Wissen

Spulwurmeier in königlichen Überresten Richard III. zu Lebzeiten von Parasiten befallen

RTR3DDIE.jpg

Die Knochen von Richard III. galten Hunderte Jahre als verschollen. Sie wurden erst im August 2012 in Leicester entdeckt.

(Foto: REUTERS)

Vor gut einem Jahr entdecken Forscher die letzte Ruhestätte von Richard III. von England. Die sterblichen Überreste des Königs werden seitdem untersucht. Jetzt kommt ein pikantes Detail an die Öffentlichkeit: Majestät hielt offensichtlich nicht allzu viel von Hygiene.

König Richard III. von England ist von Würmern befallen gewesen: In den sterblichen Überresten des Herrschers aus dem 15. Jahrhundert fanden britische Forscher Eier des Spulwurms. Der Darmparasit verbreitet sich bei schlechter Hygiene etwa über ungewaschene Hände oder über Fäkalien, die als Düngemittel eingesetzt werden, wie die Wissenschaftler der Universität von Cambridge in der Fachzeitschrift "The Lancet" berichteten. Archäologen hatten das Skelett des Königs vor einem Jahr bei Grabungen unter einem Parkplatz im mittelenglischen Leicester gefunden.

Richard III. hatte England von 1483 bis 1485 regiert und wurde durch das gleichnamige Drama von William Shakespeare unsterblich, der ihn als blutrünstigen und machtbesessenen Herrscher charakterisierte. In dem Stück wurde der König angeklagt: "Dein treulos Tun zum Raub der Würmer machte." Der Monarch war 1485 in der Schlacht von Bosworth Field gefallen. Mit seinem Tod endete der Rosenkrieg, der englische Thronfolgekrieg im 15. Jahrhundert zwischen den Familien Lancaster und York.

Der Spulwurm (Ascaris lumbricoides) ist ein gefährlicher Parasit. Die Larven des bis zu 35 Zentimeter langen Wurms schlüpfen im Darm. Nach einer Wanderung durch den Körper wachsen sie wieder im Darm zu großen Ansammlungen von runden, prallen Würmern heran. Ausgewachsene Weibchen können der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge bis zu 200.000 Eier pro Tag legen, die sich über Fäkalien weiter verbreiten können. Ein Wurmbefall kann zu Bauchfellentzündung, Leber- und Milzvergrößerung sowie zu einem lebensbedrohenden Darmverschluss führen.

Quelle: n-tv.de, AFP

Mehr zum Thema