mit Lea VerstlDas war Montag, der 11. September 2023
Liebe Leserinnen und Leser,
der US-Generalstabschef Mark Milley warnt die ukrainischen Truppen, dass ihnen weniger als 45 Tage Zeit bliebe, bis die Schlammperiode Manöver erschwert. Oberst Markus Reisner sieht darin jedoch keinen Grund für ein Ende der Gegenoffensive. Wie Kiew nun taktisch vorgehen sollte, erklärt er meiner Kollegin Vivian Micks im Interview.
Ansonsten möchte ich Ihnen diese Geschichten ans Herz legen:
Ich wünsche Ihnen einen friedlichen Abend und eine gute Nacht.
Mann seit 52 Jahren vermisst: Gletscherleiche entdeckt
In Österreich ist binnen weniger Wochen eine weitere Leiche auf einem Gletscher gefunden worden. Wie die Salzburger Polizei nun mitteilte, entdeckten zwei Wanderer vorige Woche die Überreste eines Mannes im Bereich des Hochgruberkees auf etwa 2800 Seehöhe. Der Tote wurde von der Unfallstelle in der Nähe von Fusch an der Großglocknerstraße ins Tal geflogen.
Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen seit 1971 vermissten Mann handelt, dessen Dokument bei der Leiche gefunden wurde. Die Behörden sind nun auf der Suche nach Verwandten, um die Identität mittels DNA-Vergleich eindeutig zu klären. Mitte August hatten Skiwanderer auf einem Tiroler Gletscher Leichenteile entdeckt. Anfang September brachte eine DNA-Analyse Gewissheit, dass es die Überreste eines Mannes waren, der 2001 im Alter von 37 in dem Gebiet des Schlatenkees verschollen war.
Polizei schnappt verurteilten deutschen Rocker auf Campingplatz
Spezialkräfte der niederländischen Polizei haben einen zu langjähriger Haft verurteilten und flüchtigen deutschen Motorradrocker auf einem Campingplatz festgenommen. Der 42-Jährige sei am Sonntag in Lochem unweit der Grenze zu Nordrhein-Westfalen festgesetzt worden, teilte die niederländische Polizei nun mit. Nach dem 2022 in Belgien wegen Menschenhandels, Förderung der Prostitution und Waffenbesitzes verurteilten Deutschen war international gefahndet worden. Er soll nach Angaben der Polizei eine leitende Rolle bei den in den Niederlanden verbotenen Motorradclubs Satudarah und No Surrender gespielt haben.
Prinz William blockt Interviews mit US-Sendern ab
Während sein Bruder Prinz Harry gerade aufgrund der sechsten Ausgabe der Invictus Games in Deutschland im Rampenlicht steht, bereitet sich Prinz William auf seinen Trip in die USA vor. Schon in der kommenden Woche wird er in die Vereinigten Staaten von Amerika reisen, um dort sein Umwelt-Projekt namens Earthshot voranzutreiben. Dies wird der britische Royal allerdings offenbar strikt abseits der TV-Kameras aller großen US-Fernsehsender tun, wie nun "The Times" berichtet. Demnach habe Prinz William bereits sämtliche Anfragen der namhaften TV-Netzwerke abgeblockt, die gerne ein Interview mit dem künftigen König von Großbritannien geführt hätten.
Diese Entscheidung dürfte sicherlich auch etwas mit Prinz Harry und dessen Anschuldigungen gegen seine britische Königsfamilie zu tun haben. Harry hatte gemeinsam mit seiner Frau Meghan zunächst mit einem TV-Interview mit Oprah Winfrey für Aufsehen gesorgt, dann mit einer gemeinsamen Netflix-Doku und seiner Autobiografie "Reserve" nachgelegt. Gut möglich also, dass Prinz William mit seinen Interview-Absagen vor allem Fragen zu seinem Bruder aus dem Weg gehen will.
Sexualstraftäter soll Mädchen entführt und missbraucht haben
Ein 61-Jähriger soll im pfälzischen Edenkoben eine Zehnjährige auf dem Schulweg im Auto entführt und sexuell missbraucht haben. Nach einer Verfolgungsjagd mit hohem Tempo und mehreren Unfällen nahmen Polizisten ihn fest. Er kam in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Landau und das Polizeipräsidium Rheinpfalz mitteilten.
Der 61-Jährige soll nach ersten Ermittlungen die Schülerin am Montagmorgen in sein Auto gezogen haben und über Feldwege davongefahren sein. Eine halbe Stunde später meldete eine Zeugin der Polizei ein "auffälliges" Verhalten des Autofahrers. Als wiederum eine knappe Stunde später die Schülerin von ihrem Vater als vermisst gemeldet wurde, weil sie nicht zum Unterricht erschienen war, fahndete die Polizei nach ihr.
Etwa eine halbe Stunde später entdeckten Beamte den Autofahrer auf einer Landstraße und verfolgten ihn. Der 61-Jährige verhielt sich den Ermittlungsbehörden zufolge "grob verkehrswidrig und rücksichtslos" und flüchtete teilweise mit sehr hoher Geschwindigkeit. Dabei verursachte er nach derzeitigen Stand drei Verkehrsunfälle. Bei dem 61-Jährigen soll es sich laut Polizei um einen bereits in Erscheinung getretenen Sexualstraftäter handeln.
Ermittlung im Fall Luise eingestellt - verdächtige Mädchen strafunmündig
Ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Tod der zwölfjährigen Luise aus Freudenberg hat die Staatsanwaltschaft in Siegen die Ermittlungen eingestellt. Grund dafür sei die Strafunmündigkeit der tatverdächtigen Mädchen, teilten die Ermittler mit. Eine Anklage oder einen Prozess wird es damit nicht geben.
Zwei Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren hatten gestanden, Luise im März erstochen zu haben. Die Tat hatte auch wegen des jungen Alters der Tatverdächtigen bundesweit Schlagzeilen gemacht. In den vergangenen Monaten habe es umfangreiche Ermittlungen gegeben, so die Staatsanwaltschaft weiter. Insbesondere sei geprüft worden, ob ein möglicher Tatvorwurf gegen weitere Personen bestehe. Die Ermittlungen von Mordkommission und Staatsanwaltschaft hätten allerdings "keinerlei Hinweise auf eine Tatbeteiligung einer dritten strafmündigen Person ergeben", hieß es abschließend.
Deutsche Regionalzüge fahren bald bis nach Dänemark
In Zukunft sollen deutsche Regionalzüge über die Grenze nach Dänemark fahren. Das teilte das dänische Verkehrsministerium mit. Bislang stoppen die schleswig-holsteinischen Regionalzüge in Flensburg. Dort steigen Reisende, die weiter nach Dänemark fahren wollen, in dänische Züge um. Künftig soll der regionale Umstiegsbahnhof in der dänischen Kleinstadt Tinglev liegen, knapp 20 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
Wie ein Ministeriumssprecher sagte, soll die neue Regelung voraussichtlich im Jahr 2028 in Kraft treten. Dänemark werde die Mehrkosten übernehmen, die dem Land Schleswig-Holstein entstehen, um zwei neue Züge zu kaufen und die bestehende Flotte umzurüsten, hieß es. Dies ist notwendig, damit die Züge sowohl im deutschen als auch im dänischen Hochspannungsnetz fahren können.
Meteorit lässt Nachthimmel taghell erstrahlen
In Bariloche ereignet sich ein seltenes Spektakel: Ein Meteorit dringt über der argentinischen Stadt in die Atmosphäre ein und verglüht. Dabei wird es für einen kurzen Moment taghell. Anwohner halten das Naturschauspiel aus verschiedenen Perspektiven fest.
Militärflieger soll Kanadas festsitzenden Premier abholen
Das Problem, in Pannen-Fliegern unterwegs zu sein, kennen nicht nur deutsche Politiker: Nachdem Kanadas Premierminister Justin Trudeau wegen technischer Probleme eines Flugzeuges Indien nach Abschluss des G20-Gipfels nicht verlassen konnte, soll nun ein Militärflugzeug die Delegation abholen. Voraussichtlich am Dienstag könnten Trudeau und seine Delegation damit zurück nach Kanada fliegen, teilte das kanadische Verteidigungsministerium mit.
Details zu den technischen Problemen wurden bislang nicht mitgeteilt. Sie könnten aber nicht kurzfristig gelöst werden, hieß es. Trudeau hatte am Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer in der indischen Hauptstadt Neu Delhi teilgenommen. Auch die Reisepläne von Mitgliedern der deutschen Bundesregierung wurden bisweilen von Problemen mit Maschinen der Flugbereitschaft der Bundeswehr ausgebremst. Zuletzt hatte es Außenministerin Annalena Baerbock getroffen, die eine geplante Reise nach Australien, Neuseeland und Fidschi im August wegen Pannen an einem A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr absagen musste.
Anteil russischer Ölimporte in Tschechien gestiegen
Tschechien hängt weiter am russischen Öl-Tropf: Der Anteil des über die Druschba-Pipeline aus Russland importierten Rohöls an den gesamten Pipeline-Importen in den EU-Mitgliedstaat lag im ersten Halbjahr dieses Jahres bei rund 65 Prozent. Das teilte eine Sprecherin des staatlichen Pipeline-Betreibers Mero mit. Über das gesamte Jahr 2022 betrachtet habe der Anteil etwa 56 Prozent betragen. Genaue Angaben zu den Mengen könnten aufgrund des Geschäftsgeheimnisses nicht gemacht werden, hieß es.
Die EU-Staaten hatten im Mai 2022 wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein teilweises Ölembargo gegen Russland beschlossen. Länder wie Tschechien, Ungarn und die Slowakei können sich wegen ihrer großen Abhängigkeit weiter über die Druschba-Pipeline versorgen. In der Verordnung des Rates heißt es allerdings auch: "Die betreffenden Mitgliedstaaten sollten alle erforderlichen Maßnahmen treffen, um sich alternative Bezugsquellen zu sichern, damit gewährleistet ist, dass auch die Einfuhr von Rohöl aus Russland über Pipelines möglichst bald den Verboten unterliegt." Der Mero-Vorstandsvorsitzende Jaroslav Pantucek versicherte vor kurzem im Sender CT, dass Tschechien ab 2025 völlig unabhängig von russischem Erdöl sein werde.
Schöpfer von Klonschaf Dolly gestorben
Sein Team schrieb mit Schaf Dolly, dem ersten Klon eines Tieres, Geschichte: Nun ist der britische Wissenschaftler Ian Wilmut im Alter von 79 Jahren gestorben, wie seine frühere Universität mitteilte. Der Vize-Kanzler der University of Edinburgh, Peter Mathieson, würdigte den Forscher als einen "Titanen der Wissenschaftswelt". Wilmuts Arbeit habe das wissenschaftliche Denken verändert.
Wilmut leitete das Team am Roslin-Institut an der Universität von Edinburgh, das Dolly im Jahr 1996 klonte. Das Schaf war das erste Säugetier, das aus einer adulten Zelle geklont wurde. Es bedeutete einen Durchbruch in der Tier- und Medizinforschung. "Dieser Durchbruch treibt viele der Fortschritte auf dem Gebiet der regenerativen Medizin voran, die wir heute sehen", erklärte Mathieson. Bruce Whitelaw, der derzeitige Leiter des Roslin-Instituts, sprach von einer "traurigen Nachricht". "Die Wissenschaft hat einen bekannten Namen verloren".
Armeniens Militär startet Manöver mit den USA
Zum Ärger Russlands hat die Ex-Sowjetrepublik Armenien im Südkaukasus eine gemeinsame Militärübung mit den USA begonnen. Das Manöver "Eagle Partner 2023" finde auf dem Gelände eines Lehrzentrums für friedenssichernde Einsätze in Eriwan statt, berichteten armenische Medien. Armenien hatte die Übung, die vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen mit dem Nachbarland Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach erfolgt, bereits in der vergangenen Woche angekündigt.
Das noch bis zum 20. September dauernde Manöver beinhaltet nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums Operationen zur Stabilisierung von Konflikten bei der Erfüllung von friedensstiftenden Einsätzen. Von amerikanischer Seite nehmen 85 Soldaten teil, die teils zur 101. US-Luftlandevision, teils zur Nationalgarde von Kansas gehören. Armenien stellt 175 Soldaten. Der Kreml zeigte sich verstimmt. Vor dem Hintergrund einer Absage Armeniens vor einigen Monaten zu einer gemeinsamen Militärübung mit dem von Russland dominierten Bündnis Organisation des Rats über kollektive Sicherheit (OVKS) erfordere das Manöver jetzt "eine ziemlich tiefe Analyse" über die Ziele, die Eriwan damit verfolge, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Zugleich sprach er vom Fortbestand der russisch-armenischen Partnerschaft.
LKW-Fahrer gerät unter rollendes Fahrzeug - tot
Im bayerischen Kühbach ist ein 51-jähriger Lastwagenfahrer unter sein wegrollendes Fahrzeug geraten und gestorben. Wie die Polizei in Augsburg nun mitteilte, ereignete sich der tödliche Arbeitsunfall bereits am Freitag auf dem Gelände eines holzverarbeitenden Betriebs. Der Anlieferer bemerkte demnach beim Aussteigen aus seinem Gespann, dass dieses zu rollen begann.
Offenbar beim Versuch, wieder in die Fahrerkabine zu gelangen, stürzte der Mann laut Polizei und geriet unter die Räder des Lastwagens. Er wurde tödlich verletzt. Die Kriminalpolizei Augsburg übernahm die weiteren Ermittlungen.
Auftritt von Anna Netrebko sorgt für Ärger
Gegen den Auftritt der österreichisch-russischen Sängerin Anna Netrebko an der Berliner Staatsoper Unter den Linden haben zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen in einem offenen Brief Protest angekündigt. Unter anderem kommen die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner aus den Bereichen Wissenschaft und Kultur.
Die 51-jährige Netrebko ist an diesem Freitag in Giuseppe Verdis "Macbeth" in der Rolle der Lady Macbeth besetzt. Sie war wegen angeblicher Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Beginn des Ukraine-Krieges in die Kritik geraten. Geplant sei eine Demonstration vor der Staatsoper, sollten die Auftritte Netrebkos nicht abgesagt werden, heißt es in dem nun veröffentlichten Schreiben an den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, Kultursenator Joe Chialo (beide CDU) und Opernintendant Matthias Schulz unter dem Titel "Keine Bühne für Anna Netrebko!".
Rauch in Kabine zwingt Airbus-Jet zur Notlandung
Die Passagiere eines Airbus-Jets der Air China erleben einen Alptraum: Weil eines der Triebwerke brennt und sich die Kabine mit Rauch füllt, muss der Flieger in Singapur notlanden. Alle Fluggäste und Besatzungsmitglieder überleben den Schock - nur für einen hagelt es Kritik in den sozialen Medien.
Mann von 1,2 Tonnen schwerem Panzerschrank erschlagen
In Brandenburg ist ein Mann von einem 1,2 Tonnen schweren Panzerschrank erschlagen worden. Der 43-Jährige wollte am Sonntag auf einem Privatgrundstück in Lichterfeld im Landkreis Elbe-Elster mit vier anderen Menschen den Panzerschrank von einer Palette laden, als dieser umkippte, wie das Polizeipräsidium in Cottbus nun mitteilte.
Der fast 1,70 Meter hohe Schrank begrub den 43-Jährigen teilweise unter sich. Trotz Wiederbelebungsversuchen erlag der Mann noch vor Ort seinen Verletzungen. Die Kriminalpolizei übernahm die weiteren Ermittlungen.
Klimaaktivisten blockieren erneut A12 - Polizei setzt Wasserwerfer ein
Hunderte Klimaaktivisten haben in Den Haag erneut eine Autobahn nahe des niederländischen Parlaments- und Regierungsviertels vorübergehend blockiert. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Wasserwerfer ein, um die Demonstranten von der Autobahn zu vertreiben. Wie schon am Wochenende wurden die Aktivisten aufgefordert, ihre Demonstration gegen die Energiepolitik der Regierung unweit des Hauptbahnhofs von Den Haag abzuhalten, wo dies legal war. Aktivisten, die den Anweisungen der Polizei keine Folge leisteten, wurden in Absprache mit dem Bürgermeister festgenommen. Am Samstag und Sonntag hatten bereits mehrere Tausend Demonstranten die Autobahn A12 zeitweise blockiert. An beiden Tagen setzte die Polizei bereits Wasserwerfer gegen die Gruppe Extinction Rebellion (XR) ein. Nur gegen einige wenige Demoteilnehmer wurden laut Polizei Strafverfahren eingeleitet.
Der Protest und die Aufeinandertreffen mit der Polizei könnten sich morgen und noch einige Zeit wiederholen: Eigenen Angaben zufolge will Gruppe die A12 solange täglich blockieren, bis in den Niederlanden sämtliche staatlichen Subventionen für fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas gestrichen werden.
Gesprengte Brücke fällt perfekt in sich zusammen
Weil eine Brücke, die über den Missouri River führt, zu viele Mängel aufweist, muss das Bauwerk gesprengt werden. Aufnahmen zeigen, wie das Gebilde aus rund 2700 Tonnen Stahl gleichmäßig in sich zusammen und anschließend in den darunterliegenden Fluss fällt.
Antideutscher Wahlkampfspot in Polen: Scholz bekommt Abfuhr
Die nationalkonservativen Regierungspartei PiS macht im Wahlkampf in Polen Stimmung gegen Berlin. Momentan sorgt ihr antideutscher Wahlkampfspot für Aufsehen. In dem Clip holt sich Bundeskanzler Olaf Scholz eine Abfuhr: Der PiS-Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski lehnt ein Telefonat mit dem SPD-Politiker ab und legt einfach auf. Das Video, das die Partei am Montag auf der vormals als Twitter bekannten Plattform X veröffentlichte, zeigt zur Musik von Richard Wagners "Ritt der Walküren" die Innenräume der deutschen Botschaft in Warschau.
Ein fiktiver Botschafter greift zum Telefon und ruft Kaczynski an. In holprigem Polnisch mit starkem deutschen Akzent erklärt der vorgebliche Diplomat, er wolle ein Gespräch mit dem Kanzler an Kaczynski durchstellen. Scholz wolle klären, dass das Renteneintrittsalter in Polen wieder erhöht werde - so wie zu Zeiten von Kaczynskis politischem Widersacher, dem früheren Regierungschef Donald Tusk. Kaczynski sagt: "Tusk ist weg und diese Angewohnheiten sind vorbei." Dann legt er auf.
Die PiS attackiert Tusk seit langem mit der Unterstellung, er handele im Auftrag Deutschlands. Hintergrund des skurrilen Videos: Parallel zur Parlamentswahl am 15. Oktober will die PiS-Regierung die Wähler in einem Referendum unter anderem über das Renteneintrittsalter abstimmen lassen. Dieses war unter der liberalkonservativen Regierung Tusks heraufgesetzt worden, die seit 2015 regierende PiS hatte dies aber rückgängig gemacht.
Deutschland erneuert sein Hilfsangebot an Marokko
Obwohl Marokko es ablehnte, will die Bundesregierung ihr Hilfsangebot für die Erdbebengebiete dort aufrechterhalten. Regierungssprecher Steffen Hebestreit wollte sich nicht zu den Gründen für das Zögern der marokkanischen Regierung äußern: "Darüber lohnt es sich von unserer Seite aus nicht zu spekulieren", sagte er - und fügte hinzu: "Wir stehen zu diesen Hilfsangeboten."
Sollte Marokko das Angebot annehmen, "dann werden wir auch liefern", sagte Hebestreit. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte: "Politische Gründe kann man hier ausschließen." Die marokkanische Regierung habe sich für das Angebot bedankt, es aber bislang nicht angenommen. Der Stand der diplomatischen Beziehungen zu Marokko sei "gut". Der Streit über die Westsahara hatte die deutsch-marokkanischen Beziehungen 2021 in eine tiefe Krise gestürzt. Auf dem Höhepunkt zog Marokko seine Botschafterin für mehrere Monate aus Berlin ab. Im Sommer 2022 näherten sich die beiden Staaten dann wieder an. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock reiste im August vergangenen Jahres in die Hauptstadt Rabat.
Entflohener Psychiatrie-Insasse stahl Messer in Kaufhaus
Nach dem tödlichen Messerangriff durch einen flüchtigen Psychiatriepatienten in Wiesloch in Baden-Württemberg sind Details zur Tatwaffe bekannt. Den Ermittlungen zufolge nahm der 33-jährige Beschuldigte nach seiner Flucht am Freitag ein Küchenmesser aus der Auslage eines Kaufhauses in der Wieslocher Innenstadt und stach damit auf eine Frau ein, wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Polizeipräsidium Mannheim mitteilten.
Der Tatverdächtige war am Freitag unter noch nicht ganz geklärten Umständen vom Gelände eines psychiatrischen Zentrums in Wiesloch geflüchtet. Er war dort seit 2021 wegen verschiedener Straftaten im Maßregelvollzug untergebracht. Trotz der sofort aufgenommenen Verfolgung durch Pflegekräfte und Fahndungsmaßnahmen der Polizei konnte er entkommen und griff in einem Ladengeschäft eine 30-Jährige mit einem Messer an. Die Frau starb. Die Frau war wohl ein Zufallsopfer - den Ermittlungen zufolge kannten sich der mutmaßliche Täter und das Opfer nicht.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
meine Kollegin Johanna Ohlau genießt nun die Sonne. Mein Name ist Lea Verstl und ich heiße Sie herzlich willkommen an diesem Montagnachmittag. Sie haben Fragen, Anregungen oder Kritik? Schreiben Sie mir gerne: dertag@n-tv.de.
Holocaust-Überlebende Eva Fahidi ist tot
Die NS-Zeit und die Verfolgung der Jüdinnen und Juden liegen viele Jahrzehnte zurück. Mit jedem Jahr, das verstreicht, verstummen auch mehr Stimmen, die den jüngeren Generationen erzählen können. Heute ist ein solch trauriger Tag: Die ungarische Holocaust-Überlebende Eva Fahidi ist heute im Alter von 97 Jahren in Budapest gestorben. Dies teilte das Internationale Auschwitz Komitee in Berlin mit. 1925 in Debrecen (Ostungarn) geboren, überlebte Fahidi als 18-Jährige die Deportation nach Auschwitz sowie Lagerhaft und Zwangsarbeit in Allendorf, einem Nebenlager des KZ Buchenwalds. Erst viele Jahre nach der Befreiung bemühte sie sich unermüdlich, ihre Erinnerungen an die Nachgeborenen weiterzugeben. "Die Überlebenden von Auschwitz danken mit Bewunderung und Zuneigung einer großen Frau, die dem Tod von Auschwitz ihr ganzes Leben hindurch ihre Erinnerungen, ihre Kreativität und ihre Freude am Leben entgegengestellt hat", schrieb Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Auschwitz Komitees.
Fahidi schrieb Bücher und trat in der Öffentlichkeit als erzählende Zeitzeugin auf. Immer wieder kam sie auch nach Deutschland, um das Gespräch nicht nur mit jungen Menschen zu suchen. Sie warnte beständig vor den Gefahren rechtspopulistischer Mobilisierungen und rechtsextremer Gewalt. 2012 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. 2020 ernannte sie die Stadt Weimar zur Ehrenbürgerin.
Vermisster deutscher Schiffspassagier tot vor dänischer Küste gefunden
Ein deutscher Passagier war bei der Ankunft in der norwegischen Hauptstadt Oslo nicht mehr an Bord des Schiffs. Nun gibt es die traurige Gewissheit: Der 63-Jährige ist tot. Bei der Leiche, die vor einer Woche vor der dänischen Ostseeinsel Seeland (Sjælland) gefunden worden war, handelt es sich um den vermissten Mann. Das bestätigte ein Polizeisprecher.
Israelische Delegation zu erstem öffentlichen Besuch in Saudi-Arabien gelandet
Ein historischer Moment heute für Saudi-Arabien und Israel: In Riad ist am Morgen erstmals in der Geschichte beider Länder eine offiziell angekündigte israelische Delegation eingetroffen. "Wir sind glücklich hier zu sein - es ist ein guter erster Schritt", sagte ein israelischer Vertreter am Rande der Jahreskonferenz des UNESCO-Welterbekomitees in Riad. Die fünfköpfige Delegation reiste nach Angaben des israelischen Vertreters, der nicht namentlich genannt werden wollte, über Dubai, weil es keine direkten Flüge zwischen Israel und Saudi-Arabien gibt. Ihre Visa erhielten die Delegationsmitglieder über die UNESCO. Der Besuch fällt in eine Zeit, in der über eine Normalisierung der Beziehungen beider Länder spekuliert wird. Saudi-Arabien erkennt Israel getreu der Position der Arabischen Liga wegen des Konflikts mit den Palästinensern offiziell nicht an und ist nicht Teil des 2020 von den USA vermittelten Abraham-Abkommens, mit dem Riads Nachbarn Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate Beziehungen zu Israel aufbauten.
Der Iran hat vor einer möglichen Normalisierung der diplomatischen Beziehungen gewarnt. "Wir sind der Ansicht, dass die Präsenz dieses Regimes in der Region die Sicherheit, den regionalen Frieden und die regionale multilaterale Zusammenarbeit stört", sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA mit Blick auf Israel. Seit der Staatsgründung im Jahr 1979 gilt Israel als Erzfeind der Islamischen Republik.
25 Tote bei schwerem Unwetter in Libyen
In Libyen sind bei einemschweren Unwetter mindestens 25 Menschen im Osten des Landes ums Leben gekommen. Das geht aus Angaben verschiedener ärztlicher Quellen und von Rettungsdiensten hervor. Die Armee teilte mit, sieben Soldaten würden vermisst. Das Sturmtief Daniel setzte Teile der Städte Bengasi, Susse, Al Bayda, Al-Mardsch und Derna unter Wasser. In sozialen Netzwerken wurden Videos veröffentlicht, in denen Menschen zu sehen sind, die sich auf die Dächer ihrer Fahrzeuge vor den Fluten retteten und auf Hilfe warteten. Laut Augenzeugen sind Rettungsarbeiten im Gange. Behörden haben den Ausnahmezustand ausgerufen und verhängten eine Ausgangssperre. Die Vereinten Nationen teilten mit, sie würden Hilfsmaßnahmen vorbereiten.
ntv für Deutschen Fernsehpreis nominiert
Eine freudige Nachricht ist bei uns am Vormittag ins Haus geflattert: ntv ist nominiert für den Deutschen Fernsehpreis. RTL Deutschland ist neun Mal nominiert. ntv ist nominiert in der Kategorie "Beste Information" mit der Berichterstattung zum Aufstand der Wagner-Söldner in Russland Ende Juni. Außerdem nominiert sind in der Kategorie die "Tagesthemen live aus Kiew" zu sechs Monaten Krieg und das Studio-Team von Welt, das generell für die Nachrichtenberichterstattung nominiert ist.
Verliehen wird der Deutsche Fernsehpreis wieder an zwei Abenden. Am 27. September findet die "Nacht der Kreativen" statt, die anders als im vergangenen Jahr nicht im Fernsehen übertragen wird. Am 28. September folgt dann wieder die TV-Gala mit Preisverleihung.
"Außerordentliches Glück": Bergsteiger überlebt 600 Meter tiefen Sturz
Ein Bergsteiger in Neuseeland hat wohl einen unfassbar guten Schutzengel: Der Mann hat einen 600 Meter tiefen Sturz überlebt. Das muss man sich nur mal vor Augen führen: Das ist mehr als ein halber Kilometer! Wie die Polizei mitteilt, hatte er großes Glück bei seinem Sturz, da der Schnee Dank des Frühlingswetters aufgeweicht war und seinen Sturz etwas abgemildert hat. Er zog sich sogar nur leichte Verletzungen zu. Nach Angaben von Polizeisprecher Vaughan Smith war der Mann am Samstagnachmittag gemeinsam mit einer Gruppe auf dem Weg zum Gipfel des über 2500 Meter hohen Mount Taranaki, als er den Halt verlor und in die Tiefe stürzte. "Er hat außerordentliches Glück, dass er noch am Leben ist", sagte Smith.
Der Mount Taranaki auf Neuseelands Nordinsel zählt laut dem neuseeländischen Berg-Sicherheitsrat zu den "tödlichsten Bergen" des Landes. Wegen ganzjähriger Lawinengefahr und niedriger Temperaturen rät die Naturschutzbehörde "zu besonderer Vorbereitung und Fähigkeiten" vor dem Besteigen des Berges. Wenn beim Klettern dort "etwas schiefgeht, dann hat das oft ernste Folgen", erklärte auch Smith. Erst vor zwei Jahren waren zwei Bergsteiger in demselben Gebiet tödlich verunglückt.
14-Jähriger erschossen: Mutmaßlicher Täter schweigt zu Motiv
Der gewaltsame Tod eines Teenagers in Bayern bleibt für die Ermittler noch ein Rätsel: Die Hintergründe sind weiter unklar. Nach Kenntnis des Polizeipräsidiums Unterfranken äußerte sich der Jugendliche, der als Tatverdächtiger festgenommen worden war, bis zum Vormittag nicht zu seinem Motiv. Die Ermittler hoffen aber, in Kürze die Herkunft der Waffe klären zu können, mit der der 14-Jährige am Freitagnachmittag in Lohr am Main erschossen worden war. Es gebe konkrete Hinweise, denen man nachgehe, sagte ein Sprecher in Würzburg. Eine Polizeistreife hatte am Freitagnachmittag den leblosen 14-Jährigen in einem Gebüsch neben dem Schulzentrum von Lohr entdeckt. Er hatte äußere Verletzungen, der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Gegen 18 Uhr nahmen die Beamten einen anderen Jugendlichen als mutmaßlichen Täter fest, der mit dem Opfer die Mittelschule des Ortes besucht hatte. Der Ermittlungsrichter in Würzburg erließ einen Haftbefehl gegen den Schüler, in dessen Wohnung auch die mutmaßliche Tatwaffe entdeckt wurde.
Mann macht Nickerchen im Gleis: Lokführer kann gerade noch bremsen
Menschen suchen sich ja manchmal die merkwürdigsten Orte für ein Schläfchen. Manchmal ist das auch lebensgefährlich wie ein Fall aus Mecklenburg-Vorpommern zeigt: Dort hat ein aufmerksamer Lokführer einem Mann das Leben gerettet. Der 27 Jahre alter Neubrandenburger hatte sich nämlich am frühen Sonntagmorgen für ein Nickerchen ins Gleis gelegt. Der Lokführer sah den Schlafenden und konnte den Zug im Osten von Neubrandenburg gerade noch rechtzeitig stoppen. Die Bundespolizei ließ den 27-Jährigen pusten, ein Atemalkoholwert von 2,47 Promille. Durch den Vorfall kam es laut Bahn bei zwei Zügen zwischen Neubrandenburg und Pasewalk zu Verspätungen.
Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gestiegen
"Schwanger" - dieses Wort kann für absolute Begeisterungsstürme sorgen, aber genauso auch der Grund für tiefe Verzweiflung sein. Ist Letzteres der Fall, gibt es in Deutschland die Möglichkeit, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Bis zur zwölften Woche und nach einem Pflicht-Beratungsgespräch ist das straffrei. Nun erfassen die Statistiker in Wiesbaden wie viele andere Zahlen auch die der Schwangerschaftsabbrüche. Diese ist nach Angaben des Statistischen Bundesamts im zweiten Quartal 2023 angestiegen. Demnach wurden zwischen Anfang April und Ende Juni rund 26.700 Abtreibungen gemeldet und damit 4,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahlen steigen bereits seit Anfang des Jahres 2022, wie das Bundesamt mitteilt. Die Ursache für die Entwicklung sei aus den vorliegenden Daten nicht ersichtlich, insbesondere, da die persönlichen Entscheidungsgründe nicht bekannt seien. Der Großteil der Frauen, die im zweiten Quartal 2023 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen (70 Prozent), war zwischen 18 und 34 Jahren alt, 19 Prozent waren zwischen 35 und 39 Jahren. Acht Prozent der Frauen waren mindestens 40 Jahre alt und drei Prozent waren jünger als 18 Jahre. Ein Hinweis an dieser Stelle: Mit der Abschaffung des Paragraphen 219a hängt die seit Beginn 2022 andauernde Entwicklung eher nicht zusammen. Der Bundestag hatte erst Mitte 2022 für die Abschaffung des "Werbeverbots" gestimmt.
DFB feuert Coach direkt vor WM-Titel für die Basketballer - Zufall?
"Hansi Flick als Bundestrainer freigestellt" - diese Pressemitteilung des DFB ging gestern um 16.24 Uhr raus. War der Zeitpunkt für den historischen Rauswurf des Fußball-Nationalcoachs nur ein unglücklicher Zufall? Die Mitteilung kam nur 15 Minuten, bevor die Basketball-Nationalmannschaft das Spiel gegen Serbien für sich entscheiden konnte und den Weltmeister-Titel holte. Genau mit dieser Frage beschäftigt sich mein Kollege Stephan Uersfeld in diesem Artikel.
Was sagen Sie dazu?
Corona: Ärzte in NRW rufen zum freiwilligen Tragen von Masken auf
Sie haben es in Ihrem Familien- und Bekanntenkreis vielleicht schon mitbekommen: Corona kommt einem wieder "näher", die Zahl der Fälle steigt an. Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein-Westfalen rufen deshalb zum freiwilligen Tragen von Masken auf. "Gerade wenn sich im Herbst und Winter der Alltag oftmals in geschlossenen Räumen abspielen wird, könnten Masken insbesondere zum Schutz vulnerabler Gruppen medizinisch wieder sinnvoll werden", sagte Frank Bergmann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, der "Rheinischen Post". Das gelte etwa in Alten- und Pflegeheimen.
Der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, fordert in der Zeitung die Wiedereinführung der kostenlosen Bürgertests. "Für viele Familien ist der Kauf von Corona-Tests finanziell nicht möglich", sagte er. Ohne Bürgertest oder Selbsttest bestehe aber die Gefahr, dass Corona übersehen und weitergetragen werde. Die rechtzeitige Diagnose einer Infektion sei auch wichtig, um rechtzeitig eine antivirale Therapie mit Paxlovid einzuleiten.
Hinweis: Aktuell Daten zur Corona-Lage in Deutschland finden Sie hier.
Polizei in Bayern hängt AfD-Wahlplakate mit verbotener Nazi-Parole ab
Sofern es Plakate der AfD sind, die in Passau hängen beziehungsweise hingen, sind sie nicht nur wie gewohnt provokant bis vollkommen geschmacklos, sondern in dem Fall strafbar: Die Polizei hat dort Plakate mit einer verbotenen SA-Parole abgenommen. Laut Polizei steht auf ihnen der Passus "Alles für Deutschland". Eine Stellungnahme der AfD, ob es sich dabei um Plakate der Partei handelt, liegt bislang nicht vor. Bei dem verbotenen Spruch handelt es sich laut Bayerischer Informationsstelle gegen Extremismus um eine verbotene Parole der SA, der Sturmabteilung der NSDAP. Öffentlich gemacht hatte den Fall ein Nutzer names "Sinom Tiev auf X (ehemals Twitter). Am Wochenende postete er dort Bilder eines Wahlplakats.
Langer Riss entdeckt: Gotthard-Straßentunnel in der Schweiz gesperrt
Keine Durchfahrt mehr im Gotthard-Straßentunnel in der Schweiz: In der wichtigen Alpen-Unterführung ist ein 25 Meter langer Riss in der Tunneldecke entdeckt worden. Die Verbindung zwischen der Zentralschweiz und dem südlichen Kanton Tessin bleibe bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt, teilte das Bundesamt für Straßen (Astra) mit. Nahe dem nördlichen Tunnelportal hätten sich Betonteile gelöst und seien auf die Fahrbahn gefallen. Es sei aber niemand zu Schaden gekommen. Die Ursache ist bislang unbekannt. Der Tunnel ist eine der Haupt-Verkehrsverbindungen durch die Alpen, unter anderem für den Verkehr von Deutschland nach Italien. Wie lange die Sperrung dauern wird, ist laut Astra noch unklar. Der Verkehr wird über den Gotthard-Pass oder die San-Bernardino-Route umgeleitet. Die Fahrt dürfte sich dadurch um etwa eine Stunde verlängern. Auch der Gotthard-Eisenbahntunnel ist nach der Entgleisung eines Güterzugs im August für den Personenverkehr zurzeit gesperrt.
Ihre Meinung ist gefragt: Wer soll Fußball-Bundestrainer werden?
Rudi Völler wieder Trainer der Fußballnationalmannschaft - wer hätte das gedacht? Klar, er ist nur eine Interims-Lösung, nachdem der DFB Hansi Flick gefeuert hatte. Wer wäre also der perfekte Nachfolger für Flick als Fußball-Bundestrainer?
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Marvel-Star Chris Evans soll heimlich geheiratet haben
Schauspieler Chris Evans hat angeblich seine Freundin Alba Baptista in Cape Cod geheiratet. Dabei gewesen sein sollen auch einige berühmte Darsteller, darunter Evans' Marvel-Co-Stars Robert Downey Jr. und Chris Hemsworth sowie Jeremy Renner, John Krasinski und Emily Blunt. Das berichten "Page Six", die Promiseite der "New York Post", und das "People"-Magazin. Die portugiesische Schönheit und der Hollywoodstar sind offiziell seit Jahresanfang ein Paar.
Klimaforscherin und Holzbau-Pionierin bekommen Deutschen Umweltpreis
Der Deutsche Umweltpreis geht an zwei Frauen, die sich mit der globalen Erderwärmung auseinandersetzen. Die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehene Auszeichnung geht an die in London tätige und aus Kiel stammende Klimawissenschaftlerin Friederike Otto sowie an die Holzbau-Unternehmerin Dagmar Fritz-Kramer aus dem Allgäu, wie die Stiftung in Osnabrück bekannt gab. Fritz-Kramer erhält demnach den Preis für ihre Pionierarbeit in der Baubranche. Ihr Unternehmen setzt beim Neubau und der Sanierung von Gebäuden auf den Baustoff Holz. Otto wird für ihre Forschung ausgezeichnet, in der sie die Rolle des globalen Klimawandels bei regionalen Extremwetterereignissen untersucht. Die beiden Preisträgerinnen teilen sich die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie soll am 29. Oktober in Lübeck von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergeben werden.
Mann will Freund vor Schlangenbiss schützen - und stirbt selbst
Er wollte seinem Freund das Leben retten und ist dabei selbst an einem Schlangenbiss gestorben: Zu dem tragischen Zwischenfall ist es bei einem Schulfest im australischen Mackay im Bundesstaat Queensland gekommen. Als sich das giftige Tier um den Knöchel eines Freundes wickelt, versucht der 69-Jährige, das Tier vom Bein des Freundes zu lösen - und wird dabei selbst mehrfach von der Schlange gebissen. Das schreibt die Nachrichtenseite Perth Now unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Für den 69-Jährigen kommt das rettende Gegengift zu spät: Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche sei das Opfer vor den Augen seiner Familie gestorben, hieß es. Laut Polizeisprecherin Claire Bertenshaw handelte es sich wegen der Symptome, die der Mann zeigte, vermutlich um eine Braunschlange. Die tagesaktiven Brown Snakes gelten als eine der giftigsten Schlangenarten Australiens. Zumindest konnte der 69-Jährige tatsächlich wohl seinen Freund mit seinem mutigen Handeln vor dem Gifttod bewahren: Der andere Mann wurde zwar auch gebissen, aber überlebte die Attacke.
Was heute wichtig wird
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
mit ihrem unangekündigten Besuch in Kiew hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sicherlich ein paar Terminkalender durcheinandergewirbelt. Wir behalten ihre vierte Reise in die Ukraine für Sie im Blick und hätten ansonsten noch diese Termine:
Vor der Küste Lettlands und Estlands startet heute unter deutscher Leitung das rund zweiwöchiges Marine-Manöver "Northern Coasts" mit mehr als 3000 Soldatinnen und Soldaten aus 14 Ländern.
Wie entwickelt sich die Europäische Union wirtschaftlich? Dazu stellt die EU-Kommission am Vormittag in Brüssel ihre Sommer-Konjunkturprognose vor.
Der russische Angriff auf die Ukraine beschäftigt den UN-Menschenrechtsrat auch bei seiner dritten Sitzung des Jahres in Genf.
"Heimspiel" für Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck: Der Grünenpolitiker kommt zum Baustart der SuedLink-Stromleitung in Norden heute nach Schleswig-Holstein.
Bei Fragen, Hinweisen oder Kritik erreichen Sie mich am besten per Mail: dertag@ntv.de. Um über den Krieg auf dem Laufenden zu bleiben, empfehle ich wie immer den Blick in unseren Ukraine-Ticker. Alles rund um unsere Basketball-Helden, die gestern in einem furiosen Finale gegen Serbien den WM-Titel geholt haben, und weitere News aus der Welt des Sports finden Sie in unserem Sport-Tag.
Ihre Johanna Ohlau
Mann greift bei Kontrolle Polizisten an - Beamter zieht Waffe und schießt
Ein wegen Körperverletzung gesuchter 24-Jähriger ist in Kassel bei einer Personenkontrolle von einem Polizisten angeschossen worden. Kurz zuvor war es am Sonntag in der Nähe zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, wie die Polizei mitteilte. Der Mann passte demnach auf die Beschreibung des Täters. Bei einer beabsichtigten Personenkontrolle habe er dann die Polizeibeamten sowie einen eingesetzten Diensthund mit Schlägen und Tritten angegriffen. Der Beamte habe daraufhin von seiner Dienstwaffe Gebrauch gemacht. Der 24-Jährige erlitt den Angaben nach eine Schussverletzung am Bein. Er sei umgehend ins Krankenhaus gebracht worden. Die Beamten wurden im Gesicht verletzt und vor Ort von Rettungskräften versorgt.
Baerbock zu unangekündigtem Besuch in Kiew eingetroffen
Außenministerin Annalena Baerbock besucht zum vierten Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 die Ukraine. Die Grünen-Politikerin traf am Morgen zu einem aus Sicherheitsgründen zunächst geheim gehaltenen Besuch in der Hauptstadt Kiew ein.
Mehr über den Krieg erfahren Sie in unserem Ukraine-Ticker.
Faeser wirbt mit neuem Feiertag um Wähler in Hessen
Mit einem neuen hessischen Feiertag will die SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Nancy Faeser, bei einer Regierungsbeteiligung nach der Abstimmung am 8. Oktober mehr Fachkräfte nach Hessen locken. "Wir wollen einen zusätzlichen Feiertag einführen", bekräftigte Faeser - derzeit noch Bundesinnenministerin - im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Nach dem Vorschlag der SPD soll der 1. Dezember zum neuen Feiertag werden. 1946 war an diesem Tag die hessische Verfassung in Kraft getreten.
Faeser hält nicht nur mehr Freizeit, sondern auch ein höheres Lohnniveau für notwendig. "Nehmen Sie mal die Baubranche: Im Rhein-Main-Gebiet werden durchschnittlich 15,30 Euro als Lohn gezahlt. Im Nachbarland Thüringen ist es ein Euro mehr, obwohl Hessen wirtschaftsstark ist." In Hamburg würden sogar 20 Euro gezahlt, Hessen sei da auf einem ziemlich niedrigen Niveau. Nach dem Willen von Faeser soll für Bauaufträge der öffentlichen Hand in Hessen künftig ein Mindestlohn von 15 Euro vorgeschrieben werden. "Das steigert das Lohnniveau und hilft uns dabei, die besten Kräfte für Hessen zu gewinnen."