Gebrauchte

Nicht schnittig aber bequem Mercedes B-Klasse - Gebraucht-Liebling des TÜV

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Die B-Klasse ist vielleicht nicht der schnittigste Stern am Mercedes-Himmel, aber ein sehr praktischer.

(Foto: Daimler-AG)

Bieder? Langweilig? Egal was man der Mercedes B-Klasse der Jahrgänge 2011 bis 2018 unterstellt, sie punktet als Gebrauchtwagen mit ihren inneren Werten. Und die dürften bei genauem Hingucken nicht nur ältere Autofahrer überzeugen.

Die Mercedes B-Klasse, der W 246, der von 2011 bis 2018 gebaut wurde, gehört nicht unbedingt zu den schnittigsten Modellen, die unter dem Stern fahren. Allerdings punktet die B-Klasse mit Platz und vielen Sicherheitsmerkmalen. Zudem gelingt der Ein- und Ausstieg ohne Verrenkungen. Die zweite Generation des kompakten Vans wurde daher, nachdem die A-Klasse in der dritten Generation (2012 bis 2018) zu einer hippen Steilheck-Limousine mutierte, zum Hoffnungsträger der Käufer mit "Rücken" und Gleitsichtbrille.

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Auf einer Länge von 4,39 Meter bietet die Mercedes B-Klasse ausreichend Platz.

(Foto: Daimler AG)

Anders als das Vorgängermodell verfügt die zweite Generation nicht mehr über einen doppelten Boden. Dafür streckt sie sich über eine Länge von 4,39 Metern. Die Länge, verbunden mit einem größeren Radstand, kommt besonders den Fondpassagieren zugute, die sich über viel Kniefreiheit freuen können. Das Kofferraumvolumen beträgt 488 bis 1547 Liter. Eine verschiebbare Rücksitzbank, ein in der Höhe verstellbarer Ladeboden sowie eine umklappbare Beifahrersitzlehne waren seinerzeit mit einem Kreuz in der Optionsliste verbunden.

Wo das Außen-Design immer noch eher bieder wirkt, überrascht das Interieur mit modernen Stil- und Ausstattungselementen. Ende 2014 erhielt die B-Klasse ein Facelift. Hier gab es kleine Modifikationen am Kühlergrill und an den Leuchten sowie Retuschen im Innenraum. Der freistehende Bildschirm fiel mit knapp acht Zoll eine Nummer größer aus als zuvor, die Ambiente-Beleuchtung bot nun 12 Farben.

Reichlich Treibsätze im Angebot

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Der Innenraum der B-Klasse glich damals schon dem der A-Klasse, was einen echten Kontrast zur biederen Außenhaut schaffte.

(Foto: Daimler AG)

Die Antriebspalette umfasste Benziner und Diesel im Leistungsband von 90 PS bis 211 PS. Für die Kraftübertragung sorgen manuelle Sechsgang-Getriebe oder Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die turboaufgeladenen 1,6-Liter-Ottomotoren mit Direkteinspritzung kommen auf 102 PS (B160), 122 PS (B180) und 156 PS (B200). Der Zweiliter-Turbo war in den Ausbaustufen mit 184 PS als B220 4Matic sowie mit 211 PS als B250 erhältlich. Den B250 gab es sowohl mit Front- als auch mit Allradantrieb.

Bei den Selbstzündern, die mit 1,5-, 1,8- und 2,1 Litern Hubraum und mit 90 PS (B160 CDI), 109 PS(B180 CDI), 136 PS (B200 CDI) und 177 PS (B220 CDI) vorfahren, sind bei den Motorisierungen B200 CDI und B220 CDI Allradversionen im Angebot. Außerdem gab es eine Erdgasvariante mit 156 PS. Eine 180 PS starke Elektro-Version kam 2015 auf den Markt und wurde bis Ende 2017 angeboten, war aber mit 155 Kilometern nicht besonders reichweitenstark, fuhr in der Spitze aber immerhin 160 km/h.

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488 bis 1547 Liter Kofferraumvolumen lassen die Mercedes B-Klasse auch einiges schlucken.

(Foto: Daimler AG)

Beim Thema Sicherheit erlaubte sich die B-Klasse keine Patzer und erreichte beim NCAP-Crashtest eine fünf-Sterne-Bewertung. Ab Werk an Bord waren unter anderem das radargestützte Kollisionswarnsystem "Collision Prevent Assist", das mit dem Facelift auch selbständig eine Teilbremsung einleitet, sowie ein Aufmerksamkeitsassistent. Optional standen weitere Helfer wie Parkassistent oder eine Verkehrszeichenerkennung zur Wahl.

Kaum Mängel und Verwöhnpotential

Die Basisversionen sind vergleichsweise gut ausgestattet. Natürlich bieten die höheren Komfortniveaus mehr Verwöhnpotential und Wohnzimmeratmosphäre. Seit 2014 heißen die Ausstattungslinien analog zu den anderen Mercedes-Kompaktmodellen Style, Urban und AMG Line. Darüber hinaus gibt es noch verschiedene Ausstattungspakete wie etwa das Licht- und Sicht-Paket und das Chrom-Paket.

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Beim TÜV macht die Mercedes B-Klasse eine sehr gute Figur.

(Foto: Daimler AG)

Gebrauchtwagenkäufer einer B-Klasse machen nicht viel falsch. Der TÜV stellt dem Kompakt-Van durchweg gute Noten aus. 95 Prozent der bis zu drei Jahre alten Modelle absolvieren die Hauptuntersuchung ohne Mängel, der Gesamtdurchschnitt aller geprüften Fahrzeuge liegt bei 91 Prozent. Auch die B-Klassen, die bis zu fünf beziehungsweise bis zu sieben Jahre alt sind, unterbieten mit 91,7 und 88,3 Prozent die Durchschnittswerte (85 und 75,7 Prozent).

Fahrwerk, Bremsen und Beleuchtung bereiten selten Schwierigkeiten. Bei älteren Modellen gibt es manchmal Probleme mit den Bremsleitungen, und die Rückleuchten sind kleine Sorgenkinder auch bei jüngeren Fahrzeugen. Bei den Themen Ölverlust und Abgasanlage ist der kleine Mercedes unauffällig.

Fazit: Die B-Klasse ist mitnichten nur ein Fahrzeug für ältere Fahrer. Auch jüngere Gebrauchtwagenkäufer, die ihre Sturm- und Drangzeit hinter sich lassen wollen, finden mit ihr ein Gefährt, das viel Platz und Sicherheit bietet und laut TÜV sehr zuverlässig ist. In den Online-Gebrauchtwagenportalen finden sich allerdings viele Modelle mit sehr hohen Laufleistungen, darunter viele ehemalige Taxi-Fahrzeuge. Die kann man eigentlich getrost von der Wunschliste streichen. Auch dann, wenn sie mit rund 6000 Euro sehr preiswert anmuten. Gepflegte Fahrzeuge aus dem Jahr 2012 mit Laufleistungen unter 100.000 Kilometern werden zu Preisen von rund 10.000 Euro angeboten.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x