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DriveNow, MyTaxi und mehr BMW und Daimler vereinen Mobilitätsunternehmen

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14 Unternehmen vereinen BMW und Daimler jetzt unter einem gemeinsamen Dach.

(Foto: Daimler)

Insgesamt 14 ihrer digitalen Unternehmen für urbane Mobilität haben Daimler und BMW jetzt unter einem Dach vereint. MyTaxi, DriveNow, Car2go - in Zukunft gibt es alles aus einer Hand. Die Chefs der beiden Autobauer versprechen sich viel davon. Und was bringt es für die Kunden?

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Die neue Gemeinschaft wurde von den Chefs beider Unternehmen, Harald Krüger (BMW, l.) und Dieter Zetsche (Daimler), verkündet.

(Foto: Daimler)

DriveNow, Car2go, MyTaxi, ParkNow - kaum jemand, der diese Marken der urbanen Mobilität nicht kennt. Und eigentlich weiß auch jeder, der diese Angebote per App, Smartphone und Kreditkarte nutzt, dass dahinter zwei Big Player des deutschen Automobilbaus stehen: BMW und Mercedes. Nun sind gerade die Leihwagen-Angebote nur bedingt profitabel. Andere sind monetär durchaus lukrativ. Heute nun haben die Chefs der beiden Premiumhersteller, Harald Krüger (BMW) und Dieter Zetsche (Mercedes), bekannt gegeben, dass man gerade in diesem Bereich in Zukunft die Kräfte bündeln wird.

In dem Bewusstsein, dass dem einen oder anderen Betrachter die neue Freundschaft komisch vorkommt, betonte Zetsche auf der Pressekonferenz, dass man beim Verkauf "der Autos schon um die Kunden kämpft", aber an dieser Stelle "erkannt hat, dass es sinnvoll ist, die Kräfte zu bündeln". Und Krüger betont, "dass es für die Kunden nur Vorteile bringen wird", wenn zwei Unternehmen wie BMW und Mercedes in diesem Business zusammenarbeiten.

14 Marken unter einem Dach

Nunmehr vereinen sich unter dem Dach des bayrisch-schwäbischen Joint-Ventures 14 Marken. "Wir schaffen einen weltweit führenden Gamechanger. Er wird unseren heute bereits rund 60 Millionen Kunden Mobilität in einem nahtlos vernetzten, nachhaltigen Ökosystem aus CarSharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität ermöglichen", so Krüger.

In Summe verschmelzen fünf Services zu einem Mobilitätsangebot mit, so Krüger, "vollelektrischen und selbstfahrenden Flotten, die sich selbständig aufladen und parken sowie mit anderen Verkehrsmitteln vernetzen lassen". Doch bis diese Vision Wirklichkeit wird, dürfte noch einiges Wasser die Spree hinunterlaufen und, so Zetsche, "mehr als eine Milliarde Euro" in das Unternehmen investiert werden. Das Projekt ist natürlich ein international angelegtes Unterfangen, deren Kundenbasis vor allem in den USA und Europa liegt.

MyTaxi, DriveNow, ParkNow - in fünf Sparten zusammengeführt

Für die Kunden wird sich die Zusammenarbeit, die nach Aussage beider Chefs natürlich nichts anderes als erfolgreich sein kann, wie folgt darstellen. Fangen wir mit dem an, was wohl die bekanntesten Produkte der beiden Automarken zusammenführt: Hinter dem neuen Mobilitätsdienst Free Now können die Kunden wie gehabt über eine App ein Taxi bestellen. MyTaxi selbst informierte die Kundschaft heute, dass man weiterhin immer zuverlässig da sein wird, aber eben als "ein Teil der neuen Markenfamilie". "In den kommenden Wochen", so ist weiter zu lesen, "werden App und Marke zunächst frische Farben und ein neues Logo bekommen; im Laufe des Jahres verwandelt sich MyTaxi dann in Free Now". Während für BMW und Daimler unter der Marke in Zukunft auch die Vermittlung von "privaten Fahrern und E-Scootern" anbieten möchte, betont MyTaxi unterdessen, dass sie für den Moment einzig und allein mit "lizenzierten Taxifahrern" zusammenarbeiten werden. Also keine Angts, wer in Zukunft ein Taxi ruft, wird keinen E-Roller bekommen.

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MyTaxi hat die Kundschaft über die Veränderung bereits informiert.

(Foto: Daimler)

Hinter Share Now wird sich in Zukunft das CarSharing-Geschäft verbergen. Wie gehabt bestellt die Kundschaft den Privatwagen eines Nutzers, kann jetzt aber auf insgesamt 20.000 Fahrzeuge in 31 Städten dieser Welt zugreifen. Ob sich damit auch der immer enger gewordene Bewegungsradius in den Großstädten wieder erweitert, darf bezweifelt werden. Daimler und BMW versprechen sich hier aber eine größere Auslastung der Fahrzeuge, die gleichsam "zu einer Reduktion der Gesamtzahl von Autos in den Städten beitragen soll". Im Übrigen eine Rechnung, die unter den alten Bedingungen propagiert wurde, aber bis dato nicht aufging.

Über Park Now muss nicht viel gesagt werden. Mit diesem Service soll das Parken am Straßenrand und in Parkhäusern auf digitalem Weg vereinfacht werden. Die App soll in Zukunft bei der Parkplatzsuche helfen, Parkplätze reservieren, die Parkdauer steuern und das ticketlose Einfahren in Parkhäuser ermöglichen. Auch diese App ist nicht neu. Aber einige der aufgeführten Angebote müssen erst sukzessive hinzugefügt werden.

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Wie gehabt kann man über die App auch Tickets für den Nahverkehr kaufen.

(Foto: Daimler)

Mit Reach Now sollen in Zukunft mehr als 6,7 Millionen Menschen einfach und direkt auf unterschiedliche Mobilitätslösungen innerhalb einer multimodalen Mobilitätsplattform zugreifen: Über die Apps von Reach Now – früher Car2go und Drive Now - werden den Nutzern verschiedene Optionen angeboten, von A nach B zu gelangen. Nahverkehr-Tickets können direkt gebucht und bezahlt werden, ebenso Mobilitätsoptionen wie etwa CarSharing, Ride-Hailing oder Leihräder.

Fünfter und letzter Punkt ist Charge Now. Eigentlich auch selbsterklärend. Die App dahinter soll es den Fahrern von Elektrofahrzeugen einfach machen, öffentliche Ladestationen im In- und Ausland zu finden, zu nutzen und zu bezahlen. Der Vorteil für den Kunden ist, dass sich hinter Charge Now über 250 Ladestationsbetreiber vereinen. Das wiederum lässt die problemlose Nutzung verschiedenster Ladesäulen zu und könnte zu einem schnelleren Wachstum der Zahl weiterer Ladepunkte führen.

Alles unter einem Dach

Letztlich werden sich die fünf Now-Angebote aber in einer Gesamt-App vereinen, sodass der Kunde je nach persönlichem Gusto auf das für ihn entsprechende Angebot zurückgreifen kann. Wann es so weit ist? Zetsche und Krüger sprachen von drei bis fünf Wochen. Also, wirklich viel Zeit will man hier nicht verstreichen lassen.

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1er BMW oder smart als Mietwagen? Auch das geht künftig über eine App.

(Foto: Daimler)

Ob diese Zusammenarbeit am Ende weitere gemeinsame Projekte nach sich ziehen wird, ließen die beiden CEO offen. Schließlich böte es sich bei einem derart flächendeckenden Projekt auch an, bei der Entwicklung autonom fahrender Autos zu kooperieren. "Warum sollten wir perspektivisch nicht auch auf diesem Gebiet zusammenarbeiten?", so Zetsche. "Momentan", so schränken aber beide CEO ein, konzentriere man sich auf die fünf Services und werde sehen, wie sich das entwickelt und wo man weitere gemeinsame Ansatzpunkte finden könne.

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Quelle: n-tv.de

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