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Kritik während Libanon-Krise Gabriel mäßigt Ton gegenüber Riad

Einen Monat nach dem diplomatischen Eklat mit Saudi-Arabien hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel seinen Ton gegenüber Riad deutlich abgeschwächt. "Meine Kommentare zur Libanon-Krise sollten kein bestimmtes Land in der Region angreifen - auch nicht Saudi-Arabien", sagte Gabriel in einem Interview der saudischen Zeitung "Al-Scharq al-Awsat" (Mittwoch). Seine persönliche und politische Sorge sei lediglich auf die Bevölkerung des Libanons bezogen gewesen.

Angesichts der dubiosen Rolle Saudi-Arabiens bei dem - später zurückgenommenen - Rücktritt des libanesischen Regierungschefs Saad Hariri hatte Gabriel Mitte November in Richtung Riad gesagt, "dass gemeinsam aus Europa das Signal kommen muss, dass wir das Abenteurertum, was sich in den letzten Monaten dort breit gemacht hat, nicht mehr bereit sind, einfach sprachlos hinzunehmen". Daraufhin kam es zum Eklat: Das Königreich rief seinen Botschafter aus Berlin zurück und protestierte gegen die Äußerungen.

In seinen umstrittenen Bemerkungen erwähnte Gabriel damals auch die Krise um das durch Saudi-Arabien und Verbündete isolierte Golfemirat Katar und den verheerenden Krieg im Jemen. In seinem Nachbarland bombardiert Riad als Anführer einer Militärkoalition seit mehr als zweieinhalb Jahren Stellungen der Huthi-Rebellen. Die Luftangriffe töteten auch immer wieder Zivilisten und trafen die Infrastruktur des Landes. Dies gilt als einer der Hauptgründe für die humanitäre Katastrophe in dem bitterarmen Land.

Im Interview der saudischen Zeitung betonte Gabriel nun: "Saudi-Arabien ist der größte Spender humanitärer Hilfe im Jemen, aber dieser Fakt wird in Deutschland leider von einigen ignoriert." In Anbetracht der schwierigen Versorgungslage sei es aber wichtig, die Häfen im Norden des Jemens für Lieferungen zu öffnen. Riad blockiert die Zugänge zu den Huthi-Gebieten weitgehend.

Quelle: n-tv.de, dpa

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