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"Colonia" spielt in Pinochet-Diktatur Brühl und Watson drehen gemeinsamen Film

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Der 36-Jährige Brühl und die zwölf Jahre jüngere Watson spielen in "Colonia" das Ehepaar Daniel und Lena.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zwei der aktuell "begehrtesten und tollsten" Schauspieler packen in einem gemeinsamen Film ein trauriges Kapitel der Geschichte Chiles an: Daniel Brühl und Emma Watson spielen in "Colonia" ein Ehepaar, das in die Fänge der Colonia Dignidad gerät.

Zusammen mit seiner britischen Kollegin Emma Watson dreht der deutsche Schauspieler Daniel Brühl einen Film über die von 1973-1990 existierende Diktatur unter Augusto Pinochet in Chile. In "Colonia" spielt der 36-Jährige den jungen Mann Daniel, der vom Geheimdienst der Diktatur verhaftet wird. Seine Frau Lena, gespielt von der zwölf Jahre jüngeren Watson, sucht ihn in den Gefängnissen im ganzen Land, bis sie schließlich in der von einer Sekte bewohnten Siedlung Colonia Dignidad im Süden Chiles fündig wird. Um Daniel zu retten, tritt Lena der Sekte bei.

Die berüchtigte Kolonie existierte tatsächlich und wurde Anfang der 1960 Jahre in einer Bergregion von Wehrmachtsflüchtling Paul Schäfer mit 300 Anhängern gegründet. Schäfer wurde später wegen Mord, Folter und sexuellem Missbrauch zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt und verstarb 2010 im Alter von 88 Jahren.

Regisseur ist Oscar-Preisträger

Zeugenaussagen zufolge wurden während der Pinochet-Diktatur politische Häftlinge in die weitläufige Kolonie im Süden verschleppt und dort häufig zu Tode gefoltert. Auf dem später als "Villa Baviera" bekannten Gelände von über 13.000 Hektar Größe lebten zwischenzeitlich hunderte deutscher Auswanderer gemeinsam mit ihren Familien.

Die Dreharbeiten zum Thriller von Regisseur Florian Gallenberger sollen bald beginnen und bis Ende 2014 in München, Berlin sowie in Luxemburg und Lateinamerika laufen. Produzenten seien der deutsche Benjamin Herrmann und auf Luxemburger Seite Nicolas Steil. Herrmann bezeichnete Watson und Brühl als zwei der begehrtesten und tollsten Schauspieler ihrer Generation.

Regisseur Gallenberger wurde 2001 für "Quiero ser" mit dem Oscar für den besten Kurzfilm ausgezeichnet. Brühl erhielt in diesem Jahr für seine Rolle des früheren Formel-1-Rennfahrers Niki Lauda in dem Film "Rush" eine Golden-Globe-Nominierung. Watson wurde als Hermine in den "Harry Potter"-Filmen berühmt.

Quelle: n-tv.de, bwe/AFP/dpa

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