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Zusammenhang zwischen BMI und Geschlechtsreife Übergewichtige Kinder früher in der Pubertät

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(Foto: REUTERS)

Das Eintrittsalter in die Pubertät muss nach Ansicht von Wissenschaftlern möglicherweise neu definiert werden: Anlass für diese Überlegung gibt das Ergebnis einer Studie.

Wissenschaftler aus Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio stellen in einem in der Zeitschrift "Pediatrics" erschienen Artikel einen Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und einem frühen Beginn des Brustwachstums bei Mädchen her. Ein erhöhter BMI habe "das stärkste Anzeichen" für ein frühes Brustwachstum geliefert, heißt es in der Studie unter Leitung von Frank Biro vom Kinderkrankenhaus in Cincinnati. Der Index bezeichnet das Verhältnis vom Körpergewicht zur Größe.

Die "epidemieartige Fettsucht" scheine eine der Hauptursachen dafür zu sein, dass die Brustentwicklung bei Mädchen immer früher einsetze. Das Eintrittsalter in die Pubertät müsse möglicherweise neu definiert werden, schreibt Biro. Bereits seit Jahren weisen internationale Studien darauf hin, dass die Pubertät immer früher einsetzt.

Für die US-Untersuchung wurden insgesamt 1239 Mädchen aus New York, der Region um die Bucht von San Francisco und um Cincinnati für eine Brustkrebsstudie beobachtet. Bei Untersuchungsbeginn im Jahr 2004 waren die Probandinnen zwischen sechs und acht Jahre alt. Über mehrere Jahre hinweg wurden sie regelmäßig kontrolliert. Dabei wurde festgestellt, dass das Brustwachstum bei weißen Mädchen heute im Durchschnitt mit 9,7 Jahren einsetzt - vier Monate früher als in einer Studie aus dem Jahr 1997 beschrieben. Afroamerikanischen Mädchen wuchsen noch früher Brüste.

Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass eine frühzeitige Geschlechtsreife bei Mädchen "bedeutende psychosoziale und biologische" Auswirkungen haben könne. Außerdem erhöhe sie das Risiko, an bestimmten Krebsarten wie Eierstockkrebs zu erkranken, Bluthochdruck zu entwickeln oder wiederum übergewichtig zu werden. In einem begleitenden Artikel wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass die Ursachen für eine frühzeitige Geschlechtsreife vielfältig und bei weitem noch nicht ganz erforscht seien. Zahlreiche in vergangenen Zeiten noch unbekannte Umweltfaktoren spielten auch eine Rolle.

Quelle: n-tv.de, AFP

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