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Mit dem Facelift im Jahr 2011 wurde die Mercedes B-Klasse optisch deutlich attraktiver.
Mit dem Facelift im Jahr 2011 wurde die Mercedes B-Klasse optisch deutlich attraktiver.(Foto: Daimler AG)
Montag, 16. Oktober 2017

Auf kleine Macken achten: Mercedes B-Klasse - auch gebraucht solide

Mit der B-Klasse führte Mercedes 2005 eine größere Version der A-Klasse ein. Mit mehr Platz und besserem Geradeauslauf sprach sie vor allem Freunde der ruhigen Gangart an. Auf dem Gebrauchtmarkt kosten der Van noch einiges. Deshalb sollte man ein paar Dinge beachten.

Zwischen 2005 und 2011 rollte bei Mercedes die erste Generation (Typ T 245) der B-Klasse vom Band. Der Kompaktvan ist dank seiner hohen Sitzposition und dem einfachen Ein- und Ausstieg besonders bei älteren Menschen beliebt. Trotz der einst hohen Preise gibt es mittlerweile für relativ kleine Beträge vernünftige Autos auf dem Gebrauchtmarkt, die allerdings auch ihre Macken haben können.

Bequemer Seinstieg und die leicht erhöhte Sitzposition machten die B-Klasse auch bei älteren Menschen beliebt.
Bequemer Seinstieg und die leicht erhöhte Sitzposition machten die B-Klasse auch bei älteren Menschen beliebt.(Foto: Daimler AG)

Die Basis der B-Klasse des Typs "T 245" bildet die zweite Generation der A-Klasse. Allerdings kommt die mit einem längeren Radstand daher. Das hilft besonders beim Geradeauslauf und trägt außerdem zu einem höheren Fahrkomfort bei. Im Innenraum des eher konservativ gestalteten Kompaktvans finden fünf Personen Platz, die Rückbank ist teilbar und lässt sich umklappen. Optional gab es außerdem die Möglichkeit, die Beifahrerlehne nach vorne zu kippen. Reizt man alle Möglichkeiten aus, fasst die B-Klasse bis zu 2245 Liter Gepäck. 2008 gab es ein Facelift mit zweigeteilter Frontstoßstange und Start-Stopp-Automatik. Die Verarbeitung ist den einst hohen Preisen angemessen und entspricht dem typischen Mercedes-Bild.

Besser einen Benziner

Ein großer Vorteil der B-Klasse war von Anfang an ihr Stauraum.
Ein großer Vorteil der B-Klasse war von Anfang an ihr Stauraum.(Foto: Daimler AG)

Insgesamt kamen in der ersten Generation der B-Klasse sechs unterschiedlich starke Vierzylinder-Motoren zum Einsatz. Das Einstiegsmodell (B 150) mit 95 PS eignet sich dabei allerdings nur für Fahrer, die keinen Wert auf ein flottes Auto legen und eher gemütlich zum Skat-Abend rollen wollen. Als allgemeinverträglicher Allrounder bietet sich der B 170 mit 116 PS an. Die stärkste Motorisierung, der B 200 Turbo mit 193 PS, wurde bis Ende Oktober 2010 gebaut, da das Triebwerk die Euro-6-Abgasnorm nicht mehr erfüllte. Alle Versionen der B-Klasse werden über die Vorderachse angetrieben und waren optional auch mit einem Automatik-Getriebe bestellbar. Wer öfter Kurzstrecken fährt oder das Auto meist nur wenige Meter bewegt, sollte auf jeden Fall einen Benziner kaufen.

Selbst die Basis-Modelle der kompakten B-Klasse waren schon recht gut ausgestattet. Genügend Airbags für beide Sitzreihen und selbstverständlich auch ABS und ESP sind immer an Bord. Kopfairbags gab es allerdings nur gegen Aufpreis. Trotzdem erreichte der T 245 beim Euro-NCAP-Crashtest 2006 die maximale Punktzahl von fünf Sternen.

Probleme bei Fahrwerk und Feststellbremse

Nicht nur auf den ersten Blick erscheint die B-Klasse wie ein typisch grundsolider Sternenkreuzer. Auch die Experten des TÜV bescheinigen dem Kompakten gute Noten in den meisten Bereichen. Lediglich beim Fahrwerk und der Feststellbremse gibt es bei älteren Fahrzeugen öfter mal ein paar abnutzungsbedingte Problemzonen. Ab dem siebten Jahr schneidet die B-Klasse allerdings besser ab als der Durchschnitt der von der Prüfbehörde untersuchten Fahrzeuge.

Gemessen an heutigen Fahrzeugen wirkt das Interieur der B-Klasse (2005-2008) recht schlicht.
Gemessen an heutigen Fahrzeugen wirkt das Interieur der B-Klasse (2005-2008) recht schlicht.(Foto: Daimler AG)

Markenintern gab es zwei Rückrufe. 2008 waren defekte Gurtschlösser der Grund, 2010 undichte Kraftstofftanks bei den Benzinvarianten. Außerdem scheint das optionale Lamellenschiebedach ein chronisches Undichtigkeitsproblem zu haben. Wer also keinen Garagen-Platz hat und nicht unbedingt ein Schiebedach braucht, sollte besser eine B-Klasse ohne dieses Extra suchen. Auch Rost ist ein Thema beim T 245. Allerdings nur in begrenztem Maße und an typischen Stellen wie den Türunterkanten, der Motorhaube und den Federbeindomen. Hier hilft ein genauer Blick bei der Besichtigung, ein böses Erwachen zu vermeiden.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem bequemen und soliden Kompakt-Van mit viel Platz ist und nicht auf deutsche Premium-Qualität und den prestigeträchtigen Stern auf der Haube verzichten will, findet in der B-Klasse einen angenehmen Wegbegleiter. Bei der Überprüfung eines Gebrauchten sollte man sich dennoch etwas Zeit nehmen und lieber zweimal hinsehen. Gute Exemplare mit niedrigen Kilometerständen gibt es schon ab etwa 7000 Euro.

Quelle: n-tv.de

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