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Mehr Auto als je zuvor Suzuki Jimny - Mikro-G-Klasse aus Japan

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Der neue Suzuki Jimny in der Farbe Kinetic ist ein Hingucker.

Nach zwei Jahrzehnten hat Suzuki dem Jimny endlich einen würdigen Nachfolger gebaut. Der kultige Kraxler kann nicht nur mit Offroad-Qualitäten punkten, auch auf der Straße ist der kleine Japaner nun wirklich ein Auto.

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Der Suzuki Jimny kann auch in der Neuauflage Gelände.

Man kann den Suzuki-Designern nur gratulieren. Der Jimny, der seit 20 Jahren ein tristes Dasein auf deutschen Straßen fristet, geht in die nächste Generation. Und die hat es optisch in sich. Die nur noch 3,48 Meter lange Karosserie des Kleinstgeländewagens (minus fünf Zentimeter, inklusive Reserverad: 3,65 Meter) erinnert an eine geschrumpfte Mischung aus Mercedes G-Klasse und Land Rover Defender. Zwei Klassiker, die vereint und verkleinert eine äußert sympathische Form abgeben. Ergänzt man beim Kühlergrill noch eine Spur Ur-Jimny-DNA, ist der Neue komplett. Und er kommt richtig gut an. Sowohl Jung als auch Alt reagieren freudig, wenn der knallgelbe Kasten während der Testfahrt ums Eck biegt.

Doch der neue Jimny kann nicht nur schnucklig aussehen, auch seine Paradedisziplin, das Gelände, hat der Japaner nicht verlernt. Mit zuschaltbaren Allradantrieb versehen, kraxelt der Suzuki, was das Zeug hält. Vor allem die Offroad-Untersetzung weiß in unwegsamem Terrain zu überzeugen. Die Bodenfreiheit von 21 Zentimetern ist dabei auch nicht ganz unwichtig. Böschungs- und Rampenwinkel sind ebenfalls gewachsen. Und so nimmt der kleine Jimny große Löcher, tiefe Furchen und steile Hänge mit einer Leichtigkeit, die wir bisher vor allem von seinen großen Design-Vorbildern kannten.

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Das Cockpit ist funktional, leidet aber unter der vielen Plastik.

Auch Wasserdurchfahrten sind kein Problem. Der Jimny, der geländewagentypisch weiterhin auf einem klassischen, aber im Vergleich zum Vorgänger deutlich verstärkten Leiterrahmen aufbaut, ist auch dank seiner kompakten Maße ein praktisches Wald- und Wiesen-Auto. Wo größere Gefährte einen Umweg fahren müssen, kann der 1,65 Meter breite Japaner einfach zwischen den Bäumen hindurchflitzen.

Flotter Motor, gute Schaltung

Dass der Jimny auch in seiner jüngsten Generation mit Offroad-Talent gesegnet sein würde, daran gab es kaum Zweifel. Größer waren da schon die Sorgen, ob Suzuki es schaffen würde, dem knorrigen Kasten auch Manieren auf der Straße beizubringen. Das fängt schon beim Motor an: Suzuki hat das alte 1,3-Liter-Aggregat in Rente geschickt und einen neuen 1,5 Liter großen Saugmotor mit 102 PS entwickelt, der im Jimny wunderbar mit der hervorragenden manuellen Fünfgang-Schaltung harmoniert.

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Der Schaltknauf wirkt wie aus einem anderen Jahrhundert.

Deren Schaltknauf wirkt zwar optisch wie aus dem vergangenen Jahrhundert, ist in der Handhabung aber ein solides Stück Technik und weder ungenau in der Führung noch knochig bei den Übergängen. Für die Basisversion Comfort ist außerdem eine Viergang-Automatik zu bekommen, die traditionell vor allem bei Jägern und Förstern Zuspruch findet, die im Kriechgang durchs Gelände müssen.

Zwar ist das neue Triebwerk mit einem maximalen Drehmoment von 130 Newtonmetern kein Kraftwunder, dreht man den Vierzylinder aber saugertypisch aus, kommt mit wachsender Geräuschkulisse auch der Vorwärtsdrang. Ausschlaggebend für den Einsatz eines Saugmotors waren laut Suzuki das bessere Ansprechverhalten und das höhere Drehmoment in Anfahrsituationen beim Geländeeinsatz.

Beschleunigung bleibt ein Geheimnis

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Der Suzuki Jimny kann jetzt auch Straße.

Einen 0-100-Wert gibt Suzuki nicht an, hier von Selbstschutz zu sprechen wäre aber falsch, denn so schlecht beschleunigt der Jimny nicht. Auf der Landstraße reicht die Leistung zur flotten Fortbewegung und auf der Autobahn muss sich der Kleine mit einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h zumindest nicht permanent auf der LKW-Spur verstecken. Einziger Kritikpunkt auf technischer Seite: Ein sechster Gang würde dem Fahrzeug besonders auf der Schnellstraße sehr gut tun. Hier übersteigt das Fahrgeräusch auf Dauer dann doch das erträgliche Maß. Der Durchschnittsverbrauch auf einer Testrunde inklusive Landstraße, Stadtverkehr und Autobahn lag bei 7,2 Litern, Suzuki gibt den nur 1090 Kilogramm schweren Jimny im Mittel mit 6,8 Litern an.

Für viel Freude sorgt neben dem bodenständigen Antrieb auch das Fahrwerk, das auf der Straße angenehm federt und im harten Offroad-Einsatz genügend Reserven für gröbere Manöver bietet. Lediglich die Lenkung ist gewöhnungsbedürftig: Hier muss ordentlich gekurbelt werden, um eine Kurve sauber zu erwischen. Das quittiert die Aufhängung dann auch mit einer beeindruckenden Schräglage, die aber nach zwei Ecken zur Gewohnheit wird.

Hartplastik und Platznot im Fond

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Bei 85 Litern Platz hinter der Heckklappe kann von Stauraum keine Rede sein.

Ein weiterer Punkt auf der Agenda der Jimny-Entwickler war die Neugestaltung des Innenraums. Und auch hier findet sich mit dem Haltegriff vor dem Beifahrer eine Hommage an die G-Klasse. Im Großen und Ganzen ist das Cockpit okay, lediglich die inflationäre Verwendung günstigsten Hartplastiks dürfte bei vielen Kunden auf Unverständnis stoßen. Leider geht mit dem Materialmix auch eine ziemliche Geruchsbelastung einher, das Plastik dünstet besonders unter Sonneneinstrahlung recht unangenehme Gerüche aus. Auch ein paar zusätzliche Ablagemöglichkeiten hätten dem Jimny sicher gut getan.

Das Kofferraumvolumen von 85 Litern ist zwar angesichts des kaum vorhandenen Platzes hinter der Rücksitzbank beinahe nicht zu glauben, legt man die Sitze allerdings um, fasst der Jimny immerhin 377 Liter. Und: Da man wohl eher selten jemanden davon überzeugen kann, sich in den Fond zu quetschen, kann die Sitzbank getrost umgelegt bleiben. Das schafft Platz für Einkäufe und schont die Gelenke potenzieller Fahrgäste. Hilfreich dürfte die um beinahe 40 Zentimeter breitere Ladeöffnung im Heck vor allem für sperrigere Güter sein.

Im Großen und Ganzen hat Suzuki mit dem neuen Jimny einen hervorragenden Kleinstgeländewagen auf die Räder gestellt, der auch auf der Straße gute Manieren zeigt und sich hier deutlich vom Vorgänger absetzt. Wer dann noch statt der Basisvariante (17.915 Euro) das Topmodell Comfort+ (19.985 Euro) wählt, bekommt mit diversen Fahrassistenten, Infotainment, Klimaautomatik und Verkehrszeichenerkennung ein richtig gut ausgestattetes Auto, das sich vom weichgespülten SUV-Einheitsbrei vor allem durch seine ehrliche Art und die knuffige Optik abhebt. Das dürfte nicht nur in Japan gut funktionieren, wo der Jimny bereits auf zwei Jahre ausverkauft ist. Auch hierzulande will der Hersteller ab der Markteinführung am 27. Oktober bis zum Ende des Jahres noch 1800 Jimny auf die Straße bringen.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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