Marktberichte

US-Indizes im Plus Technologiewerte reißen Ruder rum

2020-03-13T155847Z_167077410_HP1EG3D18DZCZ_RTRMADP_3_HEALTH-CORONAVIRUS-NEW-YORK.JPG

Optimisten und Pessimisten liefern sich an den Handelsplätzen derzeit einen Zweikampf.

(Foto: REUTERS)

Etwas erholt von den heftigen Vortagesverlusten gehen die US-Aktienmärkte aus einer unbeständigen Sitzung. Unternehmen wie Amazon, Apple aber auch Tesla können überzeugen. Doch der anhaltende Präsidentschaftswahlkampf sorgt auch für einige Unsicherheiten.

Nach dem jüngsten Kursrutsch tasten sich Anleger in den US-Aktienmarkt zurück. Nach einer regelrechten Achterbahnfahrt schloss der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent höher bei 26.815 Punkten. Der S&P-500 rückte 0,3 Prozent vor. Der am Vortag besonders gebeutelte Nasdaq-Composite stieg dank Kursgewinnen von Index-Schwergewichten wie Amazon oder Apple um 0,4 Prozent. Deren Aktien hatten in den vergangenen Tagen besonders stark unter Gewinnmitnahmen gelitten.

S&P 500
S&P 500 3.286,17

Optimisten und Pessimisten liefern sich derzeit einen harten Zweikampf, sagte Eric Schiffer, Chef des Finanzinvestors Patriarch Organization. Die einen setzten auf weitere Geldspritzen der US-Notenbank Fed und die anderen befürchteten angesichts des erlahmenden Aufschwungs Kursrückschläge. Der Volatilitätsindex Vix, der die Nervosität der Anleger misst, signalisiere bislang aber keine Baisse, gab Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan zu bedenken. Der Vix lag zum Höhepunkt der Coronavirus-Krise im März mit gut 85 Prozent fast dreimal so hoch wie aktuell.

Die im Laufe des Tages veröffentlichten Konjunkturdaten lieferten sowohl den Optimisten als auch den Pessimisten Argumente: Überraschend starken Eigenheim-Absätzen stand ein unerwarteter Anstieg der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung gegenüber. Der Weg der Wirtschaft aus der Virus-Krise werde lang und kurvenreich, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

Der an Schärfe gewinnende US-Präsidentschaftswahlkampf lähmt derweil die Handlungsfähigkeit der US-Politik zunehmend. US-Präsident Donald Trump hatte es am Mittwoch abgelehnt, für den Fall einer Wahlniederlage in knapp sechs Wochen eine friedliche Machtübergabe zuzusichern. Das verunsicherte die Märkte zunächst. Erst als der Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, eine geregelte Machtübergabe für den Fall versprach, dass der Amtsinhaber die Wahl verlieren werde, trauten sich wieder Käufer an die Börse, deren Enthusiasmus im späten Handel dann von neuen rekordhohen Infektionszahlen aus Frankreich gedämpft wurde.

Wegen des parteipolitischen Tauziehens um die Neubesetzung eines vakanten Postens im Obersten Gerichtshof der USA scheint zudem das dringend benötigte weitere Konjunkturpaket vom Tisch zu sein. Vor diesem Hintergrund flüchteten einige Anleger in "sichere Häfen" wie US-Staatsanleihen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen T-Bonds zwischenzeitlich auf 0,666 Prozent. Parallel dazu stieg der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, zeitweise auf ein Zwei-Monats-Hoch von 94,594 Punkten.

Tesla-Titel beenden ihre Talfahrt

Tesla
Tesla 332,80

Bei den Aktienwerten sorgten die Titel von Sunworks und Polar Power mit dreistelligen prozentualen Kurssprüngen im Tagesverlauf für Furore. Die beiden Ökostrom-Spezialisten profitierten von den Plänen des US-Bundesstaates Kalifornien, ab 2035 den Verkauf von Benzin- und Diesel-Fahrzeugen zu verbieten. Unterdessen bauten die Aktien von SPI Energy ihr gut 1200-prozentiges Plus vom Mittwoch in der Spitze um weitere 105 Prozent auf 28,71 Dollar aus. Die Photovoltaik-Firma will mit ihrer Tochter EdisonFuture Elektrofahrzeuge und Ladestationen entwickeln.

Gefragt waren auch die Papiere von Switchback Energy, die sich zwischenzeitlich um acht Prozent verteuerten. Diese börsennotierte leere Unternehmenshülle will mit ChargePoint fusionieren und damit dem ältesten und größten Ladestationen-Betreiber der USA den Weg auf das Börsenparkett bereiten. Seit Bekanntwerden der Pläne vergangene Woche haben Switchback-Titel mehr als 20 Prozent zugelegt.

Wie der Handel auf dem Frankfurter Parkett verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Mehr zum Thema

In diesem Zusammenhang beendeten Tesla-Titel ihre Talfahrt vorerst und gewannen im Tagesverlauf gut zwei Prozent. In den vorangegangenen beiden Tagen hatten sie aus Enttäuschung über den "Batterietag" insgesamt rund 15 Prozent verloren. Tesla hatte dort billigere Stromspeicher in Aussicht gestellt, die allerdings erst in einigen Jahren marktreif seien.

Auf der Verliererseite stand auch Accenture mit einem Kursminus von mehr als sechs Prozent. Das Quartalsergebnis der Unternehmensberatung habe mit 1,70 Dollar je Aktie die Markterwartungen verfehlt, schrieb Analyst Bryan Bergin vom Vermögensverwalter Cowen. Auch der Ausblick enttäusche. Accenture erwartet im laufenden Quartal einen Umsatz von 11,2 bis 11,6 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/DJ