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"Man darf einen dicken Arsch haben" Beth Ditto macht Speck wieder schick

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Beth Ditto posiert mit Kleidungstücken aus ihrer Modelinie.

(Foto: KGC-138/STAR MAX/IPx)

Es muss nicht immer knochig klappern. Seit sogar der renommierteste Bikini-Job der Welt an ein Plus-Size-Model geht, sind Kurven in der Modewelt kein Tabu mehr. Beth Ditto entwirft Klamotten für füllige Frauen - die politische Botschaft gibt's on top.

In der Modewelt fühlt sich Beth Ditto pudelwohl. Die 35-jährige Sängerin lief bereits über Laufstege und ließ sich auf den Schauen der ganz großen Designer hofieren. Dabei entspricht sie eigentlich so gar nicht dem gängigen Schönheitsideal. Ditto hat Übergewicht.

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Gerade hat Ditto ihre erste eigene, selbst finanzierte Modelinie auf den Markt gebracht. Das Herzstück der Kollektion entstand in Kollaboration mit Designer Jean Paul Gaultier. Es ist ein langes schwarzes T-Shirt, auf dem Gaultiers Klassiker, die champagnerfarbene Korsage mit den spitz zulaufenden Körbchen, dem Träger oder der Trägerin Sex-Appeal verleiht.

"Körper als Diskussionsgrundlage"

Ausgerechnet besagtes Teil ist für den Otto-Normalverbraucher denn auch nicht zu haben. Bei den anderen Kleidungsstücken der Kollektion handelt es sich um wesentlich weniger stilvolle Drucke auf Jersey-Stoff. Das britische Kaufhaus Selfridges vertreibt die wenigen Teile.

Dass Ditto als füllige Promi-Dame von der Modeindustrie eventuell instrumentalisiert werden könnte, macht ihr nichts aus. "Ich bin eine Rampensau, eine Exhibitionistin", sagte Ditto nun im Interview mit der "Welt am Sonntag". "Wenn mein Körper als Diskussionsgrundlage dafür dienen kann, dass sich andere Frauen irgendwann besser fühlen mit ihrem Aussehen, dann ist das ok."

Eigene politische Bewegung

Sie habe es immer "total cool" gefunden, dass die Leute sie angestarrt hätten - schließlich wisse sie ja selbst, wie seltsam sie sei. Zudem nutze Ditto die Modewelt, um ihre, so sagt sie, eigene politische Bewegung voranzubringen.

Der Einstieg in die Modebranche war am Ende "die beste Entscheidung meines Lebens." Frauen sollten in ihren Klamotten nicht schlanker, sondern einfach cool aussehen so Ditto. "In meinen Sachen darf man einen dicken Arsch haben. Punkt."

Die Amerikanerin Ditto war einst als Frontfrau der Indie-Rock-Band Gossip bekannt geworden. Mit ihrem vielleicht populärsten Song "Move in the Right Direction" stürmte die Gruppe 2012 die Charts. Eine gewisse Portion Provokation hat Ditto schon immer ausgezeichnet. So nennt sie sich etwa selbst gerne mal eine "fette, feministische Lesbe" - und meint das auch so, im allerbesten Sinne.

Quelle: n-tv.de, ame/spot