Technik

Urteil im Telekom-Prozess Hacker zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Durch den Hacker-Angriff des 29-Jährigen entstand der Deutschen Telekom ein Schaden von gut zwei Millionen Euro.

(Foto: picture alliance / Marius Becker)

Acht Monate nach einem Hackerangriff auf Router der Deutschen Telekom verurteilt das Landgericht Köln den Drahtzieher zu einem Jahr und acht Monate auf Bewährung. Der 29-Jährige ist während des Prozesses geständig. Seinen Auftraggeber nennt er auch.

Im Kölner Prozess um einen weltweiten Cyberangriff mit Millionenschaden für die Telekom hat das Landgericht Köln den geständigen Hacker zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Auf freien Fuß kommt der Hacker nicht: Großbritannien hat bereits seine Auslieferung beantragt. In seinem Heimatland wird wegen weiterer Hacker-Angriffe und Banken-Erpressung gegen ihn ermittelt.

Der 29-Jährige hatte zugegeben, im vergangenen November Router attackiert zu haben, um sie in ein sogenanntes Botnetz zu integrieren. Durch den Angriff entstand der Deutschen Telekom nach eigenen Angaben ein Schaden von gut zwei Millionen Euro.

Bei Botnetzen werden internetfähige Geräte zusammengeschaltet, um sie dann beispielsweise zum Verschicken von Spam-Mails zu nutzen und Server lahmzulegen. Als Auftraggeber der Hackerattacke nannte der Angeklagte in dem Kölner Prozess ein liberianisches Telekommunikationsunternehmen, das mit dem Angriff einen liberianischen Konkurrenzprovider treffen wollte.

Brite sitzt in Untersuchungshaft

Bei den Telekom-Routern hatte der Brite mit seinem Cyberangriff allerdings keinen Erfolg - das Unternehmen hatte die Schwachstelle in den Routern zuvor bereits geschlossen. Die Attacke führte aber dazu, dass fast 1,25 Millionen Endkundenanschlüsse des Unternehmens vorübergehend ausfielen.

Der Brite war im Februar an einem Londoner Flughafen festgenommen worden und sitzt seit seiner anschließenden Auslieferung nach Deutschland in Untersuchungshaft. Auf die Spur des 29-Jährigen kamen die Ermittler durch technische Nachforschungen der Telekom und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI).

Quelle: ntv.de, jki/dpa