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Gegen automobile Langeweile Alpina im Jahrzehntevergleich

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Drei Alpina-Jahrgänge vereint: B12 6.0, B11 4.0 und B7 Biturbo

Seit Jahrzehnten probt Alpina mit deinen BMW-Modellen den Spagat zwischen höchster Exklusivität und Zuverlässigkeit der Großserie. Das merkt man vor allem dann, wenn man die historischen Modelle B11, B12 und einen aktuellen B7 unter die Füße nimmt.

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Seit Jahrzehnten eher unscheinbar, die BMW von Alpina. Aber unter dem Blech haben sie es in sich.

Diese Streifen müssen einfach sein. Sie sind längst Kult geworden. Die Rede ist von dem legendären Dekor, das den Lack der BMW Alpina-Modelle bereits seit Jahrzehnten ziert und nur dann wegbleibt, wenn der Kunde es möchte. Überhaupt ist bei Alpina Gesetz, das zu tun, was der Kunde möchte. Zumindest, wenn es darum geht, das Interieur auf den persönlichen Geschmack auszurichten. Ob man Grüne Lederpolster mit gelben Kedern möchte oder auch einen violetten Dachhimmel – Alpina macht es möglich.

Bereits seit Anfang der Achtziger ist das Unternehmen als offizieller Hersteller beim Kraftfahrt-Bundesamt registriert – inzwischen gehen jährlich zwischen 1500 und 1700 Exemplare in alle Welt. Natürlich handelt es sich bei den Basisfahrzeugen um BMW, aber es ist cool, wenn auf dem Lenkrad das Alpina-Logo und in der Mittelkonsole die Plakette mit der Produktionsnummer prangen. Und natürlich, wenn die Streifen auf dem Lack dem Kenner schon aus der Ferne zeigen, dass hier ein waschechter Alpina steht – immerhin kein alltägliches Erlebnis.

Ein elegantes Statement

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Das Logo im Lenkrad weist den Alpina als einen solchen aus. Hier den B7 mit 610 PS.

Es macht Spaß, den individualisierten Lederkranz des B7 Biturbo in der Hand zu halten, dessen Basis ein aktueller BMW 7er in Langausführung ist (G12). Der extrem rare B7 – als Testwagen natürlich mit Dekorstreifen und Modellschriftzug ausgerüstet – ist keine plump veredelte BMW-Oberklasse, sondern ein elegant zurechtgemachtes Statement gegen automobile Langeweile von der Stange. So haben die Alpina-Spezialisten ihre Vierrohr-Auspuffanlage fein säuberlich in den Stoßfänger integriert, und der Frontspoiler ist ebenso dezent gehalten wie die Lippe auf dem Kofferraumdeckel. Ein bisschen Lametta darf sein, zumal auch der Abtrieb bei schnellen Autobahnrunden hilfreich sein dürfte. Während die Performance-Varianten aus dem Hause BMW selbst mit diversen Paketen immer noch knapp unterhalb von 310 km/h eingebremst werden, lässt Alpina seinen Produkten freien Lauf. So ist der B7 Biturbo mit 330 km/h in den Papieren eingetragen und gehört zu den weltweit schnellsten Limousinen.

Zeitreise in die Neunziger. Alpina bringt den damals neu aufgelegten 740i (E32) mit frisch entwickeltem Achtzylinder als B11 4.0 auf den Markt. Schriftzug und Doppelrohr weisen darauf hin, dass es sich um ein besonders rares Exemplar handelt – denn der B11 soll nur sieben Mal entstehen. Das macht ihn heute zum begehrten Sammler-Objekt, allerdings würde ein Blick in die einschlägigen Gebrauchtwagenbörsen wenig bringen. Unter Alpina-Sammlern ist bekannt, wo jedes einzelne Exemplar steht, und niemand ist derzeit verkaufsbereit.

B11 - verhalten und beschaulich

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Im Cockpit des Alpina B11 sind Displays noch Mangelware.

Eine kleine Probefahrt mit dem Fotoexemplar ist immerhin drin, und das Thema B11 passt gut in die aktuelle Zeit der Diskussionen um Zylinder-Reduktion und zeigt auch den jeweils aktuellen Zeitgeist, von dem die Alpina-Produktwelt geprägt ist. Mit 315 PS steht der Vierliter gut im Futter, beschleunigt natürlich für heutige Verhältnisse beschaulich. Aber immerhin – abgeregelt ist auch er nicht und schafft 260 km/h, wenn man ihm nur langen Anlauf lässt. Doch trotz hoher Fahrleistungen bleiben die Alpina-Versionen immer komfortbetont, betten ihre Passagiere samtig und geben sich auch von der Tonart zurückhaltend. So säuselt der B11 4.0 analog zu seiner Basis 740i allenfalls zart, bollert nicht einmal, sondern setzt sich einfach nur fast lautlos in Bewegung.

Lautlos bewegen kann erst recht der von BMW entwickelte Zwölfzylinder der Baureihe E38. In der letzten Ausbaustufe haben die Ingenieure aus Buchloe den Hubraum von 5,4 auf sechs Liter erweitert und die Leistung von 326 PS auf 430 PS angehoben. Damit wird der in dieser Runde angetretene B12 6.0 zum superschnellen Expressgleiter. Zurückhaltend im Ton, aber muskelgeladen kann man sich per Gaspedalbefehl auf quasi jedes Tempo innerhalb der 291 km/h-Grenze zoomen.

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Im Alpina B12 kam ein frühes vollintegriertes Navi zum Einsatz

Für den Standardsprint auf 100 km/h sollen lediglich 5,9 Sekunden vergehen, das ist selbst heute noch ziemlich schnell. Viel beeindruckender aber ist, wie mühelos der Luxusliner seine menschliche Fracht in üppigen Lederfauteuils an noch so weite Ziele bringt. Aus Richtung Bug ist es längst still geworden, während der Fünfmeter-Brocken mit sanftem Nachschwung über Autobahnwellen schwebt und der Wind dezent rauschend klarmacht, dass man das Terrain der Richtgeschwindigkeit bereits verlassen hat.

B7 ohne Sound-Kitsch

Diese Disziplin beherrscht der neuzeitliche G12 freilich noch virtuoser. Man sitzt entkoppelt in seiner eigenen Welt, geprägt von Hightech-Stühlen vorn und hinten mit elektrischer Verstellung, Lüftung und Massage. Überall sind Displays, das Fahren ist offenbar Nebensache geworden. Man kann den B7 mit dem rechten Pedal aber ganz schnell in Sphären bringen, in denen das Fahren wieder zur Hauptsache wird. Dann avanciert er zum Supercar-Jäger und kann auch den ganz Großen und Flachen das Wasser reichen.

Selbst das tut er mit Zurückhaltung, nahezu lautlos, unaufgeregt und ohne Sound-Kitsch. Mit seiner schieren Leistung von 608 PS bleibt der achtzylindrige B7 Biturbo nur symbolisch unter dem 610 PS starken M760Li, ist dafür mit einem Grundpreis von 149.400 Euro aber ein wahres Schnäppchen angesichts des Gebotenen. Wer in diesem Preis-Segment sucht, sollte Alpina also durchaus auf seine Einkaufsliste setzen. Zur Inspektion nimmt ihn übrigens auch der BMW-Partner um die Ecke. Ein hochexklusives Auto so mühelos im Alltag fahren, geht wirklich nur bei Alpina.

Quelle: ntv.de, Patrick Broich, sp-x

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