Technik

Beoplay A1 und Acme Bat im Test Edel-Box versus Schnäppchen-Speaker

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(Foto: jwa)

Bei Lautsprechern ist nichts so wichtig wie guter Klang. Doch erst das Design macht Ohrenschmeichler zu begehrenswerten Vorzeigeobjekten. n-tv.de testet zwei schicke kreisrunde Bluetooth-Speaker - einen edlen und teuren sowie einen günstigen mit versteckten Talenten.

Die Dänen von Bang & Olufsen sind bekannt für ihre hochwertigen Audio-Produkte. Wer sich für Lautsprecher, Kopfhörer oder Hifi-Anlagen aus der Hand der Skandinavier entscheidet, setzt auf Qualität. Das hat natürlich seinen Preis: Der portable Bluetooth-Lautsprecher Beoplay A1 kostet rund 250 Euro. Klangkünstler für daheim und unterwegs gibt es freilich auch schon deutlich günstiger. Der Acme Bat beweist, dass auch ein Lautsprecher für 30 Euro gut aussehen kann und ordentlich klingt. Wo liegen die Unterschiede? Ist der Beoplay sein Geld wert und was kann man vom Bat wirklich erwarten? n-tv.de macht den Test.

Ungleiche Gegner?

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Gepflegt abhängen: Beoplay und Bat haben ein Aufhängebändchen.

(Foto: jwa)

Zugegeben: Ein Vergleich zwischen Bat und Beoplay kann nicht fair sein - zu groß ist der Preisunterschied, zu unterschiedlich der Anspruch und die potenzielle Käuferschicht. Aber er ist interessant, denn so zeigt sich, was im oberen und im oberen Preissegment erwartet werden kann. Und mit dem spritzwassergeschützten, runden Gehäuse und dem Aufhängeband haben beide durchaus Ähnlichkeiten.

Der kleine Acme Bat (110 x 44 Millimeter) ist mit 220 Gramm nicht nur deutlich leichter und kleiner als der Beoplay (133 x 48 Millimeter, rund 600 Gramm). Er ist auch weniger hochwertig verarbeitet. Ein Metallgitter schützt die Lautsprechermembran, das Gehäuse ist aus Kunststoff, ein Gummiring an der Unterseite verhindert, dass er auf glatten Oberflächen wegrutscht. Nettes Detail: Dank Metallöse und Kordel kann der Bat überall hängen.  

Beim Beoplay ist mehr Gewicht im Spiel, die Verarbeitung ist edler, der Lautsprecher strahlt Hochwertigkeit aus. Ein Metallgitter schützt auch hier den Lautsprecher, allerdings ist es um den Rand gebogen und zieht sich an den Seiten bis zur Gehäusemitte. Die Unterseite ist mit gummiertem, rutschfesten Kunststoff verkleidet. Auch hier gibt es ein Band zum Aufhängen, das ist beim A1 aber aus Leder.

Rekordlaufzeit und Spitzenklang

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Der Beoplay A1 hat die Bedientasten dezent an der Seite.

(Foto: jwa)

Geladen werden beide über USB, eine volle Ladung dauert circa drei Stunden. Der Beoplay hat einen neuartigen USB-C-Anschluss, beim Bat passt ein Micro-USB-Stecker. In Sachen Akkulaufzeit hat der Bat mit seinen 700 Milliamperestunden (mAh) im Direktvergleich keine Chance: Die ordentlichen 8 Stunden Wiedergabezeit übertrifft der Beoplay mit 2200 mAh und bis zu 24 Stunden Laufzeit bei mittlerer Lautstärke - ein Spitzenwert auch in seiner Preisklasse.

Auch beim Klang hat der Beoplay deutlich die Nase vorn. Musik klingt klar und mit viel Körper, Bässe kommen warm und akzentuiert, Höhen sind angenehm zurückgenommen. Die maximale Lautstärke (2x 30 Watt, 2 x 140 Watt "Peak Power") reicht für kleine Runden im Freien oder die angenehm laute Beschallung eines Wohnraums locker aus. Beim Acme Bat müssen Klangästheten Abstriche machen. Auch bei mittlerer Lautstärke klingen Höhen aus dem 3-Watt-Lautsprecher relativ scharf und schneidend, tiefe Bässe sind nicht hörbar, das Klangbild ist insgesamt flacher und bei hohen Lautstärken etwas verzerrt. Die maximale Lautstärke ist deutlich niedriger als beim Beoplay.

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Beim Acme Bat sitzen die Kontrollelemente gut zu erreichen in der Mitte.

(Foto: jwa)

Beide können als Freisprecheinrichtung auch Anrufe entgegennehmen. Hier ist der Acme Bat etwas im Vorteil, beim Telefonieren konnten beide Seiten einander besser und klarer verstehen als beim Beoplay. Die geringe Basskraft und die stärkere Betonung der Höhen beim Bat machen sich hier bezahlt. Auch bei der Sprachwiedergabe, zum Beispiel von Hörbüchern, Inforadio oder Podcasts, konnte der Bat überzeugen, hier neigte der Beoplay in der Standardeinstellung zu etwas dumpfer Wiedergabe. Großer Vorteil: Mit der passenden Beoplay-App können Nutzer den Sound individuell anpassen. Zur Not tut's sonst aber auch ein Equalizer auf dem Handy. 

Versteckte Stärken

Wirklich überzeugen kann der Acme Bat in zwei Bereichen. Das Bedienungskonzept ist sehr gelungen, ein Drehrad mit einem Knopf in der Mitte ist das zentrale Steuerungselement. Die Lautstärke wird hier geregelt, Anrufe werden angenommen oder abgelehnt, für Play, Pause und Power drückt man die Taste in der Mitte. Das funktioniert zuverlässig und intuitiv, vor allem die Lautstärkeregelung per Drehrad ist gelungen. Beim Beoplay sitzen die Bedientasten hinter minimalistischen Symbolen an der Seite, unsichtbar verborgen hinterm Kunststoffmantel. Das sieht zwar stylisch aus, ist aber für die schnelle und treffsichere Bedienung eher unpraktisch, da man die Schaltflächen erst suchen muss.    

Verstecktes Highlight beim Acme Bat ist der Audio-Ausgang. Musik empfängt er via Bluetooth oder 3,5-Millimeter-Klinke. Auf Wunsch kann er diese aber auch weitergeben, und zwar ebenfalls per Klinkenkabel. Das ist auf den zweiten Blick wirklich nützlich, denn so ist der Bat nicht nur ein drahtloser Speaker, sondern kann auch als Bluetooth-Empfänger dienen, der an der Stereoanlage oder den Aktivboxen in der Küche hängt. Ähnliche Empfänger gibt es zwar ebenfalls für rund 30 Euro, dann allerdings ohne Lautsprecher.

So ist der Beoplay der klare Gewinner, was Klang, Verarbeitung, Akkulaufzeit und App-Support angeht. Der Preis von 250 Euro ist hoch, geht aber für die gebotene Qualität in Ordnung. Der Acme Bat überzeugt dafür mit dem besseren Bedienkonzept, klingt beim Freisprechen gut und hat mit seiner Audio-Output-Funktion ein wirklich nützliches Zusatzfeature, das man bei einem Gerät für 30 Euro nicht unbedingt erwarten darf.

Quelle: ntv.de