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Nordschleifenrekord geplant Delage D12 - Auferstehung mit Hypercar

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Der Delage D12 hat eine Systemleistung von 1130 PS und reicht ein maximales Drehmoment von 1077 Newtonmetern an die Räder weiter.

(Foto: Delage)

Einst war Delage den Kennern feiner Automobile als französische Luxusmarke bekannt. Doch im Jahr 1953 wurden die Lichter in den Produktionshallen gelöscht. Jetzt kehrt die Marke mit neuem Schwung, einem Hybrid-Hypercar und ambitionierten Plänen auf den Markt zurück.

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Laurent Tapie will mit Delage wieder auf Erfolgskurs fahren.

(Foto: Delage)

Die französische Automarke Delage dürfte heute kaum noch jemandem ein Begriff sein. 1905 wurde sie von Louis Delage gegründet. Unter seinem Namen fanden vor allem sportliche Automobile der Luxusklasse den Weg zu den Kunden. Der Zweite Weltkrieg brachte das Unternehmen, wie viele andere auch, ins Straucheln. Noch bis 1953 bot Delage Autos an, dann musste er bankrott aufgeben. Insgesamt wurden in den 48 Jahren des Bestehens wohl nicht viel mehr als 50.000 Fahrzeuge verkauft. Einige von ihnen sind heute begehrte Sammlerstücke, für die Millionenbeträge ausgegeben werden.

Unterdessen schickt sich ein junger Mann an, der ehrwürdigen Marke Delage neues Leben einzuhauchen. Sein Name ist Laurent Tapie. Gemeinsam mit dem "Delage Owners- und Collectors-Club" will der Sohn des französischen Unternehmers, Politikers und Fußball-Funktionärs Bernard Tapie im kommenden Jahr mit einem Delage D12, einem absolut kompromisslosen Hybrid-Hypercar, auf den Markt drängen.

14 Sekunden bis Tempo 300

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Der Antrieb des Delage D12 sitzt im Rücken der beiden Passagiere des Boliden.

(Foto: Delage)

Doch bevor es so weit ist, soll sich der futuristische Kohlefaser-Bolide seine Meriten auf dem Nürburgring verdienen. Für den angestrebten Rundenrekord auf der Nordschleife hat sich Tapie unter anderem Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve ins Boot geholt. Antriebsseitig soll die Kombination aus einem 7,6-Liter-V12-Saugbenziner und einem E-Motor für die schnelle Runde sorgen. Im Zusammenspiel wird das Motoren-Duo via Achtgang-Automatik 1130 PS und 1077 Newtonmeter Drehmoment als Systemleistung bereitstellen, wobei allein der Verbrenner 990 PS und 833 Newtonmeter beisteuert. Angesichts der 1,4 Tonnen Gewicht wird die Sprintzeit auf 100 km/h mit 2,6 Sekunden angegeben, die 300er-Marke soll nach 14,1 Sekunden fallen. Maximal sind laut Tapie 360 km/h möglich.

Der Antrieb sitzt übrigens im Rücken der beiden Insassen, die zentral und hintereinander im kuppelartig nach vorne öffnenden D12-Cockpit Platz nehmen. Die Radaufhängung arbeitet im Stil der Formel-1-Boliden mit offen liegenden Querlenkern und Pushrod-Stoßdämpfern. Die Radhäuser für die auf Kohlefaser-Felgen gezogenen Pneus sind nur vor und hinter den Rädern mit der Karosserie verbunden und tragen auf ihren äußeren Rändern die beiden Rückspiegel. Auch die zerklüftete Front mit vielen Flügelelementen hat keine Designernischen-Raffinessen, sondern ist ausschließlich der besseren Aerodynamik geschuldet.

30 Delage D12 werden gebaut

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In weniger als 6 Minuten und 40 Sekunden soll der Delage D12 die Nordschleife des Nürburgrings im kommenden Jahr umkurven.

(Foto: Delage)

Auch bei der Platzierung der Lufteinlässe standen Formel-1-Rennwagen Pate. Der riesige Heckflügel ist verstellbar und überragt das offene Hinterteil mit den beiden Endrohren. Die rücken - ähnlich wie bei den Sportwagen von McLaren - nach oben, um Platz für den ausladenden Diffusor zu schaffen. Die Heckleuchten hingegen verlaufen direkt darunter als schmales Band und ziehen sich über die gesamte Fahrzeugbreite.

Tapie ist zuversichtlich, mit seinem D12 kommendes Jahr einen neuen Rundenrekord für Straßenfahrzeuge auf der Nordschleife des Nürburgrings aufstellen zu können. Eine nur 1,3 Tonnen leichte Clubsport-Version soll den Rundkurs in weniger als 6 Minuten 40 Sekunden durcheilen. Gelingt dies, wird - so hätte es Tapie gern - das Kaufinteresse potenzieller Kunden enorm steigen. Die müssen neben dem Wunsch, eines der 30 zu erwartenden D12-Modelle zu bekommen, aber auch rund zwei Millionen Euro bereithalten. Denn mindestens so viel wird der rasende Delage D12 am Ende kosten.

Quelle: ntv.de, hpr