Das war Donnerstag, der 21. Oktober
Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,
dieser stürmische Donnerstag neigt sich dem Ende zu, zum Glück ohne ganz große Sturm-Katastrophen. Gute Besserung den Verletzten! Gewohnt ruhig ging es stattdessen bei den Ampel-Parteien weiter. In einem Monat wollen sie ihren Koalitionsvertrag vorlegen, Anfang Dezember könnte dann Olaf Scholz das Kanzleramt übernehmen.
Als Bettlektüre empfehle ich Ihnen nun noch folgende Themen:
Eine Bundestagspräsidentin wie Bas gab es noch nicht
Baerbock rechnet mit Konflikten beim Bürgergeld
In Bayern und Thüringen explodieren Fallzahlen
Nagelsmann äußert sich zur Corona-Infektion
Schlafen Sie gut, bis morgen!
Ihre Christina Lohner
Kaffeehaus ändert nach Rassismusvorwürfen Logo
Das nächste Unternehmen hat ein Einsehen: Das berühmte Wiener Kaffeehaus und Delikatessengeschäft Julius Meinl am Graben ändert nach Rassismusvorwürfen sein umstrittenes Logo. Das Motiv - das Profil eines schwarzen Jungen mit traditioneller Fes-Kopfbedeckung - sei nicht mehr zeitgemäß gewesen, sagt Co-Geschäftsführer Herbert Vlasaty. Das neue Logo zeigt nur noch die als "Meinl-Hut" bekannte Fes-Kopfbedeckung.
Das Logo war lange Zeit Gegenstand einer heftigen Kontroverse. Aus Sicht von Anti-Rassismus-Aktivisten handelte es sich um ein rassistisches Symbol, das auch für Kolonialismus und die historische Ausbeutung schwarzer Menschen stehe. Das Unternehmen wies dies immer wieder als Fehlinterpretation zurück.
Frankreich entschädigt Bürger für hohe Spritpreise
Da dürfte manch deutscher Autofahrer neidisch werden: Angesichts der stark gestiegenen Spritpreise will Frankreich Teilen der Bevölkerung finanziell unter die Arme greifen. Wer weniger als 2000 Euro netto im Monat verdient, erhalte eine Einmalzahlung von 100 Euro, kündigt Premierminister Jean Castex im Sender TF1 an. Etwa 38 Millionen Menschen hätten somit Anrecht auf den Zuschuss, darunter auch Menschen ohne Arbeit oder in Rente. Zuletzt lagen die Preise sogar über denen vom Herbst 2018, als die "Gelbwesten" ihre Demonstrationen wegen der hohen Spritkosten begannen und bald eine riesige landesweite Protestwelle über die Regierung und deren Reformpolitik hereinbrach.
Zwei Touristinnen sterben bei Schießerei in Urlaubsort in Mexiko
Der Drogenkrieg in Mexiko kostet zwei weitere Menschen das Leben. Bei einer Schießerei im Urlaubsort Tulum an der Karibikküste sind zwei Touristinnen getötet worden. Drei weitere Ausländer wurden verletzt, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilt. Zwei rivalisierende Drogenbanden hätten in der Bar "La Malquerida" in der Nacht aufeinander geschossen. Die Nationalität der Opfer wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Eines der Opfer sei vor Ort gestorben, die zweite Frau später im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. An dem beliebten Urlaubsziel kommt es immer wieder zu Gewalttaten in Verbindung mit dem Drogenhandel.
NATO warnt Taliban: Luftschläge möglich
Die NATO warnt die neuen Machthaber in Afghanistan vor Rückendeckung für international agierende Terroristen. "Alliierte haben die Fähigkeit, aus der Luft gegen terroristische Bedrohungen vorzugehen", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg nach Beratungen der Nato-Verteidigungsminister. Man habe vereinbart, wachsam zu bleiben, und werde die Taliban dafür verantwortlich machen, wenn sie Zusagen in den Bereichen Terrorismus und Menschenrechte brechen sollten.
Studenten deutscher Akademien holen Nachwuchs-Oscar
Das deutsche Kino lässt ja so manche Wünsche offen. Nun gibt es wenigstens wieder mal Hoffnung: Zwei Nachwuchs-Regisseure von deutschen Filmschulen sind - zusammen mit weiteren 15 Studenten aus aller Welt - mit einem Studenten-Oscar ausgezeichnet worden. Unter den Gewinnern ist der jordanische Regisseur Murad Abu Eisheh, Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg. Sein Film "Tala'vision" gewann in der Sparte "Narrative" den Student Academy Award in Gold. Die Trophäe in Silber in dieser Kategorie holte Regisseur Simon Denda mit seinem Abschlussfilm "Adisa" von der Hochschule für Fernsehen und Film München.
Der halbstündige Kurzspielfilm "Tala'vision" erzählt vom Leben der achtjährigen Tala im vom Krieg zerrütteten Syrien. Denda drehte seinen Kurzspielfilm "Adisa" in Kenia nach einer wahren Begebenheit in einem Dorf an der somalischen Grenze, das Ziel eines Terrorangriffs wurde.
Berlusconi in Prozess um "Bunga-Bunga-Partys" freigesprochen
Und wieder hat er gut lachen. Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi wurde vorgeworfen, Zeugen für Falschaussagen zu seinen "Bunga-Bunga-Partys" mit jungen Frauen bestochen zu haben. Doch ein Gericht hat den 85 Jahre alten Chef der konservativen Partei Forza Italia freigesprochen. Das berichten die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos. Das Gericht sah den Sachverhalt demnach als nicht bewiesen an.
Berlusconi reiste unterdessen nach Brüssel. Dort traf er am Rande des Gipfels der EU-Staats- und Regierungschefs auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Assad lässt 24 Menschen wegen Brandstiftung hinrichten
Nach den schweren Waldbränden in Syrien im vergangenen Jahr hat die Regierung von Präsident Baschar al-Assad 24 Menschen wegen Brandstiftung hinrichten lassen. Sie seien verurteilt worden wegen "Terrorhandlungen, die zu Tod und zur Beschädigung staatlicher Infrastruktur sowie öffentlicher und privater Güter führten", heißt es in Berichten syrischer Staatsmedien. Die Verurteilten wurden dem Justizministerium zufolge am Mittwoch hingerichtet. Elf weitere Beteiligte seien im Zusammenhang mit den Bränden zu schwerer körperlicher Arbeit auf Lebzeiten verurteilt worden.
Deutsche verbringen 13 Stunden am Tag mit Medien
Vier Stunden vor der Glotze und zweieinhalb Stunden im Netz plus Telefon, Smartphone, Radio und Games - macht 13 Stunden Mediennutzung am Tag. Diesen Durchschnitt hierzulande ergibt eine Forsa-Umfrage im Auftrag von Seven One Media. Die damit erneut gestiegene Mediennutzung sei geprägt von "der wachsenden Vielfalt an Angeboten und Endgeräten sowie dem anhaltenden Einfluss der Corona-Pandemie". Ein Grund mehr dafür, dass die Pandemie hoffentlich endlich bald vorbei ist.
Gericht verurteilt "Drachenlord" zu zwei Jahren Haft
Der Youtube-Videoblogger "Drachenlord" streitet sich seit Jahren mit seinen Gegnern - im Internet und in der realen Welt. Regelmäßig tauchen diese vor seinem Haus in dem mittelfränkischen Dorf Altschauerberg auf, um ihn zu provozieren. Die Polizei muss eigenen Angaben zufolge deshalb mehrmals täglich ausrücken. Nun ist er wegen gefährlicher Körperverletzung und anderer Straftaten zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass der 32-Jährige unter anderem einen Mann mit einer Taschenlampe auf die Stirn geschlagen und verletzt hat. Einen anderen bewarf er mit einem Backstein. Außerdem hat er Polizisten beleidigt.
Chrzanowski rückt an die Spitze der Schwarz-Gruppe
Nun ist der Zeitpunkt raus: Gerd Chrzanowski wird Anfang Dezember neuer Chef der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland). Er übernehme den Posten bei Europas größtem Lebensmittelhändler dann nach erfolgter Einarbeitung durch den 81-jährigen Eigentümer Dieter Schwarz, wie die Gruppe mitteilt. Im Sommer hatte Schwarz den Chefsessel kurzfristig selbst übernommen, weil der bisher an der Spitze stehende Manager Klaus Gehrig überraschend sein Amt niederlegte. Chrzanowski ist seit über 20 Jahren bei der Schwarz-Gruppe tätig und bisher Lidl-Chef.
Angelina Jolie nach Filmpremiere in Quarantäne
Nach der Premiere des neuen Superhelden-Blockbusters "Eternals" befinden sich mehrere Stars des Films in Selbstisolation. Das berichtet unter anderem das US-Branchenmagazin "The Hollywood Reporter". Angelina Jolie (46), Salma Hayek (55), Gemma Chan (38) und Lauren Ridloff (43), sollten an der "Women in Hollywood"-Gala des Magazins "Elle" teilnehmen, sagten jedoch kurzfristig ihre Auftritte ab. Ein Disney-Sprecher bestätigte, dass der Konzern erfahren habe, dass die Stars "womöglich Covid-19 ausgesetzt" gewesen sein könnten. Ob dies auf dem Event war, ist nicht bekannt.
Seehofer bot 2020 seinen Rücktritt an
Markus Söder hat offenbar den Rücktritt von Innenminister Horst Seehofer verhindert. Der hat nach eigenen Worten im vergangenen Jahr sein Ausscheiden angeboten - das sei vom CSU-Vorsitzenden aber nicht angenommen worden. "Ich habe Markus Söder vor einem Jahr mit Blick auf die Wahl angeboten, zurückzutreten und Platz für jüngere Leute zu machen", sagte Seehofer "Donaukurier" und "Passauer Neue Presse". "Er hat abgelehnt - obwohl er Anfang 2020 der Meinung war, das Kabinett müsse umgebildet werden." Tatsächlich hatte Söder für eine Kabinettsumbildung vor der Wahl plädiert - wenige Wochen später begann dann allerdings die Corona-Pandemie.
Lava entzündet stillgelegtes Elektrizitätswerk
Seit Wochen spuckt der Cumbre Vieja auf La Palma Lava, die sich in Strömen durch das Land frisst und zischend im Meer verdampft. Komplette Ortschaften sind zerstört, Tausende obdachlos. Jetzt haben die heißen Gesteinsmassen ein stillgelegtes Elektrizitätswerk in Brand gesetzt.
Steuersenkung soll Brauereien helfen
Hierauf dürften Brauer anstoßen: Mit einer Absenkung der Steuer auf Biermischgetränke wollen mehrere Bundesländer die von der Corona-Pandemie stark betroffenen Brauereien entlasten. Die Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Bayern und dem Saarland beschlossen eine entsprechende Initiative, wie das Finanzministerium in Düsseldorf mitteilt. Die Regelung soll bis zum Ende des Jahres 2030 gelten.
Häftling türmt durch Gerichtsfenster
In letzter Sekunde aus dem Staub gemacht: Ein wegen Diebstahls zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilter Mann ist durch ein Fenster aus dem Amtsgericht Hamburg-Barmbek geflohen. Der 42 Jahre alte Adam B. habe nach der Urteilsverkündung den Gerichtssaal durchquert, ein Fenster aufgerissen und sei dann aus dem im Hochparterre gelegenen Saal gesprungen, teilt der Justizsenat mit. Zwei Beamte hätten noch erfolglos versucht, ihn aufzuhalten. Der Geflohene war den Angaben zufolge Untersuchungshäftling.
Merkel verpasst Kohls Rekord wohl um wenige Tage
Kanzlerin Angela Merkel möchte in den Geschichtsbüchern nicht von sich lesen, dass sie faul war. Den Rekord für die längste Amtszeit wird sie allerdings wohl knapp verfehlen - wenn die Pläne der Ampel-Parteien für eine Regierungsbildung aufgehen. Sie wollen Olaf Scholz in der Woche vom 6. Dezember zu Merkels Nachfolger wählen. Selbst wenn er erst am Ende der Woche gewählt würde, käme Merkel nur auf 5862 Tage Amtszeit. Der bisherige Rekordhalter Helmut Kohl regierte von 1982 bis 1998 insgesamt 5871 Tage lang.
Eine Million Dollar für Hinweise auf vierjährige Cleo
Wer hat Cleo gesehen? Die Behörden von Western Australia setzen eine Belohnung von einer Million australische Dollar - über 640.000 Euro - für Hinweise auf den Verbleib eines vierjährigen Mädchens aus, das von einem Campingplatz verschwunden ist. Nach tagelanger vergeblicher Suche bittet die Polizei eindringlich um Unterstützung. "Irgendjemand in unserer Gemeinde weiß, was mit Cleo passiert ist. Jemand weiß etwas, was uns helfen kann", sagt Vize-Polizeichef Col Blanch. Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass die Kleine entführt wurde.
Bei widerspenstiger Katze hilft nur noch die Feuerwehr
Katzen haben eben ihren eigenen Kopf. In Grevenbroich in NRW hat eine Mieze ihren Ruheplatz im Wäschetrockner so aggressiv verteidigt, dass die Feuerwehr gerufen wurde. Die Bewohner hätten das ihnen unbekannte Tier im Keller entdeckt und sich wegen dessen heftiger Gegenwehr nicht anders zu helfen gewusst, teilt die Feuerwehr mit. Doch die grau-beige getigerte Katze attackierte auch die Retter. Schließlich kippten die Feuerwehrleute den Trockner und ließen die Katze in eine blaue Tonne rutschen. Darin nahmen sie das Tier zur Wache mit und übergaben es dem Ordnungsamt.
Experten finden bei Minsk Massengrab mit rund 8000 Toten
Vor 80 Jahren überfiel Hitler-Deutschland die Sowjetunion. Das Land verzeichnete mit 27 Millionen Toten die größte Zahl an Opfern in Europa. Allein auf dem Gebiet des heutigen Belarus kam rund ein Viertel der Bevölkerung ums Leben. Unweit der Hauptstadt Minsk entdeckten Experten in einem Wald nun ein Massengrab aus dem Zweiten Weltkrieg mit sterblichen Überresten von schätzungsweise 8000 Menschen. Das teilt die Generalstaatsanwaltschaft mit.
Sie fanden demnach etwa Reste von Knochen, Kleidung, Schuhen und Munition. Das Grab liegt nahe eines Truppenübungsplatzes. Dorthin wurden zwischen 1941 und 1944 Zivilisten und Soldaten gebracht und erschossen. Die Generalstaatsanwaltschaft rechnet damit, dass es in der Gegend mindestens sieben Massengräber mit den sterblichen Überresten von 38.000 Menschen geben könnte.
Taliban schlagen bei Frauen-Demo auf Journalisten ein
Immer öfter zeigt das "neue" Taliban-Regime sein wahres Gesicht. Als Journalisten über eine Frauenrechtsdemonstration in Kabul berichten wollen, hindern die Islamisten sie mit Schlägen daran. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichten, schlagen Taliban-Kämpfer unter anderem mit dem Gewehrkolben auf einen ausländischen Fotografen ein. Etwa 20 Frauen fordern auf Plakaten ihr Recht auf Studium und Arbeit ein.
Nach SUV-Unfall mit vier Toten muss Fahrer vor Gericht
Viele von Ihnen werden sich erinnern: Vor gut zwei Jahren rammte ein SUV in der Berliner Invalidenstraße eine Ampel, tötete die Menschen auf dem Gehweg und durchbrach einen Bauzaun. Unter den vier Todesopfern war auch ein dreijähriger Junge.
Nach Gerichtsangaben war der Fahrer vor einer roten Ampel, vor der mehrere Fahrzeuge warteten, ausgeschert und hatte seinen Wagen stark beschleunigt. Infolge eines epileptischen Anfalls sei es zum Krampf gekommen, so dass er mit durchgedrücktem Gaspedal "konstant voll beschleunigend gradlinig" etwa 80 Meter weitergefahren sei. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-Jährigen vor, das schwere Auto gefahren zu haben, obwohl bei ihm eine strukturelle Epilepsie bestanden habe und eine Gehirnoperation erst etwa einen Monat zurücklag. Nun kommt er vor Gericht. Der Prozess soll nächsten Mittwoch beginnen, wie die Pressestelle mitteilt. Die Anklage wirft dem Mann fahrlässige Tötung und fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs vor.
Schichtwechsel
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
mein Kollege Max Perseke hat sich in den Feierabend verabschiedet. Mein Name ist Christina Lohner, und ab sofort versorge ich Sie bis zum Abend mit dem Neuesten. Eben musste ich noch unseren Balkon sichern, und bei der Anfahrt zum Büro ein paar Mal vom Rad absteigen. Ich hoffe, Sie sind unversehrt und können den Sturm im Warmen vorüberziehen lassen. Bei Fragen, Kritik oder Anregungen können Sie mir gern schreiben an christina.lohner[at]nachrichtenmanufaktur.de
Gewaltige Explosion tötet mehrere Menschen in Shenyang
In Shenyang kommt es zu einem dramatischen Unglück: Eine gewaltige Explosion erschüttert die Stadt im Nordosten Chinas und zerstört ganze Bezirke. Mehrere Menschen sterben, Dutzende werden verletzt. Unglücksursache könnte ein Gasleck gewesen sein.
Rund ein halber Tag: Deutsche verbringen mehr Zeit denn je mit Medien
Wenn Sie das hier lesen, tickt Ihre Medienkonsum-Uhr. Wie lange tickt diese für Sie am Tag? 3 Stunden, 5 Stunden, oder gar mehr? Wahrscheinlich ist es, dass sie länger tickt... Wenn man nach einem neuen Umfrageergebnis geht, chatten, mailen und schauen die Menschen in Deutschland nämlich so viel fern wie nie zuvor. So verbringen die 14- bis 69-Jährigen rund 10,5 Stunden am Tag mit Massenmedien wie TV, Internet und Radio, wie aus einer Forsa-Umfrage mit 3000 Personen hervorgeht. Nimmt man die sogenannte Individualkommunikation dazu - also Telefonie, E-Mails und Messenger oder SMS - kommt man sogar auf 13 Stunden.
Steueroase South Dakota? Finanzwelt wildert bei Laien
South Dakota ist ein US-Bundesstaat der kleinen Nummer. Er hat nur knapp 900.000 Einwohner und trägt nur 0,26 Prozent zur amerikanischen Wirtschaftsleistung bei. Die Hauptstadt Pierre ist mit 14.000 Einwohnern eher ein größeres Dorf. Trotzdem verwahrt der Ministaat in 81 bekannten Trusts mehr als 360 Milliarden Dollar Vermögen - das ist ungefähr das Sechsfache der eigenen Wirtschaftsleistung. Wie kommt das? Im stramm republikanischen Bundesstaat tanzt die Lokalpolitik nach der Pfeife der Finanzwelt. "Der Tenor ist ein Stück weit: Das, was die Banken- oder Kreditindustrie wünscht, wird ihr mehr oder weniger von den republikanischen Lokalpolitikern von den Lippen abgelesen", sagt US-Experte Philipp Adorf im ntv-Podcast "Wieder was gelernt".
Diebe sehen es bei Wohnmobil-Raubzug nur auf Einspritzdüsen ab
Auf ein ganz bestimmtes Beutestück hatten es Diebe bei einem Raubzug auf dem Gelände eines Wohnmobilhändlers in Emmerich in Nordrhein-Westfalen abgesehen. Die noch unbekannten Täter entwendeten rund 80 Einspritzdüsen, meist vier aus etwa 20 Fahrzeugen. Die Diebe öffneten jeweils die Motorhauben, um an die Einspritzdüsen der Dieselmotoren zu gelangen, teilte die Polizei mit. An einem Wohnmobil schlugen die Täter zudem die Beifahrerscheibe ein. Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die den ungewöhnlichen Diebstahl beobachtet haben.
Grüne winken Palmer diesmal nicht als OB-Kandidat für Tübingen durch
Er ist wohl der berühmteste Oberbürgermeister Deutschlands - Tübingens Rathauschef Boris Palmer. Aber auch der umstrittenste. Auf seinem Weg zu einer möglichen Wiederwahl muss er diesmal schon parteiintern kämpfen. Die Tübinger Grünen haben sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, den Oberbürgermeisterkandidaten für die Wahl im kommenden Jahr per Mitgliederentscheid zu bestimmen. Damit stellt die Partei eine neuerliche Kandidatur des seit 2007 amtierenden Oberbürgermeisters Boris Palmer infrage. Denn Gegenkandidaten sind wahrscheinlich.
Palmer fiel in der Vergangenheit immer wieder durch provokante Äußerungen, die nicht im Einklang mit Positionen seiner Partei standen, bundesweit auf. Zuletzt sorgte er im Mai mit einem Facebook-Eintrag mit rassistischer Wortwahl für Aufregung, mit dem er auf den Fußballspieler Daniel Aogo reagierte. Daraufhin beschloss die Landespartei ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn.
Madsack-Boss verteilt Schelte an Springer-Chef Döpfner
Die Madsack Mediengruppe hat sich kritisch zu einer in der "New York Times" öffentlich gewordenen privaten Kurznachricht von Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner geäußert. In dieser hatte Döpfner den damaligen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt als letzten und einzigen Journalisten in Deutschland bezeichnet, der noch mutig gegen den "neuen DDR-Obrigkeitsstaat" aufbegehre. Dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Madsack Mediengruppe, Thomas Düffert, gefällt das gar nicht und er teilt mit: "Die Madsack Mediengruppe ist mit ihren Zeitungstiteln in Norddeutschland, aber insbesondere auch in vielen ostdeutschen Bundesländern journalistisch stark engagiert. Die aus einem privaten Umfeld heraus nun öffentlich gewordenen Aussagen von Herrn Döpfner sind für alle Journalistinnen und Journalisten der Madsack Mediengruppe und sicherlich auch darüber hinaus eine unangemessene und verfehlte Herabsetzung."
Zwischenfall in russischem AKW: Reaktorblock abgeschaltet
Nach einem Zwischenfall in einem Atomkraftwerk im Süden Russlands ist ein Reaktorblock für Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden. In dem Kraftwerk rund 120 Kilometer von der Stadt Rostow am Don entfernt sei ein Austritt von Dampf aus einem defekten Rohr festgestellt worden, teilte der Betreiber Rosenergoatom im sozialen Netzwerk Telegram mit. Das Rohr sei allerdings Teil eines Kraftwerksystems, in dem kein radioaktiv belastetes Wasser fließe. Der Reaktorblock Nummer zwei müsse vorübergehend abgeschaltet werden, da die notwendigen Reparaturen nicht möglich seien, solange die Technik erhitzt sei.
"Hangover"-Star Galifianakis hält den Film von seinen Söhnen fern
Drogen, käufliche Liebe und die wahnwitzige Idee, den Tiger von Mike Tyson zu entführen - das alles ist Bestandteil des schon fast zum Klassiker mutierten Films "Hangover" über einen etwas aus den Bahnen geratenen Junggesellenabschied. Einer der Hauptdarsteller ist US-Komiker Zach Galifianakis. Und der erklärt in einem Interview mit "Entertainment Tonight", dass er seinen beiden Söhnen, die sieben und vier Jahre alt sind, die Komödie nicht zeigen wolle. "Man will ihre Unschuld so lange wie möglich schützen. Sie sind noch Kinder", gibt er zu bedenken. Früher seien oft Leute zu ihm gekommen und hätten ihm gesagt, dass ihre Kinder "Hangover" liebten. "Und ich dachte mir: Du bist ein furchtbarer Erziehungsberechtigter." Seine Söhne sollten noch ein bisschen älter werden, bevor sie den Film sehen dürften.
Mexikos Drogenbanden rekrutieren Jugendliche über soziale Netzwerke und Videospiele
Die mexikanische Regierung warnt vor einer Infiltrierung von sozialen Netzwerken und Videospielen durch Drogenbanden. Das organisierte Verbrechen nutze Videospiele sowie Online-Netzwerke wie Tiktok und Instagram, um junge Menschen zu rekrutieren, sagte der für Sicherheitsfragen zuständige Staatssekretär Ricardo Mejia. Ein Verdächtiger habe einem Kind einen Job angeboten, nachdem sie ihre Unterhaltung auf Facebook weitergeführt hatten, sagte Mejia. Die Arbeit habe darin bestanden, "Funkfrequenzen zu überwachen, um vor Polizeipräsenz zu warnen". Dem Netzwerk für Kinderrechte in Mexiko (Redim) zufolge werden in Mexiko jedes Jahr Tausende Kinder von Drogenhändlern und anderen organisierten Banden rekrutiert.
Berichte: "Cum-Ex"-Schaden viel höher als gedacht
Der Schaden durch "Cum-Ex"-Steuergeschäfte und ähnliche illegale Betrugssysteme ist Medien-Recherchen zufolge deutlich höher als bislang angenommen. Die Summe belaufe sich auf weltweit rund 150 Milliarden Euro, berichten das ARD-Magazin "Panorama" und das Recherchezentrum Correctiv. Sie hätten die neue Summe gemeinsam mit 15 internationalen Medien recherchiert. Ursprünglich war man von rund 55 Milliarden Euro ausgegangen. Betroffen sind neben Deutschland und den USA mindestens zehn weitere europäische Länder. Allein deutschen Finanzämtern seien nach Berechnungen des Steuerprofessors Christoph Spengel von der Universität Mannheim fast 36 Milliarden Euro entgangen. Hier war Spengel bei vorigen Berechnungen aus dem Jahr 2018 noch von mindestens 31,8 Milliarden Euro ausgegangen.
Deutschland forciert mit vier Ländern den Aufbau einer EU-Eingreiftruppe
"Die jüngsten Ereignisse in Afghanistan haben erneut gezeigt, dass die EU in der Lage sein muss, (...) robust und zügig zu handeln", heißt es in einem neuen von Deutschland, den Niederlanden, Portugal, Finnland und Slowenien verfassten Papier. Die fünf Länder starten nun gemeinsam eine neue Initiative für den Aufbau einer schnellen militärischen Eingreiftruppe der EU gestartet. Das Konzept sieht demnach vor, die bereits existierenden EU-Battlegroups zu schlagkräftigen und kurzfristig einsetzbaren Krisenreaktionskräften weiterzuentwickeln. Dazu sollen auch Weltraum- und Cyberfähigkeiten sowie Spezialeinsatzkräfte und strategische Lufttransportkapazitäten bereitgestellt werden.
Wo lässt es Tief "Ignatz" besonders stürmen?
Sturmtief "Ignatz" hat seinen Zug über Deutschland begonnen. Der erste kräftige Herbststurm des Jahres bringt Windstärken über 100 Kilometern die Stunde sowie Gewitter und Regen mit sich. In einem Streifen über die Mitte bis in den Osten und Nordosten Deutschlands ist mit schweren Sturmböen und teilweise orkanartigen Böen zu rechnen.
Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
einen guten Morgen wünsche ich Ihnen! Heute ist es soweit. Die Koalitionsverhandlungen für eine mögliche Ampelregierung starten. Sollte sie - wie von den Beteiligten als Zeitrahmen veranschlagt - bis Weihnachten stehen, wäre es die erste Regierung in dieser Konstellation. Aber bis dahin wird es bestimmt noch den ein oder anderen Stein im Weg geben. Die vergangenen Wochen ging es während der Sondierungen zwischen SPD, Grünen und FDP ja noch recht harmonisch zu. Wir bleiben gespannt, was kommt.
Was heute sonst noch wichtig wird:
Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten beraten bei einem Gipfel in Brüssel über mögliche Reaktionen auf den dramatischen Preisanstieg für Energie. Für Kanzlerin Angela Merkel könnte es der letzte EU-Gipfel nach 16 Jahren Kanzlerschaft sein.
Die Ministerpräsidentenkonferenz befasst sich unter anderem mit dem Kampf gegen die Corona-Pandemie sowie ihre sozialen und wirtschaftlichen Folgen sein. Dafür kommen die Regierungschefs der Länder zu ihrer Jahreskonferenz auf Schloss Drachenburg im nordrhein-westfälischen Königswinter zusammen.
Und noch ein Treffen, denn aller guten Dinge sind drei: Die Verteidigungsminister der 30 Nato-Staaten kommen zum ersten Mal seit mehr als eineinhalb Jahren wieder zu einem physischen Treffen in Brüssel zusammen. Thema der zweitägigen Beratungen sind auch noch einmal die Bemühungen zur Evakuierung von noch in Afghanistan verbliebenen Ortskräften.
Im Prozess um den Tod einer in der Weser versenkten 19-Jährigen werden heute die Urteile erwartet. Vor dem niedersächsischen Landgericht Verden müssen sich seit Februar zwei Männer und eine Frau verantworten.
Meine Name ist Max Perseke und ich werde Sie heute bis zum frühen Nachmittag mit den spannendsten Nachrichten aus aller Welt begleiten. Bei Fragen oder Anregungen schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an maximilian.perseke@nama.de. Starten Sie gut in den Tag!
Zahl der DHL-Packstationen soll sich fast verdoppeln
Auf den Paketboten zu warten, das kann bisweilen nervenaufreibend sein. Wann kommt er? Stimmt die Paketverfolgung? Viele Menschen bevorzugen deswegen mittlerweile, ihre Bestellungen von Packstationen abzuholen. Der Logistikriese Deutsche Post DHL will sein Netz an Packstationen nun deutlich stärker ausbauen als bisher geplant. "Von aktuell 8200 wollen wir bis Ende 2023 bei mindestens 15.000 Packstationen sein", sagte Post-Vorstandsmitglied Tobias Meyer. Bislang hatte es für Ende 2023 das Ziel von 12.000 solcher Anlagen gegeben, bei denen die Kunden rund um die Uhr Pakete abholen können.
Schweineniere arbeitet vom Bein eines Menschen
Auch wenn manch eine Forschungsmeldung (zur Frühstückszeit) schwer verdaulich ist, ist sie nicht minder wichtig: Ein New Yorker Transplantationsteam hat eigenen Angaben zufolge eine Schweineniere für mehr als zwei Tage an einen Menschen angeschlossen. Das Organ sei für 54 Stunden außerhalb des Körpers am Bein einer hirntoten Person mit dem Blutkreislauf verbunden worden und habe dort "fast sofort" angefangen zu arbeiten und das Stoffwechselprodukt Kreatinin zu bilden. Das berichteten US-amerikanische Medien unter Berufung auf die Klinikgruppe Langone in New York.
Das Schwein war demnach gentechnisch verändert, um die Wahrscheinlichkeit eines Abstoßens der Niere zu verringern. Die im September in New York von einem Team um Robert Montgomery durchgeführte Operation lässt allerdings auch einige Fragen offen, vor allem die nach der Langlebigkeit des Organs. Die Erkenntnisse sind zudem noch in keinem Fachmagazin veröffentlicht worden.