Technik

Trend bei Elektronikmesse CES Sprachsteuerung setzt sich durch

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Microsoft hat seine Sprachassistentin Cortana nach einer Künstlichen Intelligenz aus einem Computerspiel benannt.

(Foto: Microsoft)

Die meisten Nutzer scheuen noch davor zurück, mit ihren elektronischen Geräten zu sprechen. Doch die Sprachsteuerung ist jetzt so weit entwickelt, dass sie nicht mehr aufzuhalten ist. Bei der Elektronikmesse CES ist sie schon jetzt allgegenwärtig.

Die Sprachsteuerung wird nach Einschätzung von Branchenexperten sehr schnell eine zentrale Rolle bei der Bedienung von Technik übernehmen. In diesem Jahr dürften Computer zum ersten Mal gesprochene Worte genauso gut verstehen wie Menschen, sagt Shawn DuBravac, Chefökonom des amerikanischen Elektronik-Branchenverbandes CTA. Noch 2013 lag die Fehlerquote bei der Spracherkennung bei 23 Prozent. Im vergangenen Herbst drückten Microsoft-Forscher im Labor die Quote erstmals unter 6 Prozent. Damit habe man menschliches Niveau erreicht, sagte Projektleiter Xuedong Huang, besser sei auch kein professioneller Übersetzer.

Die CES 2017 steht daher im Zeichen digitaler Assistenten, die sich mit Menschen unterhalten und für sie kleine Aufgaben über verbundene Geräte und Dienste erfüllen können. Bei solcher Software zeichnet sich ein Wettstreit von Plattformen großer Tech-Konzerne ab: Alexa von Amazon, Siri von Apple, Googles Assistant und Cortana von Microsoft.

Alexa erfolgreich

Dabei gelang Amazon zur CES ein erster Schritt, um Alexa über den hauseigenen smarten Lautsprecher "Echo" hinaus auch in Geräte anderer großer Hersteller zu bringen. Der weltgrößte PC-Anbieter Lenovo stellte einen ähnlich aussehenden Lautsprecher vor, in dem Alexa das Herzstück ist. Außerdem kündigte der Hausgeräte-Spezialist Whirlpool an, dass seine neuen Waschmaschinen und Trockner sich auch per Sprachbefehl an Alexa steuern lassen werden.

Samsung zeigt in Las Vegas vernetzte Kühlschränke, die man ebenfalls auch nach dem Wetter oder der Uhrzeit fragen kann. Der Smartphone-Marktführer aus Südkorea will in dem neuen Markt mit seinen Rivalen mithalten und kaufte im vergangenen Herbst den sprechenden Assistenten Viv, hinter dem die Entwickler der ersten Versionen von Apples Siri stehen.

Der Spieleriese Mattel ließ sich von der Datenschutz-Debatte um die vernetzte Barbie nicht abschrecken und kündigte zur CES einen smarten Lautsprecher für Kinder an. Das Gerät ist mit 300 Dollar dabei teurer als ähnliche Geräte für Erwachsene - kann mit seiner Kamera zugleich aber auch die Funktionen eines Babyphones übernehmen. Mattel verspricht, dass "Aristotle" (Aristoteles) besser als andere Geräte die Sprache kleiner Kinder verstehen können.

Ohne Cloud wenig Intelligenz

Aber auch die Spracherkennung auf Computern oder Smartphones stößt bei Nutzern und Datenschützern auf Misstrauen. Denn um wirklich gut funktionieren zu können, muss sie über die Server der Anbieter abgewickelt werden. Nur in der Cloud stehen ausreichend Rechnerkapazitäten zur Verfügung, um den Programmen über maschinelles Lernen und die Fähigkeit zu verleihen, die enorme Komplexität von natürlicher Sprache verstehen zu können

Der Markt für Geräte mit Sprachsteuerung steht nach Prognosen der CTA vor einem kräftigen Wachstum. "Wir schätzen, dass bisher rund fünf Millionen smarte Assistenten verkauft wurden", sagt DuBravac. "Allein in diesem Jahr dürften es weitere fünf Millionen werden." Die Möglichkeit, künstliche Intelligenz in kleine Dinge zu bringen, und zwar zu überschaubaren Kosten, sei die große Veränderung im Vergleich zu früher.

Quelle: n-tv.de, kwe/dpa

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