navigation durch die App und zwei ärgerliche Details: Um vom Aufnahme-Standard "Überlegene Automatik" zur HDR-Aufnahme zu wechseln, braucht es vier Fingertipps durchs Menü, Xperia-Neulinge müssen den Modus umständlich suchen; Panorama-Aufnahmen haben eine festgelegte Breite, bricht man die Aufnahme vorher ab, füllt ein grauer Balken das restliche Bild.

insgesamt bietet das Smartphone ein ausreichend gutes Fotopaket, Pluspunkt ist die zweistufige Kamerataste. Bilder werden mit 13 Megapixeln aufgenommen, die Bildqualität ist gut, besonders bei Tageslicht und für die Preisklasse von unter 300 Euro. Ärgerlich: Im Test versagte der Autofokus mitunter, so dass Aufnahmen falsch fokussiert und unscharf waren, der Weißabgleich arbeitete auch nicht immer korrekt. Die Frontkamera liefert ansprechende Bilder mit 5 Megapixeln Auflösung.

Damit ist das M4 Aqua ein gutes Mittelklasse-Smartphone, das durch sein Display, das Design und die Ausstattung überzeugt. Das wasserdichte Gehäuse und die eigene Kamera-Taste sind willkommene Extras, das aktuelle Android Lollipop ist ebenfalls bei längst nicht jedem Gerät dieser Preisklasse (UVP: 279 Euro) an Bord. Die Kamera selbst ist nur Mittelmaß, der winzige interne Speicher der einzige wirkliche Minuspunkt.

Quelle: n-tv.de

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