Technik
Teac TN-300 wird auch in Schwarz, Weiß, Rot oder im Kirschholz-Look verkauft.
Teac TN-300 wird auch in Schwarz, Weiß, Rot oder im Kirschholz-Look verkauft.(Foto: kwe)
Freitag, 09. Februar 2018

Günstiger Turntable mit Stil: Gut aufgelegt mit dem Teac TN-300

Von Klaus Wedekind

Wer einen Plattenspieler für seine Vinyl-Scheiben sucht, sollte sich mal den Teac TN-300 ansehen und anhören. Er ist ein schicker und moderner Klangkünstler für alte und neue Plattensammler, die nicht allzu tief in die Tasche greifen möchten.

Lange Zeit war die Auswahl an guten Plattenspielern, die nicht unverschämt teuer oder billiger Ramsch waren, sehr klein. Doch in den vergangenen Jahren hat sich das mit dem Vinyl-Boom geändert. Weil immer mehr Musikfreunde Schallplatten neu entdecken oder andere zurück in die analoge Spur finden, wächst das Angebot an bezahlbaren, aber guten Geräten. n-tv.de hat aufgrund einer lobenden Erwähnung bei Stiftung Warentest den Teac TN-300 ins Wohnzimmer geholt, der im Internet schon für rund 275 Euro zu haben ist.

Sieht teurer aus als er ist

Optisch ist der Plattenspieler mit seinem flachen, glänzenden Gehäuse und den matten Aluminium-Bauteilen ein Leckerbissen. Aus Kunststoff ist bei ihm eigentlich nur die Abdeckhaube und die Plattentellermatte. Er sieht wesentlich teurer aus als er tatsächlich ist - und er fühlt sich auch so an. Doch der Teac ist nicht nur ein hübscher, sondern auch ein guter Plattenspieler.

Der Plattenspieler kann direkt via USB mit Computern verbunden werden.
Der Plattenspieler kann direkt via USB mit Computern verbunden werden.(Foto: kwe)

Der Körper des rund 5 Kilo schweren Teac besteht aus einer mehrschichtig furnierten Holzfaserplatte (MDF), die unerwünschte Resonanzen recht gut schluckt. So hat er es im Test beispielsweise verziehen, wenn die Boxen mit ihm auf einen Tisch platziert wurden oder Schritte über den Holzboden nicht auf die Nadel übertragen. Der Motor mit Riemenantrieb läuft dabei ruhig und gleichmäßig, auch wenn man ihn bei Musikpausen ein wenig hören kann.

Keine Automatik

Viel Arbeit haben Käufer bis zum ersten Vinyl-Einsatz nicht. Sie müssen lediglich den Alu-Plattenteller aufsetzen, den Riemen über die Antriebswelle ziehen und das Tonabnehmer-System aufschrauben.  Außerdem muss man das Gegengewicht am Tonarm befestigen, ausbalancieren und den Auflage-Druck einstellen. Das kriegen mit der erfreulich vollständigen deutschen Anleitung auch Anfänger problemlos hin.

Wer früher einen Plattenspieler mit Automatik hatte, wird sich daran gewöhnen müssen, dass der TN-300 nicht selbstständig stoppt, wenn die Platte zu Ende ist und man die Nadel selbst absenken und anheben muss. Eine einfachere Mechanik bedeutet, dass weniger kaputt gehen kann. Viele Vinyl-Liebhaber verzichten aber auch freiwillig auf eine Automatik.

Der TN-300 ist anschlussfreudig.
Der TN-300 ist anschlussfreudig.(Foto: kwe)

 Das Antiskating, das verhindert, dass der Tonarm in eine Richtung zieht, soll man laut Anleitung per Gehör einstellen. Also so, dass beide Kanäle gleich laut sind. Kann man versuchen. Besser und einfacher ist es, im Plattenladen des Vertrauens nach einer Scheibe zu fragen, die auf einer Seite keine Rille hat. Setzt man die Nadel auf der glatten Seite auf und sie bleibt ruhig am Ort stehen, ist alles perfekt.

Passendes System

Das mitgelieferte Tonabnehmersystem AT95E von Audiotechnika ist zwar günstig, aber nicht schlecht. Wenn man den Plattenspieler an Mittelklasse-Anlagen oder -Boxen anschließt, ist es völlig ausreichend. Es macht eine gute, ausgewogene Arbeit, kann allerdings nicht immer alle Feinheiten herausarbeiten. Wer anspruchsvoller ist, kann Geld in ein besseres MM-System investieren. Dabei sollte man sich aber beraten lassen oder gut recherchieren, um das passende System für den eigenen Musikgeschmack sowie Alter und Art der Platten zu finden. Wer an diesem Punkt angelegt ist, kauft sich aber vielleicht besser gleich einen teureren Turntable.

Neben einer mehr als soliden Klang-Leistung sind der eingebaute, zuschaltbare Phono-Vorverstärker und ein integrierter A/D-Wandler zwei große Pluspunkte des Teac TN-300. Damit kann man den Plattenspieler direkt an jeden Verstärker oder selbstständige Boxen anschließen. n-tv.de hat den Turntable unter anderem mit einem Sonos Play:5 der ersten Generation und dem 2.0-System Edifier S1000DB betrieben.

Über den USB-Ausgang findet der Plattenspieler außerdem direkt Kontakt zu Computern, um analoge Vinyl-Schätze zu digitalisieren. Man benötigt lediglich noch eine Software, um die Musik in CD-Qualität oder als MP3 zu speichern. Im Test kam dafür "VinylStudio" von Alpin Soft zum Einsatz, man kann aber auch ein anderes Programm nutzen, beispielsweise das kostenlose Audacity.

Mit Extra-Hardware noch besser

Die Ergebnisse, die der TN-300 beim Digitalisieren liefert, können sich hören lassen. Allerdings fallen sie im Klang im Vergleich zur Live-Wiedergabe des Plattenspielers etwas ab. Auch hier gilt: Es kommt darauf an, mit welcher Hardware man die Musik abspielt. Hörbar bessere Ergebnisse erzielte im Test der Einsatz eines Griffin iMic als zwischengeschalteter A/D-Wandler.

Alles in allem ist der Teac TN-300 ein guter bis sehr guter Plattenspieler für Neu- und Wiedereinsteiger, weil er ein glänzendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Sein Straßenpreis ist untere Mittelklasse, aber er klingt wie gehobene Mittelklasse. Dazu ist der TN-300 hochwertig verarbeitet, sieht klasse aus und ist anschlussfreudig.

 

Teac TN-300-B HiFi-Plattenspieler (Riemenantrieb, 33/45rpm, USB-Ausgang für Mac/PC, Line/Phono Umschalter) schwarz
EUR 291,68
EUR 399,00
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Quelle: n-tv.de