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Schnell, besessen, zerstörerisch n-tv Doku "Rennlegenden" startet

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Zweikämpfe sind das, was die Fans in der Formel 1 sehen wollen. Solange sie glimpflich enden, ist auch alles in Ordnung.

Seit über hundert Jahren faszinieren tollkühne Männer in ihren brüllenden Boliden die Fangemeinde. Doch während die einen es zu ewigem Ruhm schafften, bezahlten andere ihre Leidenschaft mit dem Leben. Die n-tv Doku "Rennlegenden" erzählt ihre Geschichten.

Der Motorrennsport ist vielschichtig. Zwar ist die Formel 1 die unumstrittene Königsklasse, Rennlegenden wurden aber schon davor geboren. Zu ihnen gehören zum Beispiel Fahrer wie Bernd Rosemeyer, Hans Stuck oder Herman Lang. In den 30er-Jahren galten sie als Künstler in ihren Boliden. In einer sechsteiligen Dokumentation widmet sich n-tv den Rennfahrern, die inzwischen mehr als ein halbes Jahrhundert die Szene prägten und zu Helden ihrer Zeit wurden.

Tollkühn und skrupellos

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Schöner geht es nicht: Kopf-an-Kopf-Rennen in der Formel 1.

Doch das, was die tollkühnen Männer in ihren rasenden Kisten auszeichnete, war nicht nur ihr fahrerisches Können, sondern auch die Leidenschaft, die Rücksichtslosigkeit und das geschickte Taktieren. All das führte in der Summe zu Duellen, von denen die Formel-1-Verantwortlichen heute gerne wieder mehr hätten. So zählt der Kampf zwischen Niki Lauda und James Hunt im Jahr 1976 zu den spannendsten Fehden der Renngeschichte überhaupt. Während der eine sich mit immer gleichbleibender Akribie den Strecken und der steten Verbesserung seines Fahrzeugs widmete, wollte der andere einfach nur seinen Ruhm leben und um die Kurven heizen. Doch bei aller Unterschiedlichkeit waren Hunt und Lauda auf dem Rundkurs ebenbürtig.

Nicht weniger legendär ist die Feindschaft zwischen Alain Prost und Ayrton Senna in den 1980er-Jahren. Zwei brillante Fahrer, die sich auf der Rennstrecke derart bekriegten, dass mehrfach nicht klar war, ob einer der beiden zu Tode kommen würde. Dabei feindete Prost seinen Rivalen oft als skrupellosen Fahrer an. Doch der Erfolg schien Senna recht zu geben. Auch der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher galt vielen während seiner Karriere als rücksichtslos und als jemand, der um jeden Preis gewinnen wollte. Natürlich ist das nur eine Facette des Erfolgs des Kerpeners, der selbstredend ein ausgezeichneter Fahrer war und dessen Rundenzeiten zu Teilen bis heute ungeschlagen sind. Insofern geht die n-tv Dokumentation auch der Frage nach, inwieweit Rennsporterfolge und die Ellbogentaktik eines Sennas oder Schumachers über Sieg und Niederlage entscheiden konnten.

Strategie und Tragik des Rennsports

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Tödliche Unfälle begleiten den Rennsport seit seiner Entstehung.

Bereits in den frühen Jahren des Rennsports wurde klar, dass neben dem Material und dem Talent des Piloten auch die Taktik eine wichtige Rolle spielte. Im Jahr 1914, beim Großen Preis von Frankreich, wird die richtige Strategie den Lauf entscheiden. Favorit sind die Franzosen im Peugeot. Christian Lautenschlager im Mercedes hat eigentlich keine Chance. Doch der Deutsche hat einen Plan: Einer der Fahrer soll mit seinem Mercedes ohne Rücksicht auf Verluste die Franzosen an der Spitze hetzen, bis denen die eigene Technik um die Ohren fliegt. Dann stoßen die drei verbliebenen Stuttgarter aus dem Mittelfeld nach vorne. Der Plan geht auf: Zwar hat Mercedes ein Fahrzeug "geopfert", aber Lautenschlager gewinnt vor seinen zwei Kollegen das Rennen.

Natürlich hat der Rennsport auch seine tragischen Ikonen. Das sind nicht zwingend die, die tödlich verunglückten, sondern auch jene, die mit ansehen mussten, wie Freunde und Rivalen auf der Piste zu Tode kamen. Einer von ihnen ist Jackie Stewart, auch ihm widmet die n-tv Doku "Rennlegenden" mehr als nur einen Blick. Genau wie den Alleskönnern, die sich wie ein Jochen Maas, ein Jacky Ickx oder ein Sterling Moss in fast allen Rennklassen zu Hause fühlten und erfolgreich waren. Aber nicht nur der Blick von außen soll Einsichten in den Motorsport und seine Protagonisten geben. Zeitzeugen kommen ebenso zu Wort wie sagenumwobene Draufgänger wie Rallye-Ikone Walter Röhrl.

Gedreht wurde an den Schauplätzen des Geschehens: in Goodwood, auf dem Nürburgring oder im italienischen Brescia. Und weil der Erfolg im Motorsport nicht nur vom Fahrer abhängt, beleuchtet die Dokumentation natürlich auch die chirurgische Präzision, mit der die atemberaubend schnellen Boxenstopps innerhalb eines Rennens durchgeführt werden. Es darf wohl behauptet werden, dass es im deutschen Fernsehen noch keinen ausführlicheren Blick hinter die Kulissen dieses mit Abstand wohl schnellsten Sports gegeben hat als in der n-tv Doku "Rennlegenden".

SendedatumSendezeitSendung
17.09.201520.15 UhrRivalen
17.09.201521.05 UhrTaktiker
24.09.201520.15 UhrTragödien
24.09.201521.05 UhrDraufgänger
01.10.201520.15 UhrSpeed
01.10.201521.05 UhrAlleskönner

Quelle: n-tv.de, hpr

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