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Satellit in Golf von Bengalen eingetaucht Absturzstelle von Rosat gefunden

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Rosat hatte seinen Dienst schon 1999 beendet.

(Foto: dpa)

Nun ist es raus: Der ausgediente Satelliten Rosat ist laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt wohl über dem Golf von Bengalen abgestürzt. Der deutsche Röntgensatellit war im Jahr 1990 ins All gestartet, die Mission endete 1999.

Der ausrangierte Forschungssatellit Rosat ist über Asien in die Erdatmosphäre eingetreten - mögliche Trümmerteile sind mit großer Wahrscheinlichkeit ins Meer gestürzt. Nach Auswertung von Daten insbesondere aus den USA trat Rosat am frühen Sonntagmorgen um 03.50 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit über dem Golf von Bengalen wieder in die Atmosphäre ein, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte. Ob Trümmerteile die Erdoberfläche erreichten, sei nicht bekannt. In diesem Fall dürften sie jedoch ins Wasser gestürzt sein.

"Uns haben seit Sonntagmorgen keine Meldungen erreicht, dass es Sichtungen möglicher Trümmerteile über Land gegeben hat", sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz. Im Vorfeld des Absturzes hatten Experten die Einschätzung geäußert, dass womöglich nur ein Teil des knapp 2,5 Tonnen schweren Satelliten beim Eintritt in die Atmosphäre durch Reibungshitze verglühen werde. Rund 30 Einzelteile mit einer Gesamtmasse von 1,7 Tonnen, darunter ein großer Brocken von allein 1,6 Tonnen Masse, könnten nun mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde ins Meer gestürzt sein. Da die Flugbahn von Rosat auch über Deutschland verlief, wurde auch ein Absturz über der Bundesrepublik nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Allerdings wurde die Wahrscheinlichkeit dafür als sehr gering eingestuft.

Missionsende 1999

Während seiner 1990 gestarteten Mission hatte der deutsche Röntgensatellit Rosat die Erde zunächst auf einer elliptischen Umlaufbahn in 585 bis 565 Kilometern Höhe umrundet. Seit dem Missionsende 1999 verlor der Röntgensatellit aber durch Reibung kontinuierlich an Höhe, bis er am Sonntagmorgen wieder in die Erdatmosphäre eintauchte. Der Absturz konnte nicht gesteuert werden, weil der Satellit kein Triebwerk an Bord hatte.

Der DLR-Vorstandsvorsitzende Johann-Dietrich Wörner erklärte, mit dem Wiedereintritt von Rosat in die Erdatmosphäre habe "eine der erfolgreichsten wissenschaftlichen Raumfahrtmissionen Deutschlands ihren endgültigen Abschluss" gefunden. "Der Einsatz aller Beteiligten im DLR und unserer nationalen und internationalen Partner war mustergültig", unterstrich Wörner in Köln. Die US-deutsch-britische Mission gilt unter Wissenschaftlern als großer Erfolg. Der Satellit registrierte bei seinem knapp neunjährigen Einsatz im All rund 80.000 kosmische Röntgenquellen. Mehr als 4000 Wissenschaftler aus 24 Ländern waren an Messungen beteiligt.

Quelle: n-tv.de, AFP

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