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Krieg mit den Nachbarn Affen töten für mehr Lebensraum

Bisher konnten sich Forscher nicht erklären, warum Schimpansen ihre Artgenossen töten. Nach einer zehnjähriger Untersuchung in Uganda sind sich Wissenschaftler über die Beweggründe nun im Klaren.

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In freier Wildbahn konnten bei Schimpansen einige soziale Aspekte erkannt werden, wie die Adoption von verwaisten Tieren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für ein größeres Stammesterritoriums töten Schimpansen ihre Artgenossen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Michigan, die zehn Jahre lang in Uganda untersuchten, warum sich die Menschenaffen gegenseitig umbringen. "Schimpansen töten einander. Sie töten ihre Nachbarn. Bisher wussten wir nur noch nicht, warum", erläuterte John Mitani in einem in der Zeitschrift "Current Biology" veröffentlichten Beitrag.

Mitani und sein Kollege David Watts von der Yale Universität beobachten schon seit längerem eine Schimpansengruppe im Kibale Nationalpark in Uganda. Innerhalb von zehn Jahren hatte die Gruppe 21 Schimpansen anderer Familiengruppen getötet, darunter 13 aus einer Gruppe in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Geplante Angriffe

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In der Familiengruppe halten Schimpansen zusammen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die meisten Angriffe gingen von "Patrouillen" männlicher Schimpansen im Territorium der Nachbargruppe aus. Mitani zufolge schlichen sich die Schimpansen an und fielen dann über ein oder mehrere Tiere der Nachbargruppe her, wenn sie zahlenmäßig klar überlegen waren.

Nachdem die Konkurrenz weitgehend ausgeschaltet war, übernahmen die aggressiven Schimpansen einen Teil des Territoriums der getöteten Tiere. "Wir gehen daher von einem direkten Zusammenhang zwischen der tödlichen Gruppengewalt und der Erweiterung des Territoriums aus", sagte Mitani.

Quelle: ntv.de, dpa

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