Marktberichte

Tech-Riesen fliegen aus Depots Dow Jones erklimmt nächstes Allzeithoch

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Viel grün, aber auch viel rot - das Bild an der Wall Street war gemischt.

(Foto: REUTERS)

Auch am letzten Handelstag bleibt die Wall Street gespalten. Banken und Aktien wie Boeing treiben den Dow Jones von einem Hoch zu nächsten. Börsenlieblinge wie Apple und Amazon setzen dagegen ihren Abwärtstrend fort.

Wieder anziehende Anleihezinsen haben den Risikoappetit der US-Aktienanleger etwas gezügelt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel entsprechend um 0,6 Prozent auf 13.319 Punkte. Hingegen markierte der Dow-Jones-Index erneut ein Rekordhoch und stand bei 32.779 Punkten schlussendlich 0,9 Prozent im Plus. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,1 Prozent auf 3917 Zähler. Damit steuerten die Indizes immer noch auf den größten Wochengewinn seit sechs Jahren zu.

Nasdaq Composite
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Die Grundstimmung an den Aktienmärkten bleibe gut, betonte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. Genährt werde die Zuversicht durch die Unterzeichnung der billionenschweren Corona-Staatshilfen durch US-Präsident Joe Biden. Diese fachten jedoch auch Inflationsängste an, was sich in steigenden Anleiherenditen widerspiegelt. Am Freitag rentierten die zehnjährigen T-Bonds mit 1,614 Prozent nur knapp unter ihrem 13-Monats-Hoch der vergangenen Woche. Steigende Anleiherenditen verteuern Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen.

"Das Risiko einer Belebung der Inflation hat aufgrund eines Anstiegs der Geldmenge durch Konjunkturhilfen und die zu erwartende Nachfrage, wenn sich die Wirtschaft langsam wieder öffnet, erheblich zugenommen", sagte Stratege Jonathan Bell vom Vermögensverwalter Stanhope Capital. Alle Augen seien nun auf das geldpolitische Treffen der Notenbank Fed und die Worte von Fed-Chef Jerome Powell am kommenden Mittwoch gerichtet, um weitere Hinweise auf die Inflation zu erhalten.

Die gestiegenen Bond-Renditen setzten Gold zu, bei dem es keine Zinsen gibt und daher für Investoren unattraktiver wird. Das Edelmetall verbilligte sich um bis zu 1,4 Prozent auf 1698 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Finanzwerte im Höhenflug, Tech-Kozerne im Abseits

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Die höheren Zinsen schoben die Aktien der großen US-Banken JPMorgan und Goldman Sachs um bis zu 2,8 Prozent auf Rekordhochs. Auch die Titel von Bank of America und Citigroup zogen an, Steigende Renditen verbessern das Geschäftsmodell der Finanzinstitute. Technologiekonzerne wie Facebook, Apple, Amazon und Netflix flogen dagegen aus den Depots.

Aktien von Boeing standen mit einem Aufschlag von 6,8 Prozent an der Dow-Spitze. Der US-Flugzeugbauer hat eine Bestellung für 24 seiner 737-Max-Maschinen von der Investmentfirma 777 Partners an Land gezogen. Insidern zufolge könnte bald ein weiterer Großauftrag von Southwest Airlines folgen.

Fortschritte bei der Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen ermunterten Anleger zum Einstieg bei Novavax. Die Aktien der Pharmafirma stiegen um 8,1 Prozent. Novavax nennt für sein Vakzin eine Effektivität von 96 Prozent beim ursprünglichen Erreger und 86 Prozent bei der ansteckenderen Großbritannien-Mutation.

Quelle: ntv.de, chr/rts

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