Auto

Im Autoquartett abgehängt Tesla verliert ordentlich PS

Tesla_Model_S.jpg

Der Tesla ist zwar immer noch schnell, muss aber seine Leistung nach unten korrigieren.

90.000 defekte Gurte sind schlimmer, aber der Verlust von 233 PS tut ebenso weh. Auch wenn es nur um die Spitzenposition im Autoquartett geht. Nach einer einfachen Rechenübung muss Tesla jetzt nämlich die Leistungsangaben seines Model S korrigieren.

Tesla musste die Leistungsangaben seines Model S ändern. Wurden bisher bei der Elektro-Limousine mit Allrad-Antrieb die PS-Angaben der beiden Motoren an Vorder- und Hinterachse addiert, muss die Sache nun etwas differenzierter betrachtet werden. Nach einer EU-Regelung ist die Summierung hier nämlich nicht zulässig. Aus gutem Grund, denn die Batterie ist nicht in der Lage, beide Elektromotoren gleichzeitig unter Volllast zu betreiben. Deshalb muss Tesla unter Berücksichtigung dieses Umstandes eine maximal erreichbare Höchstleistung angeben.

Ein Beispiel: Beim stärksten Modell, dem P85D, gab Tesla bisher eine Leistung von 772 PS an. Die ergibt sich rechnerisch aus der Addition von 262 PS an der Vorderachse und 510 PS an der Hinterachse. Da aber, wie oben erläutert, nicht beide Motoren mit voller Kraft betrieben werden können, bringt der Wagen auch keine 772 PS auf die Straße.

Tesla gibt nun als neue "batteriebegrenzte Motorwellen-Höchstleistung" für den P85D 539 PS an. Das Model S als 85D kommt auf 442 PS und der 70D auf 332 PS. Die Drehmomentangaben der drei Modelle von 967, 660 und 525 Newtonmetern ändern sich aber nicht. Ebenso wenig die Beschleunigung (P85D in 3,0 s 0-100 km/h), da sich an dem Fahrzeug außer der neuen Berechnung für die Leistung technisch nichts geändert hat.

Vor wenigen Tagen musste Tesla 90.000 seiner Fahrzeuge in die Werkstätten rufen, weil die Befestigung der Sitzgurte überprüft werden muss. Zuvor war diese bei einem in Europa ausgelieferten Modell US-Medienberichten zufolge gebrochen, ohne dass es zuvor einen Unfall gegeben hätte. Zuletzt war Tesla wegen mangelnder Qualität in die Kritik geraten. Die einflussreiche US-Organisation "Consumer Reports" hatte nach Analysen von Kundenbeschwerden ihre Kaufempfehlung für das Model S zurückgezogen.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x