Technik

Kabellose Stromtankstellen Ikeas Lade-Möbel bei Stiftung Warentest

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Auch für die Küche bietet Ikea kabellose Ladestationen fürs Smartphone an.

(Foto: Ikea)

Seit dem 15. April verkauft Ikea Möbel, an denen Smartphones kabellos aufgeladen werden können. Stiftung Warentest hat überprüft, wie gut sie funktionieren und wie viel Strom sie verbrauchen.

Wer ein Smartphone hat, das die Funktion unterstützt, kann es jetzt mit Möbeln, Küchenutensilien und anderen Produkten von Ikea überall in der Wohnung kabellos aufladen. Für andere Geräte haben die Lampen, Tische und Pads einen USB-Stecker. Stiftung Warentest hat sich drei Produkte aus Ikeas neuer Kollektion ins Labor geholt und untersucht, wie gut sie funktionieren.

Grundsätzlich ist die Anschaffung nur dann sinnvoll, wenn es im Haushalt Smartphones gibt, die den Qi-Standard zum kabellosen Laden via Induktion unterstützen. Die neuen Galaxy-S6-Geräte, einige Lumia-Modelle oder Googles jüngere Nexus-Smartphones sind ohne Unterstützung dazu in der Lage. Bei anderen Smartphones muss die Rückschale ausgetauscht oder eine zusätzliche Schutzhülle aufgesetzt werden.

Stiftung Warentest hat sich bei Ikea die Tischlampe Riggad mit integriertem Ladefeld und die Ladepads Morik und Jyssen besorgt, die Ablagetische ergänzen beziehungsweise für Bastler gedacht sind. Für den Test legten die Prüfer ein iPhone 6 mit von Ikea angebotener Ladehülle und ein Samsung Galaxy S6 auf die Lade-Möbel.

Bei beiden Geräten füllte sich der Akku problemlos. War er voll, schalteten die Pads automatisch in den Standby-Modus. Stiftung Warentest bemängelt allerdings, dass das bequeme Aufladen per Induktion weniger energieeffizient als per Kabel ist. Es werde mehr Strom verbraucht und teilweise dauere das Laden auch länger.

Praktisch, aber weniger effizient

Mit dem Stan­dard­-Ladegerät dauert eine Akkufüllung beim iPhone 6 rund zwei Stunden. Zwar geht es mit Morik und Jyssen sogar etwas schneller, die Leistungs­aufnahme ist mit 8,3 und 8,1 Watt bei beiden aber höher als mit dem normalen USB-Ladegerät, das 6,3 Watt braucht. Riggad benötigte 20 Minuten länger als der Kabel-Standard und verbrauchte mit 9,3 Watt noch mehr Strom. Bei einer täglichen Ladung des Handys macht das aufs Jahr gerechnet rund einen Euro mehr an Strom­kosten.

Gegen Samsungs Schnellladegerät, das das Galaxy S6 in etwa 90 Minuten auflädt, hatten die Qi-Stationen im Zeitvergleich keine Chance: Sie brauchten etwa doppelt so lange. Ihre Leistungs­aufnahme ist dafür aber nur halb so hoch, insgesamt gibt es beim Energieverbrauch daher kaum Unterschiede.

Stiftung Warentest stellte bei den Ikea-Ladestationen aber einen deutlich höheren Stromverbrauch im Standby-Betrieb fest. Die Standard-Ladegeräte schlucken in den Betriebspausen lediglich 0,02 Watt, Jyssen dagegen 0,4 Watt und Riggad sogar 0,8 Watt. Das mag zwar im Einzelfall noch verkraftbar sein, sollte sich die Technik aber weiter verbreiten, gingen die hohen Standby-Werte zu Lasten der Umwelt, so die Prüfer.

Quelle: n-tv.de, kwe

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