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iPhone 6 hat Designprobleme Huawei-Chef zieht gerne das Kürzere

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Das Huawei Ascend Mate 7 im Größenvergleich mit dem iPhone 6 Plus und dem iPhone 6.

(Foto: Richard Yu)

Kurz vor dem Verkaufsstart des iPhone 6 Plus veröffentlicht Huawei-Chef Richard Yu Fotos, auf denen sein Ascend Mate 7 mit Apples Phablet verglichen wird. Dabei geht es vor allem um die Länge. Auch ein verschwundener Kameraring verdirbt Apple etwas die Feierlaune.

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Das Verhältnis von Display und Rahmen ist beim Mate 7 wesentlich besser.

(Foto: Richard Yu)

Das iPhone 6 Plus ist zwar sehr dünn, aber auch sehr, sehr lang. Apples Problem beim Design seiner neuen Smartphones mit großen Displays ist der Home-Button. Er ist zwar ungeheuer praktisch, beherbergt den fast perfekten Fingerabdruck-Scanner und ist vielen treuen iPhone-Nutzern ans Herz gewachsen. Doch der Knopf benötigt auch viel Platz auf der Vorderseite. Dadurch ist bereits das iPhone 5 für ein Gerät mit 4-Zoll-Bildschirm schon relativ lang, aber in dieser Größenklasse spielt ein Zentimeter mehr oder weniger kaum eine Rolle.

Bei einem Smartphone, das kaum noch in die Hosentasche passt, kommt es aber auf jeden Millimeter an. Huawei-Chef Richard Yu weiß das und ist zu Recht stolz auf die Leistung seiner Ingenieure und Designer, die das 6-Zoll-Phablet Ascend Mate 7 zu einem Kraftprotz mit sehr schlanken Maßen gemacht haben. Vor allem freut sich der quirlige Chinese, dass sein Smartphone eigentlich nicht größer als das iPhone 6 Plus ist, das einen kleineren 5,5-Zoll-Bildschirm hat. Und das zeigt Yu auch.

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Da wo in der Seitenansicht der Kameraring zu sehen sein sollte, ist alles ganz glatt.

(Foto: Apple)

Im chinesischen sozialen Netzwerk Weibo hat er Fotos gepostet, auf denen das Ascend Mate 7 mit dem iPhone 6 Plus verglichen wird. Deutlich ist auf ihnen zu erkennen, dass die beiden Smartphones etwa gleich lang sind, den Werten nach ist das Mate 7 sogar 1,1 Millimeter kürzer. Da nützt es Apple kaum, dass das iPhone ein Stückch en schlanker und ein bisschen dünner ist. Schließlich hat der chinesische Konkurrent einen 4100 Milliamperestunden starken Akku unterm Aluminium - das iPhone 6 Plus kann viel weniger Strom tanken. Auch ein Fingerabdrucksensor ist an Bord, aber viel platzsparender auf der Rückseite. Ob so ein Vergleich für einen Unternehmenschef guter Stil ist, sei dahingestellt. Das Home-Button-Problem wird für Apple in Zukunft allerdings nicht kleiner und Chefdesigner Jonathan Ive muss sich etwas einfallen lassen.

Ein Ring, nicht zu finden

Und noch ein weiteres, wenn auch viel kleineres "Designproblem", wird Apple kurz vorm Verkaufsstart am 19. September unter die Nase geschmiert. "The Verge" weist darauf hin, dass der im Vorfeld der iPhone-6-Präsentation oft kritisierte Kameraring auf vielen Pressebilder nicht zu sehen ist. Offenbar ließ ihn Apple bei Seitenansichten wegretuschieren oder - was sehr unwahrscheinlich ist - sie wurden beim Rendern am Computer vergessen.

Viele Kommentatoren fragen unter dem Artikel zu Recht, warum Apple das gemacht hat. Was ist so schlimm an einem Kameraring? Ändert sich irgendetwas am Aussehen der Geräte, wenn Pressebilder ihn nicht zeigen? Würden manche Menschen das iPhone 6 nicht bestellen, wenn sie von dem "Makel" wüssten? Wahrscheinlich würde heute niemand mehr über den Ring sprechen, wenn die Bilder korrekt wären. So muss Apple jetzt den Spott für einen Fehler oder eine ziemlich peinliche Vertuschung ertragen. Das Ascend Mate 7 hat übrigens auch eine hervorstehende Kamera.

Quelle: n-tv.de, kwe

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