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Bestechender Kompaktsportler Audi TT RS - Alternative zu Porsche und Co.?

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Der Audi TT RS wird im Herbst zu Preisen ab 66.400 Euro auf den Markt kommen.

Mehr als 7000 Audi TT RS hat Audi von der letzten Serie verkauft. Jetzt steht ist der neu da: Kompakter, leichter, agiler und mit 400 PS der Stärkste seiner Klasse, zeigt er auf dem Rundkurs in Le Mans seine Qualitäten.

Tom Kristensen, neunmaliger Gewinner von Le Mans, des berühmtesten Langstreckenrennens der Welt, gibt im Führungsfahrzeug nur eine kurze Anweisung über Funk: "Bitte nicht überholen!" Dann gibt der Däne Gas. Im neuen TT RS geht es hinterher. Das Modell ist nicht nur Audis heißester Kompaktsportler, sondern auch der stärkste in seinem Segment.

Sein neu entwickelter Fünfzylinder-Turbo leistet 40 PS mehr als der Vorgänger und bring es nun auf 400 PS, mehr als jeder seiner wenigen Konkurrenten. Selbst ein Porsche 718 Cayman S kann hier nicht mithalten. Auch der Basis-Carrera nicht. Und gegen die Porsche-Ikone ist der Audi TT RS fast schon ein Schnäppchen. Das Coupé kostet mit 66.400 Euro rund 30.000 Euro weniger. Der TT RS Roadster startet bei 69.200 Euro. Beide sind ab Herbst im Handel.

Warten lohnt sich

Das Warten wird sich lohnen. Dies schon mal vorab. Nie zuvor hat Audi einen knackigeren Sportwagen auf die Räder gestellt als dieses Mal mit dem TT RS. Ein Spaßgerät erster Güte. Das zeigen schon die ersten Kilometer auf dem legendären, 13,6 Kilometer langen Kurs von Le Mans. Rasiermesserscharf reagiert die Lenkung. Kurven durchzieht der Audi in einem Tempo, als gäbe es keine physikalischen Grundgesetze. Der Quattro-Antrieb scheint sich förmlich mit dem Asphalt zu verzahnen. Wenn es für dieses Auto einen Grenzbereich gibt, dann liegt dieser ganz gewiss beim Fahrer.

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Auf der Rennstrecke in Les Mans zeigt der Kampfsportler sein Können.

Hinzu kommt der herrliche Sound des Fünfzylinders, der scheinbar vom Gasgeber gar nicht genug kriegen kann, so leichtfüßig und spielerisch dreht der TFSI hoch. Das Aggregat ist eine komplette Neuentwicklung, auch wenn es einen Vorläufer gab. Dieser allerdings besaß noch einen Grauguss-Block. Jetzt besteht der Motor komplett aus Aluminium und wiegt 26 Kilogramm weniger. "Das sind Welten auf der Vorderachse", sagt Stephan Reil, Leiter Technische Entwicklung Quattro GmbH. Zusammen mit der höheren Leistung ergibt das eine Agilität, die schwer zu übertreffen ist. Der neue TT RS wiegt lediglich 1440 Kilogramm. Danach müssen nur 3,6 Kilogramm ein PS nach vorne treiben. Macht 3,7 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h. Das wiederum hat Ferrari-Niveau.

Liebe zum Detail

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Manch einer ist so begeistert von seiner Fahrt, dass er sie mit der Gopro aufzeichnen muss.

An Tom Kristensen dran zu bleiben, bleibt trotzdem keine einfache Sache. Mit über 260 km/h geht es die scheinbar endlose Hunaudieres-Gerade hinunter. Präzise und wohl dosiert packen die Bremsen zu. Die anschließende Spitzkehre Mulsanne meistert der TT RS als führe er auf Schienen, um sogleich mit bestem Grip aus ihr heraus zu beschleunigen. Das Gleiche gilt für das Porsche Doppel-S auf dem Weg zu den Tribünen, zum berühmten Dunlop-Bogen und den Zuschauern, die gerade noch das Qualifying der LMP1-Renner verfolgt haben. Ohne Zweifel: Audis Top-TT macht süchtig, erst recht mit dem 7-Gang-Direktschaltgetriebe. Nur ein Wimpernschlag vergeht und der nächste Gang sitzt.

Dass es auch die Liebe zum Detail gibt, zeigt der TT RS einmal mehr im Cockpit. Wie im R8 liegt der feuerrote Startknopf im Lenkrad. Ebenso der Schalter für das Drive Select Fahrwerk. Dessen Spreizung gelang noch besser als beim Vorgänger. Guter Komfort im Alltag, straffes Programm für die Piste. Das perfekte Package. Serienmäßig hat der TT RS das digitale "Virtual Cockpit" an Bord. Es lässt sich in drei Modi umschalten, je nach Vorliebe und Einsatz. In der Basiseinstellung dominiert der große Drehzahlmesser. Als kleines Gimmick mahnt ein Schaltblitz, wenn es Zeit für den Gangwechsel wird.

Über 7000 TT RS hat Audi vom Vorgängermodell verkauft. Entwicklungschef Stephan Reil ist sich sicher, dass es dieses Mal mehr werden. "Die Nachfrage nach diesem Auto ist angebotsinduziert", so Reil. Will heißen: Kunden wollen ein Produkt haben, sobald es dieses gibt, selbst wenn sie zuvor auch ohne gut zurechtgekommen sind.

Quelle: ntv.de, Michael Specht, sp-x