Technik

Warentest prüft DVB-T2-Empfänger So bekommt man scharfes HD-Fernsehen

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Fernseher, die den neuen HD-Standard unterstützen, tragen ein grünes Logo.

(Foto: Grundig)

Fernsehen in HD-Qualität gibt es ab Ende Mai auch über Antenne. Stiftung Warentest erklärt, wie man aufrüstet und was beim Umstieg wichtig ist.

Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft startet in Deutschland das HD-Fernsehen über Antenne. Sechs Sender übertragen ab dem 31. Mai die neue Schärfe, in 18 Großstädten und Ballungsräumen können Zuschauer das hochaufgelöste Programm dann empfangen. Wichtigste Voraussetzung: Ein DVB-T2-HD-taugliches Gerät. Denn nur mit den passenden Empfängern kommt das scharfe Signal auch an. Stiftung Warentest hat in der Testphase des neuen Standards drei Geräte geprüft und erklärt, was man wissen muss.

Sechs Sender zum Start

In der ersten Zeit nach dem Start werden in Deutschland sechs Sender ihr Programm über DVB-T2-HD ausstrahlen. Frei empfangbar sind aber nur ARD und ZDF. Die teilnehmenden Privatsender RTL, VOX, ProSieben und Sat.1 senden verschlüsselt. Wer sie trotzdem sehen möchte, muss ab 2017 draufzahlen: Etwa 5 Euro sollen die privaten HD-Programme im Monat kosten. Nach einer Testphase soll das volle Angebot im März 2017 aufgeschaltet werden, Mitte 2019 soll die Umstellung bundesweit abgeschlossen sein.  

In der Testphase 2016 gibt es die Entschlüsselung zwar noch gratis. Die Empfangsgeräte brauchen aber schon dann einen eingebauten Decoder oder einen Common-Interface-Steckplatz (CI) mit Decoder-Modul. Ein sogenanntes CI+-Modul kostet laut Warentest rund 50 Euro. Ab Mai soll es auch Empfangsboxen mit eingebautem Decoder geben, die Preise beginnen bei rund 80 Euro.

Alte Antennen, neue Empfänger

Zur Grundausstattung für Antennen-Fernsehen gehört bei guter Empfangslage mindestens eine Zimmerantenne. Die kostet 10 bis 50 Euro. Die gute Nachricht: An der Antenne selbst ändert sich nichts, alte DVB-T-Antennen reichen auch für HD. Bei weniger guten Empfangsbedingungen ist nach wie vor eine Außenantenne nötig, am besten möglichst hoch und in freier Sicht zum Sendemast.

Laut Warentest brauchen DVB-T2-HD-Empfänger ein etwas stärkeres Antennensignal als ihre Vorgänger. Hilfreich sind aktive Antennen mit Stromversorgung, die das Signal elektronisch verstärken können. Grundsätzlich gilt: Je größer die Entfernung zum nächsten Sendemast und je dichter die Bebauung, desto störanfälliger ist der Empfang. Das ändert sich auch mit DVB-T2 HD nicht.

Fernseher, Set-Top-Box oder Stick?

Wer sich den neuen HD-Standard nach Hause holen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Beim Kauf eines neuen Fernsehers sollte man darauf achten, dass der einen DVB-T2-HD-Empfänger und einen CI-Slot zum Entschlüsseln hat. Fehlt das grüne DVB-T2-HD-Logo, hilft ein Blick ins Datenblatt: Die Kürzel für den Videokompressionsstandard H.265 (HEVC) zeigen an, dass das Gerät bereit für das terrestrische HD-Fernsehen ist. Stiftung Warentest hat den Flachbildfernseher Samsung UE55JS8090 für rund 2000 Euro getestet, im Online-Handel gibt’s aber schon deutlich günstigere geeignete TV-Geräte, mit einfacher Ausstattung und kleinerem Bildschirm ab rund 150 Euro aufwärts. Bei test.de gibt's eine Liste mit passenden Geräten.

Wenn's kein neuer Fernseher sein muss, hilft auch eine Empfängerbox. Auch hier ist die Preisspanne groß, Warentest hat die Technisat Digit Isio STC+i für rund 350 Euro sowie die kleinere und günstigere Xoro HRT 7620 für rund 50 Euro getestet. Aber Achtung: Beim Xoro-Schnäppchen fehlt der CI-Steckplatz, der Empfang ist hier also auf die freien öffentlich-rechtlichen Programme beschränkt. Spezielle DVB-T2-HD-Receiver wie der HRT 8720 von Xoro oder der SRT 8540 von Strong haben die notwendige Software (Irdeto) bereits integriert und brauchen daher kein zusätzliches CI+ Modul oder eine Karte.

Sticks für unterwegs

Stiftung Warentest bescheinigt beiden Boxen und dem Fernseher eine gute Leistung. Das Bild sei bei der Billig-Box von Xoro sogar besonders detailreich und natürlich und eine Spur besser als das vergleichbare HD-Signal über Satellit. Das Ergebnis gelte aber nur für ein optimales Signal mit hoher Bandbreite.

Für Laptops und Tablets ist ein DVB-T2-Stick besonders praktisch. Die kleinen Empfangsgeräte mit USB-Stecker werden einfach eingesteckt, mit der passenden Software kann man dann auch unterwegs HD-Fernsehen empfangen, eine Internetverbindung ist dafür nicht nötig. Die Sticks gibt's im Online-Handel für rund 50 Euro aufwärts, empfehlenswert ist zum Beispiel der WinTV-SoloHD von Hauppauge für rund 55 Euro oder der PCTV TripleStick 292e für rund 80 Euro.

Quelle: n-tv.de, jwa

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