Ratgeber

Gestohlen oder verloren: Autoschlüssel weg - was tun?

Von Isabell Noé

Kommt der Hausschlüssel abhanden, ruft man normalerweise den Schlüsseldienst. Beim Autoschlüssel ist die Sache nicht so einfach. Wie soll man vorgehen? Und zahlt die Versicherung, falls etwas passiert?

Den Autoschlüssel auf den Tresen legen? Keine gute Idee.
Den Autoschlüssel auf den Tresen legen? Keine gute Idee.(Foto: HUK Coburg)

Eben war der Autoschlüssel noch in der Jackentasche, jetzt ist er weg. Verloren? Gestohlen? Hektisch werden alle möglichen Ablageorte abgesucht, doch der Schlüssel bleibt verschwunden. Was tun?

Zunächst das Naheliegendste: nachsehen, ob das Auto noch da ist. Ist der Schlüssel beispielsweise in der Kneipe aus der Jackentasche verschwunden, liegt der Verdacht nahe, dass er gestohlen wurde. Dann sollte man umgehend die Polizei alarmieren. Bei sogenannten Keyless-Entry-Systemen ist es Dieben ein Leichtes, auf einem Parkplatz den passenden Wagen zum Schlüssel zu finden, da ist schnelles Handeln gefragt. Praktisch ist es natürlich, wenn man schnell an den Zweitschlüssel kommt. Dann sollte man zusehen, dass man den Wagen in Sicherheit bringt. Eine abschließbare Garage oder ein Innenhof bieten sich an oder aber die Autowerkstatt.

Ganz wichtig: Versicherung einschalten

Sind einem die Autodiebe zuvorgekommen, kann man sich nicht auf die Versicherung verlassen. Zwar ist Autodiebstahl eigentlich ein Fall für die Teilkasko. Doch wenn man nicht mehr alle Originalschlüssel vorweisen kann, stellt sich die Versicherung wahrscheinlich quer. Werden Schlüssel beispielsweise aus unbewachten Taschen oder Kleidungsstücken gestohlen, gilt das normalerweise als grob fahrlässig. Die Folge: Die Versicherung zahlt entweder überhaupt nicht oder nur zum Teil. In neueren Verträgen gibt es zwar oft eine kundenfreundliche Klausel, mit der auf die sogenannte Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet wird. Für Schlüsseldiebstahl gilt die aber normalerweise nicht.

Oft sind Schlüsseldiebe auch gar nicht am Auto an sich interessiert, sondern nur an dem, was drin ist. Wird das Navi ausgebaut, kann das ein Fall für die Teilkaskoversicherung sein, doch für herumliegende Gegenstände haftet sich nicht. Hier könnte allenfalls eine Hausratpolice weiterhelfen. Allerdings wird man normalerweise auch hier das Problem mit der groben Fahrlässigkeit haben, zumal die Police normalerweise auch nicht hilft, wenn Wertsachen aus dem Wagen entwendet werden.

Wenn man sicher ist, dass man den Schlüssel lediglich verloren hat und er nicht in falsche Hände geraten ist, kann man auf die Anzeige bei der Polizei verzichten. Was man aber tun sollte: schnellstmöglich die Versicherung informieren. Das ist oberstes Gebot, wenn ein Schlüssel abhanden kommt, egal auf welche Weise. Wer den Verlust nicht meldet, kann den Versicherungsschutz verlieren, auch wenn der Wagen erst Jahre später gestohlen wird. 

Ersatz kann teuer werden

Die Versicherung ist informiert, die Polizei gegebenenfalls auch? Dann ist es an der Zeit, sich um einen neuen Schlüssel zu kümmern. Womöglich wird die Versicherung verlangen, dass der komplette Schließzylinder ausgetauscht wird, so "Stiftung Warentest". Dann wird es richtig teuer, die Kosten liegen im vierstelligen Bereich. Meistens reiche es aber, einen neuen Schlüssel zu beschaffen. Bei alten Autos mit rein mechanischen Schlössern ist das normalerweise kein Problem. Jeder Schlüsseldienst wird für ein paar Euro Ersatz anfertigen. Voraussetzung ist natürlich, dass man noch einen Zweitschlüssel besitzt, der als Vorlage dient. Ansonsten muss man auch hier in den sauren Apfel beißen und das komplette Schloss tauschen lassen.   

Bei modernen Funkschlüsseln führt der Weg normalerweise über die Werkstatt. Sie wird den bisherigen Code in der Wegfahrsperre löschen und Ersatz bestellen. Fahrzeugbrief und der Personalausweis sollte man dabeihaben. Zwei bis fünf Tage dauert es, bis der Ersatz eintrifft. Den kann man dann aber nicht sofort verwenden. Der Funkschlüssel oder die Schließkarte muss erstmal ans Auto angepasst und natürlich muss auch der Zweitschlüssel umprogrammiert werden. Neben Funkschließung und Wegfahrsperre ist manchmal auch das elektronische Serviceheft auf dem Schlüsselchip gespeichert, entsprechend aufwendig ist die Neuanpassung. Das ganze Prozedere hat seinen Preis, bis zu 270 Euro kann der Schlüsselersatz laut TÜV Nord kosten, bei einzelnen Herstellern wird es noch um einiges teurer. Toyota verlange über 300 Euro, berichtet "Auto Motor Sport", bei Maserati seien es ganze 370 Euro. VW hingegen begnüge sich mit kundenfreundlichen 120 Euro. Das Geld muss man auf jeden Fall selbst bezahlen, die Kaskoversicherung hilft nicht weiter.  

Ist Ihr Auto gut versichert? Zum Vergleich

Quelle: n-tv.de

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