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Schutz vor Dengue-Fieber Preisgekrönte Mückenfalle

Das von Mücken übertragene Dengue-Fieber fühlt sich wie eine schwere Grippe an und kann tödlich enden: Hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf-und Gliederschmerzen, Durchfall - manchmal kommen schwere innere Blutungen dazu.

Im Kampf gegen die gefährliche Krankheit könnte jetzt ein von Regensburger Forschern entwickelter Mückenfänger zu einem wirksamen Schutz werden. Bisher erkranken nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation mehr als 50 Millionen Menschen pro Jahr an Dengue-Fieber. In tropischen Ländern, wie Indien, Brasilien und Paraguay, grassieren immer wieder Epidemien. Eine Impfung gibt es nicht, gegen Insektizide werden die Überträger-Mücken schnell resistent.

Das Erfolg versprechende Regensburger Gerät setzt dagegen darauf, die Insekten mit einer Imitation des menschlichen Geruchs anzulocken und mit einem Ventilator einzusaugen. "Wir ahmen mit der Falle den Menschen nach", erklärt der Biologe Martin Geier. Er hat den Mückensauger in Form eines unscheinbaren Stoff-Zylinders zusammen mit Kollegen in den vergangenen drei Jahren entwickelt und getestet.

"Wir wissen, dass die Fallen sehr gut funktionieren", sagt Geier. Wichtig sei, dass der Lockstoff-Cocktail durch Luftströmung im Raum verbreitet wird. Der Geruchsmix, der speziell die Überträger des Dengue-Fiebers, wie die Asiatische Tigermücke anzieht, besteht unter anderem aus Milchsäure und verschiedenen Fettsäuren, wie sie auf der menschlichen Haut vorkommen.

Für ihre Entwicklung wurden die Regensburger Forscher bereits mit einem internationalen Preis der Weltbank und der "Bill und Melinda Gates Stiftung" geehrt. Unter 2.900 eingereichten Projekten schaffte es die Mückenfalle unter die 22 Gewinner. "Das ist für uns ein Durchbruch, weil unser Ansatz bei dem Wettbewerb von vielen Fachleuten bestätigt und als realistisch eingestuft wurde", sagt Geier.

Das Preisgeld in Höhe von rund 142.000 Euro fließt als Zuschuss in ein Pilotprojekt zum Praxiseinsatz der Mückenfalle in Brasilien. Dort wird das Gerät dieses Jahr in 600 Haushalten erprobt. Damit wollen die Forscher herausfinden, ob die Geräte von Laien richtig angewendet werden. Bluttests sollen zeigen, dass sich die Benutzer nicht mit Dengue-Fieber infizieren und so die Ausbreitung von Epidemien verhindert oder zumindest eingedämmt wird.

"Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine Mücke in der Falle gefangen wird, bevor sie einen Menschen infizieren kann, ist sehr hoch", sagt Geier. Nachdem eine Mücke einen infizierten Menschen gestochen hat, vermehrt sich das Virus innerhalb von zehn Tagen in dem Insekt so, dass es selbst zum Überträger wird. In diesem Zeitraum soll die Regensburger Falle spätestens zuschnappen.

Für das kommende Jahr bereiten die Mücken-Experten bereits die Massenproduktion vor. Denn in Zukunft soll das Gerät auch für die breite Bevölkerung in den betroffenen Ländern Asiens und Lateinamerikas erschwinglich sein. "Wir rechnen damit, dass unsere Methode innerhalb von drei bis vier Jahren Fuß fassen wird", sagt Geier.

Der umweltfreundliche Mückenfänger ist nach Angaben der Wissenschaftler speziell für Bewohner von Städten interessant. Die gefährlichen Insekten halten sich nicht nur draußen, sondern auch gern in Häusern auf. Doch dort werden keine aggressiven Vernichtungsmittel versprüht. Auch seien Mückenschutzmittel für die Haut für ärmere Bürger oft zu teuer und die Insekten sind tagaktiv, so dass Bettnetze beim Schlafen als Schutz nicht ausreichen.

Quelle: ntv.de

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