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Zu eiweißreiches Essen Viele Proteine verkürzen Ameisen-Leben

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(Foto: Wikipedia / Richard Bartz)

Schon ein einziger Tag mit sehr eiweißreicher Nahrung reicht aus, um das Leben von Ameisen zu verkürzen. Das finden Forscher aus Frankreich und Australien heraus. Das Ergebnis könnte ein Hinweis auf den Grund von massenhaften Bienensterben sein.

Ameisen scheinen einen zu hohen Protein-Gehalt in ihrer Nahrung nicht gut zu vertragen. Wie Experimente zeigen, sinkt die Lebenserwartung der Tiere bei einer entsprechenden Ernährung deutlich. Schon ein einziger Tag mit stark proteinhaltiger Kost verkürze die Lebensspanne der einzelnen Tiere sowie der ganzen Kolonie erheblich, berichten Wissenschaftler aus Frankreich und Australien in den "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences". Die Forscher nehmen an, dass zu viel Protein im Futter auch ein Grund für den Tod von Bienenvölkern sein könnte.

Audrey Dussutour von der Université Paul Sabitier (Toulouse/Frankreich) und Stephen Simpson von der University of Sydney (Australien) hatten zwölf Kolonien Schwarzer Wegameisen (Lasius niger) vom Freiland ins Labor gebracht. Dort verteilten sie die Ameisen auf 128 Versuchskolonien, in denen jeweils rund 200 Arbeiter-Ameisen ohne Königin lebten. Die Ameisen wurden mit Nährlösungen gefüttert, die sich unter anderem im Verhältnis der Proteine zu den Kohlenhydraten unterschieden. Jeden Tag zählten die Forscher die Zahl der toten Ameisen in der Kolonie, bis alle Tiere gestorben waren.

Proteingehalt der Nahrung bestimmt Lebensdauer

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Ameisen sind sozial lebende Tiere.

(Foto: dpa)

Die Versuche zeigten, dass in erster Linie ein hoher Protein-Gehalt und weniger ein Mangel an Kohlenhydraten den Ameisen schadete. Die Arbeiterinnen starben deutlich früher, wenn sie eine besonders proteinreiche Kost bekamen. Am längsten lebten die Tiere, wenn sie Nahrung mit einem Protein-Kohlenhydrat-Verhältnis von 1:5 erhielten.

Gewährten die Forscher den Ameisen Zugang zu zwei Futtertöpfen, von denen einer sehr viel Protein und der andere sehr viel Kohlenhydrate enthielt, stellten die Tiere eine Mischung zusammen, die ihre Lebenserwartung maximierte. Schließlich zeigten die Forscher noch, dass schon ein Tag mit sehr proteinreicher Kost ausreichte, um die Lebenserwartung der gesamten Kolonie um 20 Prozent zu mindern.

Ursachen bleiben unbekannt

Warum ein hoher Proteingehalt den Tieren schadet, wissen die Forscher bisher nicht. Möglicherweise können sie den Nährstoff nicht gut verdauen, weil ihnen im Mitteldarm die entsprechenden Enzyme fehlen. Oder sie haben Probleme damit, die Stoffwechselprodukte auszuscheiden.

Möglicherweise spiele dies auch beim Bienensterben in Nordamerika und Europa eine Rolle, schreiben die Forscher. Es sei denkbar, dass die gängige Praxis, die Bienen mit proteinhaltiger Zusatznahrung zu versorgen, den Tieren schade. Unter Experten werden derzeit Krankheitserreger, Umwelteinflüsse oder auch der Einsatz von Pestiziden als mögliche Auslöser des Bienensterbens diskutiert.

Quelle: ntv.de, dpa

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